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Hochstädter Weihnachtsmarkt wird kleiner und kämpft mit Personalmangel

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Die Weihnachtsbeleuchtung in den vier Stadtteilen wird kleiner als in den Vorjahren - wenn die ausrichtenden Vereine die Installation kurzfristig stemmen können.
Die Weihnachtsbeleuchtung in den vier Stadtteilen wird kleiner als in den Vorjahren - wenn die ausrichtenden Vereine die Installation kurzfristig stemmen können. © Axel Häsler

Allen Diskussionen auf Facebook zum Trotz gibt es sie doch, die Weihnachtsbeleuchtung in den Hauptstraßen aller vier Stadtteile. Das teilte die Pressestelle auf Anfrage des MAINTAL TAGESANZEIGERS mit. Es werden allerdings weniger Lampen aufgehängt als in den vergangenen Jahren. Grund dafür ist, dass die Maintal-Werke GmbH (MWG), die die Weihnachtsbeleuchtung bislang mitfinanziert hat, in diesem Jahr ihr Sponsoring aussetzt.

Maintal – Es sei, erklärt die städtische Pressestelle, „kaum zu vermitteln, dass MWG-Kundinnen und -Kunden ab Januar 2023 deutlich gestiegene Preise zahlen müssen, die MWG aber parallel freiwillige Leistungen wie das Sponsoring für die Weihnachtsbeleuchtung fortsetzt“ (wir hatten über die Preissteigerung berichtet).

Hälfte der üblichen Beleuchtung fällt weg

Dass die Beleuchtung aufgehängt werden kann, wurde den Vereinen, die die Weihnachtsmärkte ausrichten, allerdings erst in dieser Woche mitgeteilt. Das stellt die Veranstalter, die ohnehin mit Personalproblemen kämpfen, vor große Herausforderung. „Wir werden mit aller Gewalt zusehen, dass wir das hinkriegen“, erklärte Andreas Derflinger, erster Vorsitzender des Bischofsheimer Vereinsrings, der den Budenzauber am nächsten Wochenende organisiert. Allerdings müsse man auf rund die Hälfte der Beleuchtung verzichten. Daher werden die Sterne nur in Alt Bischofsheim aufgehängt, nicht wie in den Vorjahren auch in der Schäfergasse und im Fechenheimer Weg.

Festbeleuchtung wird teurer

Auf Facebook kursiert das Gerücht, es gebe in diesem Jahr gar keine Weihnachtsbeleuchtung. Über die Gründe wird spekuliert. Einige mutmaßen, die Stadt wolle Strom sparen - ein Grund, der durchaus auf Verständnis stößt. Immerhin, schreibt Jörg Schuschkow, WAM-Fraktionsvorsitzender, hätten die Weihnachtslichter in der Vergangenheit 10.000 Euro gekostet. In diesem Jahr würde die Festbeleuchtung vermutlich sogar noch teurer.

Kurzfristige Entscheidung stößt auf Kritik

Trotzdem finden viele, ein Weihnachtsmarkt ohne Beleuchtung sei kein Weihnachtsmarkt. Bleibt die Frage, ob die abgespeckte Beleuchtung auf Begeisterung stößt. Die ausrichtenden Vereine wurden jedenfalls von der kurzfristigen Entscheidung überrascht. „Wir hoffen, dass wir das hinkriegen“, sagt Hans-Jürgen Schmitt, erster Vorsitzender des Fördervereins Hochstädter Weihnachtsmarkt. Die Stadt verlasse sich zu sehr darauf, dass die Vereine Ehrenamtliche finden, die die Installation kurzfristig stemmen, kritisiert er.

Die Stadt hingegen betont die gute Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und der MWG. Die Entscheidung sei so spät gefallen, weil es nach der Absage des MWG-Sponsorings einen „intensiven Austausch zwischen allen Beteiligten über das weitere Vorgehen“ gab. Die Stadt geht davon aus, dass die Vereine die Installation „trotz enger Zeitschiene“ gemeinsam mit der MWG durchführen können.

Weniger Stände in diesem Jahr

Doch die Lichter sind nicht die einzige Herausforderung, mit denen die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr kämpfen. Wie der Förderverein Hochstädter Weihnachtsmarkt mitteilt, fällt der Budenzauber in der historischen Altstadt in diesem Jahr auch kleiner aus als geplant. „In den vergangenen zwei Jahren hat doch so mancher Standbetreiber aufgegeben oder kann aus personellen Problemen nicht teilnehmen“, sagt Hans-Jürgen Schmitt. Aus diesem Grund gibt es in diesem Jahr weniger Stände.

45 sind es an der Zahl. „Es ist für Jeden etwas dabei“, macht Schmitt dennoch Lust auf den Besuch. Der Weihnachtsmarkt beginnt daher erst ab dem Fahrradhaus und geht über den Rathausplatz bis zum Obertor. Daraus ergibt sich für das Wochenende 3./4. Dezember eine geänderte Verkehrsführung: Der Bus- und Straßenverkehr wird über die Bischofsheimer Straße und den unteren Teil der Hauptstraße in die Ringstraße Süd laufen.

Eröffnung am 3. Dezember

Der Förderverein Hochstädter Weihnachtsmarkt verzeichnet allerdings nicht nur weniger Anmeldungen. Er hat selbst auch mit personellen Engpässen zu kämpfen. Daher wird es in diesem Jahr keine Plakate geben, die den Weihnachtsmarkt bewerben. Für den Aufbau der Bühne vor der „Goldenen Krone“ in der Mitte des Weihnachtsmarkts sucht der Verein freitags und samstags vor Beginn des Weihnachtsmarkts tatkräftige Unterstützung. Eröffnet wird der größte Maintaler Weihnachtsmarkt am 3. Dezember um 15 Uhr von Bürgermeisterin Monika Böttcher und Landrat Torsten Stolz. Der Hochstädter Posaunenchor begleitet die Eröffnung musikalisch. Geöffnet ist der Budenzauber samstags von 15 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 21 Uhr. Am 3. Dezember von 15 bis 20 Uhr und am 4. Dezember von 11 bis 19 Uhr findet der Hobbykünstler-Markt mit rund 50 Ausstellern im Bürgerhaus statt. (Von Bettina Merkelbach)

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