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Hochstädter Schützenhäuschen wird saniert

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Wolfgang Förster (Mitte) mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung (links) und einem der Handwerker. Foto: Habermann
Wolfgang Förster (Mitte) mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung (links) und einem der Handwerker. Foto: Habermann

Maintal. „Die Maintaler Bürger lieben dieses kleine Fachwerkhäuschen. Es erreichen uns oft Anrufe nach dem Motto: 'Ihr müsst da mal nach dem Rechten schauen'. Jetzt sanieren wir die Fassade des Schützenhäuschens komplett“, berichtet der Fachdienstleiter Gebäudeverwaltung der Stadt Maintal, Wolfgang Förster.

Von Rainer Habermann

Am Donnerstag war Ortstermin im Feld hinter der Hochstädter Ringmauer, inmitten der Hartig. Das Objekt, um das es geht, steht dort relativ frei auf seinem Basaltsockel, umgeben von Obstbäumen und Sträuchern, ist Wind und Wetter ständig ausgesetzt. Wolfgang Förster überzeugte sich vom Fortgang der Fassadenarbeiten am Biberschwanz-gedeckten Fachwerkgemäuer. Die sind nämlich voll im Gange.

Nachdem bereits das Fachwerk teilweise erneuert und einige faule Balken ausgewechselt wurden, sind nun die Maler und Verputzer dran. Es wird geschliffen, gespachtelt, Fassadenfarbe aufgetragen, auch die Stahltüre als Zugang zum historischen Kleinod erfährt einen Neuanstrich.

Sanierung mit HerausforderungenDabei ist das alles andere als einfach. Jeder Regenschauer erzwingt eine Unterbrechung, die beiden Arbeiter müssen vom Gerüst, das rund um das putzige kleine Häuschen steht. Und außerdem liegt dort oben im Feld ja keine Stromleitung. Also dieselt ein mächtiges Stromaggregat vor sich hin, damit Flex und Co. ihren nötigen Saft bekommen.

Die Gefache werden mit entsprechenden, mineralischen Materialien ausgebessert, schließlich spielt der Denkmalschutz eine entscheidende Rolle. „Alle Arbeiten sind mit den Denkmalschutzbehörden des Kreises und des Landes abgestimmt“, sagt Förster. „Die Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, das über 200 Jahre alte Gebäude in seiner historischen Substanz zu erhalten. Wir greifen nur sehr behutsam in diese Substanz ein.“ Holz bleibt Holz, und Weiß bleibt Weiß. Klar: Ein „Vollwärmeschutz“ geht da nicht. Und wäre auch nicht nötig, weil das Gebäudeinnere den größten Teil des Jahres verwaist ist.

Einmal im Jahr öffnet sich die TürNur einmal im Jahr lockt das Streuobstwiesenfest hinauf in die Hartig. Bei dieser Gelegenheit versammeln sich hunderte von Besuchern um das rund zehn Quadratmeter Grundfläche messende „Hexenhäuschen“. Dann ist auch ein Blick ins Innere gestattet. Aber zu sehen gibt es auch dann: nichts.

Das Schützenhäuschen scheint seit Jahrzehnten beliebt zu sein bei Alt und Jung, und ganz besonders Letztere nutzen es hin und wieder ganz gerne mal für das abendliche Rauch- und Trinkgelage. Denn eine bessere „sturmfreie Bude“ als in der freien Natur und Abgeschiedenheit der Hartig: Wo findet man die schon in Hochstadt? Einbruchsversuche hat es relativ selten gegeben. Denn man weiß: Dort ist nichts zu holen außer Spinnweben.

Die letzte von ursprünglich drei Feldschutzhütten

Für Historiker und Spaziergänger aber bildet das Schützenhäuschen ein markantes Wahrzeichen. Ursprünglich standen um das Gebäude wohl drei weitere, sie wurden als Feldschutzhütten genutzt und stammen aus der Zeit des Hochstädter Weinbaus. Das einzig erhaltene ist eben das Schützenhäuschen, das seinen Namen auch in dieser Zeit bekommen hat.

„Von hier aus konnten die 'Traubenschützen' die Weinberge bis nach Bischofsheim hin beobachten und gefräßige Vögel mit Böllerschüssen vertreiben“ schreibt der Hochstädter Winzerverein auf seiner Homepage. „Wir freuen uns, dass wir Firmen gefunden haben, welche ihr Handwerk auch historisch gesehen verstehen“, lobt Förster die beiden ausführenden Unternehmen. „Das ist leider gar nicht mehr so selbstverständlich, heutzutage.“

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