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Historische Diamantschleiferei im Maintaler Heimatmuseum

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Die Diamantschleiferei der Familie Decker ist ein echtes Schmuckstück und nun als Dauerleihgabe im Maintaler Heimatmuseum zu sehen. Foto: Kalle
Die Diamantschleiferei der Familie Decker ist ein echtes Schmuckstück und nun als Dauerleihgabe im Maintaler Heimatmuseum zu sehen. Foto: Kalle

Maintal. Den letzten Schliff erhielten edle Diamanten mit ihr: Die historische Diamantschleiferei von Karl Decker steht derzeit als Dauerleihgabe im Heimatmuseum in Maintal. Dass sie den Weg in die Museumsräume fand, verdankt sich einem glücklichen Zufall.

Von Martina Faust

Es ist ein echtes Schmuckstück. Und das nicht nur, weil hier die edelsten Steine ihren letzten Schliff erhielten. Das liegt allerdings schon einige Jahrzehnte zurück. Doch trotz ihres Alters und der intensiven Beanspruchung steht die historische Diamantschleiferei da wie neu.Das Exponat, das in den Ausstellungsräumen des Heimatmuseums Maintal zu sehen ist, ist eine Dauerleihgabe von Robert Decker. Es war dessen Großvater Karl Decker, der als Meister Mitte der 30er Jahre die Diamantschleiferei in Hochstadt einrichtete und betrieb. „Zeitweise nebenher, da mein Großvater eine Zeit lang ebenfalls eine Hutfabrikation und eine Kartoffelschälerei besaß“, ergänzt Robert Decker. Auch seine Eltern arbeiteten zeitweise im Betrieb mit.Diamantschleifereien in der Region rund um Hanau keine SeltenheitBis etwa Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre wurden an den Maschinen und Werkbänken Rohdiamanten für die Schmuckherstellung gespalten, zersägt, auf die gewünschte Größe gebracht, geschliffen, facettiert, poliert und an Goldschmiede weiterverkauft. Akkuratesse war gefragt. „Wenn der Stein nicht genug Facetten hatte, gab es kein Geld und die ganze Arbeit war umsonst“, erzählt Sigrid Euler-Klees, die Vorsitzende des Vereins Heimatmuseum, die sich sehr über diese besondere Dauerleihgabe freut.

Was heute exotisch und exklusiv erscheint, war zu damaliger Zeit keine Seltenheit. „In Hochstadt sowie generell in der Region rund um Hanau gab es zahlreiche Schleifbetriebe, die die Hersteller von Schmuck, Gold- und Silberwaren in Hanau belieferten“, erzählt Norbert Mankel vom Vereinsvorstand.Den Großeltern ein Denkmal setzenDass die Diamantschleiferei von Karl Decker jetzt in den Museumsräumen an der Hauptstraße 9 in Hochstadt zu sehen ist, verdankt sich einem glücklichen Zufall. Im Zuge von Aufräumarbeiten stieß Robert Decker 2015 auf die Maschinen. In monatelanger Kleinarbeit bereitete er die historische Diamantschleiferei wieder auf, um seinen Eltern und Großeltern, wie er sagt, ein Denkmal zu setzen.

Das ist ihm gelungen. Die Diamantschleiferei zeugt nicht nur von einer längst vergangenen Zeit, sondern auch von der Mühe und Liebe, die Robert Decker investiert hat.Neuer Platz im HeimatmuseumGerne schuf der Verein Heimatmuseum daher Platz für das besondere Ausstellungsstück, das durch Infotafeln mit historischen Fotos aus dem Decker'schen Schleifbetrieb ergänzt wird. Dort sind die einzelnen Herstellungsschritte ausführlich beschrieben.

Die Diamantschleiferei kann zu den regulären Öffnungszeiten des Heimatmuseums an jedem ersten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr sowie zu besonderen Anlässen besich

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