Die Maintalerin Eva Heumann steht in Whistler vor dem Symbol der Paralympics. In der kanadischen Stadt nördlich von Vancouver wurden bei den Spielen im Jahr 2010 Wettkämpfe ausgetragen. Foto: Privat

Maintal

Eva Heumann war mehrfach beim DSB-Jugendcamp der Paralympics

Maintal. Nach den Spielen ist vor den Spielen. Kaum sind die 23. Olympischen Winterspiele zu Ende gegangen, beginnen am heutigen Freitag die Paralympischen Winterspiele, umgangssprachlich Paralympics genannt. Die Bischofsheimerin Eva Heumann reiste bereits mehrfach im Rahmen eines Jugendlagers zu den Spielen.

Von Jan Max Gepperth

Heumann, heute 26 Jahre alt, kam vor zehn Jahren das erste Mal in Berührung mit dem Behindertensport. „Meine Mutter war Jugendsekretärin eines Breitensportverbandes“, erinnert sich die junge Frau, die zurzeit in Innsbruck lebt.

„Auf einer Tagung mit anderen Verbänden aus der Gegend kam sie mit der Deutschen Behinderten Sport Jugend (DBSJ) in Kontakt. Die haben dann ihr paralympisches Jugendlager vorgestellt. Und ich fand das cool.“

Beim paralympischen Jugendlager handelt es sich um eine Veranstaltung, die seit 1992 für die Sommer- und seit 2010 für die Winterspiele stattfindet. Hierbei können sich Jugendliche zwischen13 und 17 Jahren bewerben, egal ob mit oder ohne körperliche Behinderung.

Mehrere Voraussetzungen für eine BewerbungFür eine Bewerbung gibt es zwei Voraussetzungen: Entweder man ist nachweislich in einem Sportverein aktiv oder erweist sich als soziales Talent. „Ich hatte damals gerade meinen Jugend- und Übungsleiterschein im Bereich Breitensport gemacht und war ehrenamtlich oft auf Kinderfreizeiten als Betreuerin unterwegs. Also habe ich mich einfach beworben.“

Bei den Jugendlagern gibt es immer ein Vortreffen, bei dem sich sowohl die Teilnehmer als auch die Betreuer kennenlernen können, bevor man gemeinsam zu den Spielen fährt. Dort gibt es täglich ein festes Kontingent an Eintrittskarten für die verschiedenen Disziplinen. Jeder Teilnehmer kann sich also einmal einen Eindruck von den verschiedenen Sportarten machen.

Peking und VancouverZum ersten Mal nahm Heumann 2008 bei den Sommerspielen in Peking teil. 44 Jugendliche und 16 Betreuer waren damals dabei. Unter den Jugendlichen war Heumann eine von sechs Teilnehmern ohne Behinderung. Zwei Jahre später, bei den Winterspielen in Vancouver, war sie wieder dabei.

„Das war damals das erste Mal, dass das Jugendlager auch für die Winterspiele stattfand. Daher waren wir auch nur zwölf Teilnehmer. Es war quasi alles noch ein Versuch.“ Der Vorteil der kleinen Gruppe sei die wesentlich familiärere Art gewesen. „Wir sind dann immer zusammen zu den Veranstaltungen gegangen. Da wächst man als Gruppe einfach wesentlich enger zusammen.“

Interesse an Ski-AlpinDie Disziplin, die Heumann am meisten interessiert und begeistert hat, war Ski Alpin. Das habe mehrere Gründe gehabt. Einer war, dass die studierte Geologin selbst gerne Ski fährt.

„Es hat mich gereizt zu sehen, wie der Unterschied zum 'normalen' Skifahren ist“, gibt sie zu. „Aber dann war ich begeistert zu sehen, was es noch für einzelne Unterscheidungen innerhalb der Disziplin gibt. Auf jede Art der Behinderung wird Rücksicht genommen. Und jeder kann einen Weg finden, die Strecke zu meistern.“ Dies sei generell etwas, dass Heumann bei den Paralympischen Spielen nachhaltig beeinflusst hat. „Diese Motivation und dieser Lebenswillen sind großartig.“

Erfahrung ist zu empfehlenAuch heute würde sie gerne noch an dem Jugendlager teilnehmen. Leider lässt sich das zeitlich nicht mehr einrichten. „Erst hatte ich keine Zeit mehr wegen des Studiums, heute wegen der Arbeit.“ Aber die Erfahrung, an dem Lager teilzunehmen, könne sie jedem nur empfehlen.

„Wir wurden auch immer ins Deutsche Haus eingeladen und hatten dort die Möglichkeit, die Athleten kennenzulernen.“ Vor allem für die behinderten Jugendlichen sei dies eine spannende und motivierende Erfahrung gewesen. „Einige der Teilnehmer, die ich damals kennengelernt habe, sind mittlerweile Athleten“, erzählt Heumann.

Sportler hautnahDas gebe den ganzen Spielen für sie noch einmal einen zusätzlichen, persönlichen Anreiz. Wenn man die Athleten persönlich kenne, drücke man ihnen doppelt die Daumen.

Für die Zukunft hofft die 26-Jährige, dass sich mehr Menschen für die Paralympics begeistern könnten. „Es ist so faszinierend, wie diese Menschen mit Spaß an die Sache herangehen und dann tolle Leistungen erzielen. Das sollte dringend unterstützt werden.“

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