Selbst vor hohen Brennnesseln haben die Waldkinder keine Angst und entdecken im Gebüsch den kleinsten Schnipsel Papier. Foto: Martina Faust

Maintal

Hessenweite Kampagne: Kitakinder sammeln kiloweise Abfall

Maintal. Emsig klappern die Metallzangen und schließen sich um jedes noch so winzige Stück Plastik. Den wachsamen Augen der fleißigen Müllsammler entgeht nichts. „Wartet, da ist noch etwas“, ertönt ein Ruf und augenblicklich durchforsten 24 Vorschulkinder der Kita Ahornweg einen Busch.

Von Martina Faust

Sie sind an diesem Vormittag nicht die Einzigen, die mit Eimern und Müllzangen unterwegs sind. Insgesamt beteiligten sich gestern elf Maintaler Kitas und ein Hort an der Aktion „Sauberhafter Kindertag“.

Einmal im Jahr findet die Aktion unter dem Dach von „Sauberhaftes Hessen“ statt, um schon die Jüngsten für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Auch die Maintaler Kitas sind regelmäßig mit dabei. „Vergangenes Jahr haben wir eine illegale Müllablagerung entdeckt und allein damit vier große Abfallsäcke gefüllt“, erinnert sich Erzieherin Christiane Bauer.

Scharfe Adler-Augen

Diesmal sind es vor allem Kleinabfälle, die die Kinder entdecken: Zigarettenkippen, Glasscherben, Bonbonpapier, Taschentücher. Aber auch ein überfahrener Maulwurf wandert in einen der beiden schwarzen Eimer, die Anna Schmidt und Renate Terzer tragen, während Bauer die Aktion mit der Kamera festhält.

Den Kindern entgeht tatsächlich nichts. Wirkt der schmale Fuß- und Radweg zwischen den Hochstädter Kleingärten und der Südumgehung auf den ersten Blick sauber und aufgeräumt, entdecken die aufgeweckten Jungen und Mädchen dennoch überall winzige Abfallreste, die sie mit ihren Zangen aufklauben. Auch so füllt sich allmählich der große blaue Abfallsack. Der kann an der Schranke kurz vor dem Hochstädter Waldsportplatz deponiert werden und wird später von Mitarbeitern der Stadt abgeholt.

Tägliche Routine

Denn wie in vielen anderen Kommunen unterstützt auch die Maintaler Verwaltung das Engagement der Kinder. Unter anderem durch die Bereitstellung der notwendigen Utensilien wie Handschuhen und Zangen sowie die fachgerechte Entsorgung des Abfalls. „Für uns ist das heute aber keine einmalige Aktion. Wir sammeln täglich den Müll entlang unseres Weges von der Kita zu unserem Gelände ein. Schließlich bestimmen der Nachhaltigkeitsgedanke und ein ökologisches Bewusstsein unsere pädagogische Arbeit“, sagt Ninet Vida, die gemeinsam mit Heike Altinger die Waldgruppe der Kindertagesstätte Ahornweg betreut.

Deren Kinder unterstützen die Vorschulfreunde und übernehmen die Zufahrt zum Waldsportplatz. Auch hier gibt es zwischen den Gräsern am Wegesrand allerlei einzusammeln. Furchtlos stapfen die Drei- bis Sechsjährigen durch die Brennnesseln, die teilweise genauso hoch sind wie sie selbst. „Waldkinder eben“, kommentiert Ninet Vida lachend die Unerschrockenheit.

Fleißige Arbeit

Am Ende kann sich das Ergebnis sehen lassen: Zehn große blaue Säcke Müll sowie ein altes Wahlplakat und Metallschrott haben die Jungen und Mädchen der Kitas Siemensallee, Abenteuerland, Ahornweg, Moosburger Weg, Eichendorffstraße, Wingertstraße, Bücherweg, Gänsseestraße, Zauberwald, vom Kinder-Kunst-Haus und vom Hort Berliner Straße gesammelt. Abfall, der nun endlich dort ist, wo er von Anfang an hingehört hätte: in die Mülltüte.

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