Über die gespendeten Geschenkpäckchen, die die Tafel zu Weihnachten verteilt, freuen sich Eltern und Kinder. Familie Geiss (linkes Bild). Foto: Bielesch

Maintal

Helferinnen der Tafel verteilen Päckchen an bedürftige Familien

Maintal. Es hat schon Tradition: Die Tafel der Bürgerhilfe Maintal verteilt kurz vor Weihnachten gespendete Päckchen an die Kinder bedürftiger Familien. Daher spielten Brigitte Eggersperger und ihr Team am Donnerstagnachmittag Weihnachtsfrau.

Von Monica BieleschUnd schon bevor sie die Türen öffneten, hatte sich eine Schlange aus Kindern und Eltern gebildet.

Da wurden Kinderträume wahr: Eine meterlange Tafel voller liebevoll verpackter Päckchen stand am Donnerstagnachmittag im großen Saal der Bürgerhilfe an der Neckarstraße in Dörnigheim.150 Päckchen nach System geordnetAber was auf den ersten Blick aussieht wie ein großer Haufen Geschenke hat in Wirklichkeit viel System. Denn Brigitte Eggersperger, Brigitte Braun, Rosemarie Schmidt, Brigitte Ballo und Gudrun Siebert haben die 150 Päckchen nach einem ausgeklügelten System geordnet, um eine gute Verteilung zu gewährleisten.

„Normal verteile ich Obst und Gemüse“, lacht Gudrun Siebert und sucht Päckchen für einen Vater mit fünf Kindern. Wie die anderen ehrenamtlichen Geschenkeverteilerinnen hilft sie normalerweise in der Lebensmittelausgabe der Tafel. Heute verteilt sie aber Puzzles, Lego und Playmobil, Fußbälle, Kartenspiele und Kuscheltiere.Über Weihnachtsaktionen Geschenke gesammeltGesammelt hat die Tafel diese Geschenke über Weihnachtsbaum-Aktionen im Galeria Kaufhof und beim Real, berichtet Wolfgang Kampe, der Leiter der Tafel. Kunden konnten über Zettel, die an den Bäumen hingen, die Kinderwünsche erfüllen.

Kinder wie die kleine Sila und ihre Brüder Joud und Abdelaziz. Sie sind mit ihrem Vater gekommen und nehmen dankbar drei Päckchen von den Tafel-Helferinnen entgegen. Viele Eltern wiederum kommen ohne ihre Kinder, um die Geschenke abzuholen. Jeder muss seinen Tafelausweis vorzeigen, den nur Maintal-Pass-Inhaber erhalten. Damit ist die Bedürftigkeit gewährleistet. Auf einer langen Liste kann Brigitte Eggersperger dann sehen, wie viele Kinder diese Familie hat.Versorgung für mehr Menschen als zu Beginn des JahresEine Mutter holt ein Geschenk für ihr zweijähriges Kind. Ihr fehle das Geld für viele Geschenke, sagt die Frau. Familie Geiss kommt mit ihrem jüngsten, erst sechs Monate altem Kind, das bei der Mutter warm und geborgen in einer Trage schläft. „Diese Unterstützung ist wichtig für uns“, sagt die Mutter, die noch drei weitere Kinder hat.

Tafelleiter Kampe bilanziert für das Jahr 2017, dass die Maintaler Tafel zwar weniger Einzelpersonen versorge, aber im Ergebnis mehr Menschen als noch zu Beginn des Jahres. „Es kommen mehr Familien mit Kindern“, begründet Kampe. Insgesamt sei die Maintaler Tafel sehr gut aufgestellt. „Wir haben genug Ware, genug Unterstützer und ein kleines Einzugsgebiet mit kurzen Wegen.“ Außer bei den ehrenamtlichen Fahrern, da braucht Kampe noch weitere Helfer.Lebensmittel im Gesamtwert von über 5000 Euro gesammeltBesonders erfreut ist er über die erfolgreiche Spendentüten-Aktionen in Märkten wie Rewe, Real und Globus. Dort konnte die Tafel haltbare Lebensmittel im Gesamtwert von über 5000 Euro einsammeln, berichtet er. Und betont: „Das sind alles Kundenspenden, für diese große Spendenbereitschaft der Menschen wollen wir uns bedanken.“

Und so verteilt die Tafel vor Weihnachten nicht nur Spielzeug an die Kinder, sondern auch zusätzlich zwei große Tüten voller haltbarer Lebensmittel an jeden Haushalt.Lagerraum von der Stadt erhaltenZu den gefüllten Beständen passt, dass die Tafel von der Stadt einen Lagerraum in einem städtischen Gebäude an der Carl-Zeiss-Straße erhalten haben. „Das wäre in der Neckarstraße gar nicht mehr gegangen“, so Kampe.

Dort, im ersten Stock, freuen sich gerade zwei kleine Mädchen über ihre Päckchen. Und dann dürfen sie sich noch aus einem großen Korb ein Kuscheltier aussuchen. Sie strahlen und die Jüngere drückt den Plüschesel ganz fest an sich. Die Tafel ist an der Neckarstraße 13. Dort können während der Öffnungzeiten auch Spenden abgegeben werden.

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