Da sie aufgrund der Corona-Krise mit starken finanziellen Einbrüchen rechnet, hat Maintals Bürgermeisterin eine Haushaltssperre verhängt. Die Maintaler CDU fordert nun, diese schnellstmöglich wieder aufzuheben.
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Um den Haushalt auszugleichen, greift die Stadt Maintal auf Reserven zuück.

Einbruch bei Gewerbesteuer

Haushalt 2022: Maintal rechnet mit Fehlbetrag in Höhe von 8,8 Millionen Euro

  • Michael Bellack
    VonMichael Bellack
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Für das Haushaltsjahr 2022 rechnet die Stadt im eingebrachten Entwurf mit einem Fehlbetrag von 8,8 Millionen Euro. Gründe dafür seien laut Bürgermeisterin Böttcher der kommunale Finanzausgleich, Steigerungen beim Personalaufwand und ein Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen, der auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist.

Maintal – Insgesamt liegen die Aufwendungen bei 110,4 Millionen Euro. Ein Drittel davon wird für Umlagen ausgegeben, unter anderem an den Main-Kinzig-Kreis und für die Gewerbesteuerumlage. Der zweite große Posten sind die Personalkosten, die mit 34,8 Millionen Euro ebenfalls fast ein Drittel der Ausgaben ausmachen. Davon entfallen laut Böttcher rund 50 Prozent auf die pädagogischen Fachkräfte in den Maintaler Kindertagesstätten. „Dies unterstreicht einmal mehr den hohen Stellenwert der Kinderbetreuung durch den weiter anhaltenden Ausbau von Betreuungsplätzen.“

Seit 2012 ist der Anteil der Personalkosten am Gesamtaufwand im Haushalt von 24 auf 31 Prozent gestiegen. Weitere Ausgaben im Haushalt entfallen unter anderem auf Sach- und Dienstleistungen (21,6 Millionen), sowie Erstattungen und Zuschüsse (9,8 Millionen).

Den höchsten Zuschussbedarf hat folgerichtig der Produktbereich Kinderbetreuung mit 16,9 Millionen Euro. „Über allem steht die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kindern Betreuungsplätze mit hoher Qualität zur Verfügung zu stellen“, sagte Böttcher. In den 13 Maintaler Einrichtungen gebe es mehr als 2000 Betreuungsplätze für Kinder bis zehn Jahre. Die innere Verwaltung hat einen Zuschussbedarf von 10,5 Millionen Euro, darunter fallen unter anderem die Digitalisierung, die Wirtschaftsförderung, die Vermarktung von Gewerbegebieten und der Brand und Katastrophenschutz.

Im Bereich Stadtentwicklung und Liegenschaften wird mit 9,9 Millionen Euro gerechnet. Dazu zählen große Projekte wie das Bürgerhaus Bischofsheim, der Bau des Maintalbades und weitere Investitionen unter anderem in Radwege, Straßenbeleuchtung, eine neue Kita im Neubaugebiet am Berghof in Wachenbuchen und die Stadtentwässerung.

Den Ausgaben in Höhe von rund 110 Millionen Euro stehen rund 101 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber. Mehr als die Hälfte davon sind Steuereinnahmen. (51,8 Millionen Euro). Die größte Einnahmeposition im Haushalt ist der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer mit 23,3 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer bringt rund 19 Millionen Euro ein. Dazu kommen Einnahmen aus Grundsteuer A und B (6,4 Millionen Euro). Bei den Schlüsselzuweisungen des Landes Hessen aus dem kommunalen Finanzausgleich wird mit Einnahmen in Höhe von 17,8 Millionen Euro kalkuliert.

Mit 8,8 Millionen Euro fällt der Fehlbetrag im Haushalt 2022 in den kommenden Jahren bis 2025 am höchsten aus. Mit den in den vergangenen Jahren gebildeten Rücklagen soll die Negativbilanz jedoch ausgeglichen werden, so die Planung im Entwurf des Magistrats (siehe Bericht auf dieser Seite).

Von Michael Bellack

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