So sieht das Real-Gelände heute aus: Viel Parkfläche direkt an der Kennedystraße beziehungsweise am Alten Kesselstädter Weg. Die Stadt will gemeinsam mit dem Eigentümer der rund drei Hektar großen Fläche nun statt der Parkflächen mehrgeschossige Gebäudekomplexe realisieren. Archivfoto: Häsler

Maintal

Hauptausschuss bringt Abriss des Real-Warenhauses auf den Weg

Maintal. Die große Parkplatzfläche am Real-Gelände am Ortseingang von Dörnigheim ist vielen ein Dorn im Auge. Seit Jahren versuche die Stadt, an dieser Stelle ein attraktives städtebauliches Entree für Dörnigheim zu gestalten, betonte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber im Hauptausschuss für Finanzen und Stadtentwicklung.

Von Monica Bielesch

Nun rückt das Ziel näher, denn der Hauptausschuss stimmte den Plänen der Verwaltung mehrheitlich zu. Das Parlament, das am Montag tagt, wird diesem Beschluss wohl folgen.

Der Stadt Maintal liege ein aktualisiertes und in mehreren Arbeitssitzungen zwischen der Stadtverwaltung und den Grundstückseigentümern erarbeitetes Konzept für die Umstrukturierung des Real-Geländes vor, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Dieses Konzept sehe den vollständigen Abriss des bestehenden Gebäudekomplexes des bestehenden Real-Warenhauses vor. An dieser Stelle soll dafür ein neues SB-Warenhaus sowie ein Fachmarktzentrum unter Berücksichtigung architektonischer und städtebaulicher Vorgaben entstehen.

„Wir wollen weg von dieser Fläche mit Blech“, betonte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber in seiner Erläuterung des Antrags. Die Bebauung soll daher direkt an die Kennedy-straße heranrücken. Es soll eine klare städtebauliche und vor allem „hohe Kante“ entstehen, führte der Stadtrat aus. Der Stadt schwebt ein mehrgeschossiger Gebäudekomplex vor, mit einer maximalen Höhe von 16 Metern – das wären bis zu vier Etagen. Im Erdgeschoss soll wieder ein Real-Markt mit einer geringfügig reduzierten Gesamtverkaufsfläche von maximal 7 000 Quadratmetern einziehen. Die oberen Geschosse sollen Platz für ergänzende Märkte mit einer Verkaufsfläche von maximal 4 100 Quadratmetern bieten.

Thomas Wörner kritisierte für die WAM die geplante Höhe der Gebäude. „Das ist eine bedrückende Wand.“ Er regte eine offene Gestaltung an. Sachtleber betonte, dass es seit zehn Jahren Ziel der Stadt sei, die Kennedystraße „beiderseits der Straße durch Geschossigkeit zu gestalten“. Um eine attraktive Fassade zu gewährleisten, solle auch ein Fassaden-Wettbewerb ausgeschrieben werden. „Wir wollen die Stadt durch Gebäude gestalten, nicht durch Parkflächen“, plädierte der Stadtrat.

Und sogar Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) schaltete sich in die Diskussion ein. „Das Entree nach Maintal soll keine Blechwüste und Barackengebäude sein, sondern ein städtebauliches Ensemble“, sagte sie. Und betonte, dass die Stadt sehr erfreut über den Investor sei, der die Bereitschaft zeige, auf die Wünsche der Verwaltung einzugehen.

Der Vorschlag von Martin Fischer (CDU) in den oberen Geschossen auch Wohnungen unterzubringen, fand zwar grundsätzlich die Zustimmung von Sachtleber. Aber er verwies darauf, dass der Standort des Realgeländes im Regionalen Flächennutzungsplan als Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung „Einkaufszentrum“ dargestellt sei. Daher müsse auch die künftige Bebauung diese Zweckbestimmung erfüllen. „Es gibt nur wenige solcher Sonderbauflächen im Rhein-Main-Gebiet“, so Sachtleber. Und er sei sicher, dass der Investor kein Interesse an einer Wohnbebauung hätte.

Das nun vorliegende Konzept von Stadt und Grundstückseigentümer sei mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain abgestimmt. Diese Vorabstimmung auf Basis der Verkaufsflächen und einer durchgeführten Einzelhandels-Auswirkungsanalyse habe ergeben, dass das Vorhaben an diesem Standort mit dem Regionalen Flächennutzungsplan vereinbar sei, heißt es dazu in der Beschlussvorlage. Denkbar seien daher ein Fitnesscenter, Büros und Fachmärkte, erklärte Sachtleber.

Bereits vor zehn Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens einen Aufstellungsbeschluss für das Gelände beschlossen. Die Offenlage des Bebauungsplans „Zwischen Kennedystraße und Alter Kesselstädter Weg“ wurde vor vier Jahren beschlossen. Weil sich jedoch nun der Umfang des Vorhabens geändert und ein modifiziertes städtebauliches Konzept ergeben hätten, könnte das bisherige vereinfachte Bebauungsplanverfahren nicht fortgeführt werden.

Mit seinem Beschluss stimmte der Hauptausschuss nun zu, den Bebauungsplan im Regelverfahren mit Umweltprüfung sowie mit einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen. Für die Öffentlichkeit plant die Stadt sogar eine Informationsveranstaltung.

Im Ratssystem der Stadt können ein Plan und der Vorentwurf zum Bebauungsplan eingesehen werden unter www.maintal.de

Weitere Entscheidungen

  • Änderung der Friedhofsatzung: In diese Satzung soll die sarglose Bestattung, die so genannte Tuchbestattung aufgenommen werden. Dafür sprach sich der Hauptausschuss aus. Außerdem entscheidet über eine Verlängerung des Nutzungsrechts einer Grabstätte in Zukunft der Magistrat im Einzelfall.
  • Die von der Verwaltung vorgelegte Satzungsänderung für die städtischen Kitas wurde ohne Beschluss vertagt. Grund: Schon in der Beratung zu diesem Thema im Sozialausschuss fehlte die erforderliche Stellungnahme des Stadtelternbeirats. Darin sah Bürgermeisterin Monika Böttcher zwar keinen Grund, die Satzung nicht zu verabschieden. Die Ausschussmehrheit teilte ihre Ansicht allerdings nicht.
  • Der Antrag der Grünen, dass die Stadtverordneten den Hanauer Magistrat in seiner Haltung gegen den Bau eines Zwischenlagers für Atommüll in Hanau Wolfgang unterstützen sollen, fand eine Mehrheit im Hauptausschuss. Nur die CDU stimmte dagegen.
  • Der Antrag der WAM, eine kostenfreie Nutzung des öffentlichen Stadtverkehrs in Maintal zu ermöglichen, wurde ohne Beschlussempfehlung ans Stadtparlament verwiesen. Dieses tagt am Montag, 19. März.

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