Die Version des Konzepts, die der Vorstand der DLRG dem Magistrat vorgelegt hat und die auch Gegenstand im Ausschuss war, beinhaltet allgemeine Infos zum Neubau und keine Angaben zu den geschätzten Kosten. In einer ausführlicheren Ausfertigung sind allerdings konkrete Zahlen genannt. Visualisierung: DLRG

Maintal

Haupt- und Finanzausschuss stellt DLRG-Antrag zurück

Maintal. Die Maintaler Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verfolgt einen ambitionierten Plan und will ihr marodes Vereinsheim an der Dörnigheimer Braubachstraße durch einen Neubau ersetzen. Um diesen zu verwirklichen, hofft man auf eine Unterstützung durch die Stadt Maintal in Höhe von 100 000 Euro.

Von David Scheck

Doch die Lebensretter müssen warten: Der Haupt- und Finanzausschuss gab in seiner Sitzung am Mittwoch die Mittel nicht frei.

Die Geldsumme stammt aus einer Sonderzuweisung des Main-Kinzig-Kreises zur Förderung von sozialen Leistungen und stand bereits im Haushalt 2017. Der Sperrvermerk hätte nun eigentlich in der Ausschusssitzung aufgehoben werden sollen und die 100 000 Euro freigegeben werden. Komplett finanzieren wird die DLRG ihr neues Vereinsheim damit nicht, aber die Mittel wären eine wichtige Anschubfinanzierung, um die weiteren Planungsschritte voranzutreiben.

Antrag wird zurückgestelltDoch es kam anders: Eine Mehrheit des Hauptausschusses (sechs Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung) beschloss, die Magistratsvorlage zurückzustellen. Vor einer Beschlussfassung solle mit der DLRG zunächst abgeklärt werden, wie hoch die Eigenmittel sind, wie der Gesamtkostenrahmen beziffert ist und welcher Realisierungszeitraum besteht.

Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigt sich der Vorstand der DLRG-Ortsgruppe überrascht – allerdings in zweierlei Hinsicht: zum einen über das Abstimmungsergebnis, mehr aber noch über den Entscheid an sich. Denn wie DLRG-Pressereferent Marc Ansmann mitteilt, habe niemand aus dem Vorstand Informationen darüber gehabt, dass die Fördermittel auf der Tagesordnung des Hauptausschusses stehen. Im Nachhinein vielleicht ein wenig ärgerlich, denn die Vorstandsmitglieder hätten auftretende Fragen eventuell bereits in der Sitzung direkt beantworten können.Im Grunde haben sie das bereits: Wie Ansmann erläutert, hatte die DLRG dem Magistrat eine zusammengefasste Version seiner Konzeptstudie mit den wichtigsten Infos für einen Neubau vorgelegt, die dann auch Gegenstand im Ausschuss war. Das Konzept existiert allerdings auch in einer ausführlicheren Version. Darin, so Ansmann, seiendie wichtigsten Zahlen genannt.

40 000 aus eigener TascheDen Gesamtkostenrahmen, inklusive Erschließungskosten, taxiert die DLRG auf rund 400 000 Euro. Davon könnten die Lebensretter laut Ansmann etwa zehn Prozent, 40 000 Euro, aus eigener Tasche beisteuern.

Einen konkreten Zeitrahmen für den eigentlichen Bau nennt der Pressereferent nicht. Jedoch würde dieser relativ schnell über die Bühne gehen, da das neue Vereinsheim in Fertigbauweise errichtet werden soll.

Doch warum hat der DLRG-Vorstand bisher mit den Kostenzahlen öffentlich hinterm Berg gehalten? Wie Ansmann erläutert, aus einem simplen Grund: In den vergangenen Monaten waren die – ehrenamtlich tätigen – Vorstandsmitglieder, die in das Neubauprojekt eingebunden sind, damit beschäftigt, viele Klinken zu putzen. Sie waren bei der Unteren Wasserbehörde, beim Kreisbauamt, ließen klären, ob ihr Konzept stimmig ist, sprachen über Bebauungsauflagen – wegen der Nähe zum Braubach.

Zahlen sollen im Herbst vorgelegt werdenKurz gesagt: Die DLRG wollte sich erst einmal absichern, ob sie überhaupt bauen kann, bevor sie mit Zahlen an die Öffentlichkeit geht. Diese können die DLRGler dann voraussichtlich im Herbst dem Haupt- und Finanzausschuss unterbreiten, wenn dieser nach der Sommerpause wieder tagt.

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