Gute Aussichten für eine neue Unterkunft: Die derzeitige Heimstatt der DLRG an der Braubachstraße in Dörnigheim soll bald schon einem zweigeschossigen Neubau weichen. Der Haupt- und Finanzausschuss stellte hierfür die Weichen. Foto; Christian Balke

Maintal

Grundsatzdiskussion um Vereinsunterstützung im Ausschuss

Maintal. Ein Zeichen kommunalen Wohlstands ist eine gute Ausstattung lokaler Sport- und Kulturvereine. In dieser Hinsicht geht es Maintaler Vereinen grundsätzlich besser als vielen anderen. Dass sich auch die Maintaler „Füllhörner“ nur begrenzt auf die Vereine ergießen können, wurde im Haupt- und Finanzausschuss (HuFiA) klar.

Von Christian Balke

Drei Tagesordnungspunkte, die eigentlich nichts miteinander zu tun hatten, verschmolzen da zum Thema einer Grundsatzdiskussion, deren Inhalt der Grünen Stadtverordnete Friedhelm Duch folgendermaßen zusammen fasste: „Wenn wir nach den Haushaltsberatungen unsere heutigen Entscheidungen zurücknehmen müssen, weil kein Geld da ist, dann werden die Vereine enttäuscht und wütend sein“, mahnte er mehrfach, „also lassen sie uns dies bei der Entscheidungsfindung bedenken.“

Konkret ging es im Tagesordnungspunkt vier um den Neubau des DLRG-Gebäudes in der Braubachstraße, dessen Vorlage unter Aktennummer 1541/2019 geführt wird. Außerdem um eine Flutlichtanlage für den Fußball-Naturrasenplatz am Fechenheimer Weg (1547/2019) und die seit 2013 rege diskutierte Sanierung der Schießstände in der Maintalhalle (1546/2019).

400 000 Euro für das neue DLRG-Gebäude

Beeindruckt waren die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses von der Präsentation der DLRG-Delegation, die einen detaillierten Projektplan in den Ausschuss einbrachte. Seit 1973 gibt es in Maintal eines Sektion der Deutschen-Lebensrettung-Gesellschaft, die neben der Rettung Ertrinkender unter anderem Schwimmausbildung im Kinder- und Leistungsbereich und Katastrophenschutz-Dienstleistungen bei Hochwassern anbietet.

Die derzeitige Unterkunft an der Braubachstraße, sagte der stellvertretende DLRG-Vorsitzende Lars Volland bei seinem Vortrag, „wurde von uns 1992 bezogen mit der Aussicht, sieben Jahre lang genutzt zu werden“. Das Gebäude entspreche in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Anforderungen moderner Vereinsarbeit. Deshalb plant der Verein auf dem städtischen Grundstück ein zweigeschossiges, modernes Gebäude. Geplante Gesamtkosten: 400 000 Euro.

HuFiA sichert DLRG Gelder zu

An eigenem Geld hat die Ortsgruppe 75 000 Euro aufgebracht, weitere Spendenzusagen von 12 000 Euro hatten die Lebensretter im Gepäck. Außerdem Zusagen über Hilfen des Landes- und Bundesverbands.

Quer durch alle Fraktionen waren die Stadtverordneten und auch der Magistrat beeindruckt von der Art, wie die DLRG ihre „Hausaufgaben“ gemacht hatte. Deswegen blieb es nicht bei 100 000 Euro Sondergeldern, die der Haupt und Finanzausschuss bei Enthaltung der Grünen einstimmig frei gab. Sebastian Maier von der SPD hatte um eine Sitzungsunterbrechung geboten, um sich mit FDP, CDU und WAM abzustimmen. Ergebnis: Der Magistrat wird aufgefordert, in den Haushalt 2020 die Summe von 50 000 Euro zusätzlichen Geldes für die DLRG-Unterkunft einzusetzen. „Außerdem“, sagte Maier, „erhalten Sie ein zinsloses Darlehen in Höhe von 25 000 Euro, rückzahlbar innerhalb von 25 Jahren mit jeweils 1000 Euro per anno.“

Umbau bei den Schützen würde 680 000 Euro kosten

Die DLRG-Delegation ging hocherfreut. Ganz im Gegensatz zu anderen Vereinsvertretern. Genauer gesagt: Vertretern der GMS, der Gemeinschaft der Maintaler Schützenvereine, die gespannt darauf warteten, wie der Ausschuss mit den Plänen zum dringend notwendigen Ausbau der Schießstände inder Maintal-Halle verfahren würde.

Seit 2013, sagte der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber, diskutiere und verhandle er mit den Schützen über das Projekt: „Damals hätte der Umbau 360 000 Euro gekostet, heute – das ist keine gute Nachricht – würde er 680 000 Euro kosten.“ Wobei sich der Eigenanteil, den die GMS zu tragen bereit sei, nicht verändert habe: „Hier gibt es eine Zusage über 100 000 Euro.“

Schnell wurde klar, dass der Ausschuss nicht bereit sein würde, die Maßnahme am Mittwochabend zu beschließen. Wie von Friedhelm Duch vorgeschlagen, wurde der Antrag in die Haushaltsberatungen verlegt. Auch die Errichtung einer Flutlichtanlage am Fechenheimer Weg wurde in die kommende Ausschuss-Sitzung geschoben.

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