Der „Green Tower“ ist ein Wohnbauprojekt, das der Besitzer des Michel-Hotels gerne auf einer Freifläche seines Grundstücks im Dörnigheimer Westen realisieren würde. Visualisierung: Ideeplan

Maintal

Grüne sind gegen "grünen" Tower in Maintal

Maintal. Der "Green Tower" stößt trotz seiner Namensverwandtschaft vor allem den Maintaler Grünen übel auf.

Sie sind strikt gegen den Bau dieses 17-stöckigen Hochhauses auf dem Gelände des Michel-Hotels am westlichen Dörnigheimer Ortseingang, den SPD und CDU allerdings unterstützen und damit eine klare Stimmenmehrheit für das Projekt haben.

Damit der „Green Tower“ gebaut werden kann, ist eine Änderung des Bebauungsplans notwendig, die als Tagesordnungspunkt 8.2 Gegenstand der öffentlichen Stadtverordnetenversammlung am kommenden Dienstag, 11. Juni, ab 18 Uhr ist.

"Schlag gegen die Ziele"

„Das ist ein Schlag gegen die Ziele des gemeinsam beschlossenen und in einem langwierigen demokratischen Beteiligungsprozess entwickelten Stadtentwicklungskonzept für Maintal und gegen jedes Baurecht“, bewertet Hartmut König, Mitglied der Grünen im Bauausschuss, die Antragsvorlage der beiden Parteien. „Zusätzlich wird der Wert des Grundstückes, auf dem das Michels-Hotel steht, um ein Vielfaches erhöht, denn es ist schon im Besitz des Hoteleigners und soll mit 17 Stockwerken nochmal fünf Stockwerke höher sein als das daneben liegende Hochhauses aus den 60er Jahren“, erklärt er.

Der vorliegende Antrag von Christ- und Sozialdemokraten sieht vor, auf dem südwestlichen Teil des Grundstückes des Michel-Hotels, neben dem Parkplatz, ein 17-stöckiges Hochhaus zu errichten. Dieses Bauvorhaben widerspricht wesentlichen zentralen Festlegungen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts wie beispielsweise in der Regel vier Vollstockwerken.

Die Grünen sehen zudem nicht die gemeinsame Forderung nach Qualitätswachstum erfüllt. „Das heißt, dass eine objektive Qualitätssteigerung für alle Bewohner unbedingtes Ziel sein muss. Bei dem vorliegenden Antrag von CDU und SPD wird sich in keiner Weise darum bemüht, diese Zielvorstellungen umzusetzen“, kritisiert die Grünen-Fraktionsvorsitzende Monika Vogel.

Vorschriften des Baurechts verletzt

Zudem werden aus Sicht der Grünen wichtige Vorschriften des Baurechts verletzt. Ein Hausbau soll danach nicht mehr als 40 Prozent der Fläche eines Grundstückes beanspruchen. Im vorliegenden Fall wären es 80 Prozent, also eine fast vollständige Bebauung. „Es ist auch vollkommen unklar, wo die notwendigen 160 zusätzlichen Parkplätze herkommen sollen. Die größeren Grünflächen, die bei den älteren Wohnhochhäusern in Maintal üblich sind, würden fast vollständig wegfallen“, heißt es in einer Mitteilung der Partei.

Das hohe Gewinnstreben bei diesem Projekt bewirke zudem, dass sich nicht bemüht werde, den Bau städtebaulich in geeigneter Weise einzupassen. „Eine Stockwerkshöhe, die zwischen den viereinhalb Stockwerken des Michel-Hotels und dem bestehenden zwölfstöckigen Hochhaus angesiedelt ist, würde sich beispielsweise sehr viel besser in das Stadtbild einpassen.

Auch das Argument des hohen Bedarfs an Wohnungen lässt Vogel nicht gelten. „In Maintal entstehen in den nächsten fünf Jahren auf dem Eichenheege-Gelände, am Berghof in Wachenbuchen und in nachverdichteten kleineren Bereichen mehr als 500 zusätzliche Wohnungen. Das deckt weitgehend den Bedarf, der bei Erstellung des Entwicklungsplans gesehen wurde“, sagt sie.

Spannung auf Antrag

Friedhelm Duch, Mitglied der Grünen im Haupt- und Finanzausschuss, ist gespannt, wie ein nachgeschobener Antrag der SPD bewertet wird, der erst am Dienstag behandelt wird. Darin fordern die Sozialdemokraten, dass 30 Prozent sozial geförderte Wohnungen entstehen, ein Mobilitätskonzept inklusive Parkplatzkonzept gemäß Stellplatzverordnung sowie ein Energiekonzept vorgelegt werden sollen.

Punkte, die die Grünen unterstützen, „wenn das Energiekonzept klimaneutral geplant wird und wenn wir in Maintal nach einer partizipativ geführten Diskussion und einer demokratisch erfolgten Ergänzung unseres Stadtentwicklungskonzeptes selbst festgelegt haben, wo eventuell höhere Häuser mit mehr als vier Vollgeschosses städtebaulich sinnvoll sind“, so Duch.mf

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