Warb Mitte September für eine transparente, projektbezogene Politik von morgen: Philip Krämer, Landesvorsitzender der Grünen, war in Maintal zu Gast. Archivfoto: Christian Balke

Maintal

Grüne Maintal ziehen positive Bilanz der transparenten Arbeit

Maintal. Seit dem Frühjahr dieses Jahres haben die Maintaler Grünen eine neue Agenda zur Mitgliederwerbung in Kraft gesetzt. Die scheint Früchte zu tragen, wie die Redaktion in einem Gespräch mit Monika Vogel von den Maintaler Grünen erfuhr.

Von Christian BalkeDie politische Stoßrichtung ist klar: Offener, aktueller, ‧niederschwelliger, konkreter wollen die Grünen werden, um mehr Menschen für die Maintaler Politik und die ‧damit verbundenen Grünen-Standpunkte zu gewinnen.Die Zeiten für einen neuen Politikansatz scheinen nie besser gewesen zu sein, als heute, in denen den Grünen das Thema Klimaschutz die Tore zur politischen Mitte weit geöffnet hat, in Maintal und anderswo.

Wie ein neuer, offener Zugang zu Politik und politischer Mitbestimmung aussehen kann, das beschrieb in Maintal Mitte September Philip Krämer, der junge und charismatische Landesvorsitzende der Grünen. Während seines sehr gut besuchten Infoabends definierten die Maintaler Grünen mit ihren Gästen einige Punkte, die sie künftig lokal und regional vorantreiben wollen.

Am Dienstagabend trafen sich die Maintaler Grünen zur turnusmäßigen Ortsverbandssitzung, auf der erste Erfolge des neuen Maintaler Kurses laut Monika Vogel klar sichtbar wurden: „Früher saßen wir da mit fünf, sechs Leuten, heute kommen 20, die wir gerne halten möchten.“

Gespräche mit Nachhaltigkeitsexperten

Themen, die beim Besuch des Landesvorsitzenden im September angestoßen wurden, sagt Vogel, seien nach wie vor aktuell. Aber: „Eine Besucherin von damals, die sich etwa für das Thema 'Unverpackt-Laden' interessiert hatte, war diesmal nicht dabei.“

Dennoch würden die Grünen das Thema natürlich weiter diskutieren und auch eine Realisierung im Blick behalten: „Es gibt da einen Vorschlag, über bestimmte Räumlichkeiten in Bischofsheim nachzudenken.“ Allerdings sei der Weg bis zur Realisierung noch weit: „Wie zahlt man über 2000 Euro Ladenmiete? Können das mehrere Interessierte gemeinsam schultern? Wer kann uns Tipps geben, wie man so etwas erfolgreich aufzieht?“

Da seien Gespräche mit Nachhaltigkeitsexperten geplant und auch mit den Betreibern eines Hanauer Unverpackt-Ladens: „Wir bleiben weiter am Thema dran und wer mitmachen will, der kann sich bei uns melden.“Aber auch über andere Themen habe man sich bei der Ortsverbands-Sitzung intensiv unterhalten.

Deutlich mehr Bürger in den Versammlungen

Den Anwesenden habe man Einblicke in die konkrete Arbeit bei den Maintaler Grünen und den Grünen Stadtverordneten gegeben: „Die Idee ist, dass wir interessierten Bürgerinnen und Bürgern Workshops zu drei Themengebieten anbieten: Sozialpolitik, Klimapolitik und Verkehr in Maintal.“

Sie persönlich, sagt Monika Vogel, würde in dem Kontext gern mit Teilnehmern über Möglichkeiten zur Teilhabe an Maintaler Sozialpolitik sprechen und so Chancen zur politischen Mitwirkung auf lokaler Ebene aufzeigen. Sobald es Workshop-Angebote gebe, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung, werde die Partei damit an die Öffentlichkeit gehen.

Ob die neue Art der Maintaler Grünen, Politik für den Bürger zu öffnen schon als nachhaltiger Erfolg bezeichnet werden könne? „Ja, wir haben jetzt schon deutlich mehr Menschen in Versammlungen, als wir vorher hatten“, sagt Vogel, „allerdings müssen wir jetzt daran arbeiten, die interessierten, engagierten Menschen auch an uns zu binden. Das ist in der heutigen Zeit schwer.“

Über neue Wege müsste nachgedacht werden

Dies gelte nicht nur für politische Parteien, sondern für alle Arten von Vereinen und Verbänden: „Relativ junge Menschen, die voll im Beruf stehen, die oft auch Kinder haben“, sagt Vogel, „die kann man kaum noch für ein re‧gelmäßiges, nachhaltiges Engagement gewinnen. Allein schon, weil sie so einen intensiven Arbeitsalltag haben und natürlich noch Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen.“

Da müsse über neue Wege nachgedacht werden. Etwa auch über die Anregung, die der junge Landesvorsitzende Krämer in Maintal vorgetragen habe, politische „Treffen“ und Diskussionen online abzuhalten: „Ist alles denkbar“, sagt Vogel, die aber nachdenklich bleibt, „letztlich ist es aber eine schwierige gesellschaftliche Situation, mit der wir umgehen müssen.“

Dies täten die Maintaler Grünen aber auch, sagt die Mutter erwachsener Kinder und Großmutter, in der Gewissheit, sich mit der Öffnung und einem projektbezogenem Ansatz auf dem richtigen Weg zu befinden.​

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