Beim Poker um die Zukunft der Fähre ist die Stadt Maintal nur einer von vier Spielern am Tisch. Die Grünen wollen nun den politischen Druck dort erhöhen, wo sie es auch können: auf den hiesigen Magistrat. Archivfotos: Kalle

Maintal

Grüne fordern: Magistrat soll Plan für Fähre vorlegen

Maintal. Bekanntlich ruht die Fähre schon seit Mitte Oktober. Damit endlich Bewegung in die Sache kommt, wollen die Maintaler Grünen, dass der Magistrat etwas unternimmt. Der ist zwar nicht direkt zuständig, aber er soll nun tätig werden und die Initiative ergreifen. Dazu haben die Grünen einen Antrag ins Parlament eingebracht.

Von David Scheck

Über was die Stadtverordneten dann in der kommenden Sitzungsrunde Mitte dieses Monats beraten und vielleicht beschließen werden, ist die Aufforderung an die Stadt Maintal, gemeinsam mit den anderen im Boot befindlichen Institutionen – Stadt Mühlheim, Main-Kinzig-Kreis und Kreis Offenbach – einen Plan zur Wiederinbetriebnahme der Fähre vorzulegen, der sowohl eine mit den übrigen Beteiligten abgestimmte, möglichst realistische Terminplanung als auch einen Vorschlag zur Kostenverteilung erhält. Präsentiert werden soll der Plan rechtzeitig zur Sitzung des Stadtparlaments am 30. April.

Mehrere Probleme noch zu klärenZweifellos ein ambitionierter Zeitplan, das wissen auch die Grünen, die selbst zu bedenken geben, dass haushaltsrechtliche Fragen erst einmal geklärt werden müssten, sollte tatsächlich erreicht werden, dass die beiden Städte und Landkreise sich die Finanzierung der Schiffsverbindung zwischen Dörnigheim und Mühlheim teilen. Denn Besitzer der Fähre ist der Kreis Offenbach – der wie berichtet in einer Pressemitteilung im vergangenen Herbst durch die Blume deutlich machte, dass er ungern auch zukünftig der alleinige Träger sein will.

Wer sich in der Sache bislang am weitesten vorgewagt hat, ist MKK-Landrat Thorsten Stolz (SPD), der 15 000 Euro Soforthilfe für Reparaturarbeiten in Aussicht stellte. Doch beim Thema dauerhafte zukünftige Finanzierung halten sich die „großen Vier“ vornehm zurück, keiner springt auf und sagt: Wir machen es. „Deshalb geht es darum, politischen Druck zu machen“, erläutert Monika Vogel, die Fraktionsvorsitzende der Maintaler Grünen, den Vorstoß. Und Druck machen könne ihre Fraktion nun mal nur auf den hiesigen Magistrat. Denn natürlich wollten die Grünen, so Vogel, dass die Fähre so schnell wie möglich fährt – beziehungsweise perspektivisch durch eine umweltfreundliche Variante ersetzt wird.

Maintal soll nicht alleine dafür aufkommenDas Ganze allerdings nicht zu dem Preis, dass Maintal alleine dafür aufkommt. So stimmten die Grünen bei den Haushaltsberatungen im vorigen Herbst auch gegen einen Antrag der Wahlalternative Maintal (WAM). Diese hatte vorgeschlagen, Mittel in Höhe von 200 000 Euro in den städtischen Haushalt einzustellen, um davon eine neue Fähre anzuschaffen. Die Kosten hätten dann anteilig auf Maintal und Mühlheim sowie die beiden Landkreise verteilt werden sollen.

Parallel zu ihrem Antrag haben die Grünen auch eine Anfrage zum Thema Fähre in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Darin geht es um mehrere spezifische Fragen, zum Beispiel wie hoch die laufenden Betriebskosten pro Jahr zuletzt gewesen seien. Dass der Magistrat mutmaßlich auf das Fragenpaket antworten wird, dass der Kreis Offenbach dafür zuständig sei, ficht die Grünen nicht an, wie Vogel betont. Was ihre Intension ist, verdeutlichen die Grünen am besten in der schriftlichen Begründung ihres Antrags, wo es unter anderem heißt: „Wir wollen diesen Stillstand überwinden und möglichst schnell zu einer Wiederinbetriebnahme der wichtigen Fährverbindung kommen.“

Die stillgelegte Fähre wird die Maintaler Stadtverordneten und den Magistrat in der Sitzung am Montag, 19. März, etwas ausführlicher beschäftigen. Neben den Grünen hat auch die Wahlalternative Maintal (WAM) einige Fragen an den Magistrat der Stadt Maintal zur Fähre gestellt.

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