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Große Variante des neuen Maintalbads soll geplant werden - Diskussion um Schulschwimmen

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Von: Michael Bellack

Noch ein letztes Jubiläum: Nach der Sommersaison 2024 soll das Maintalbad abgerissen werden. Das 1974 angefügte Freibad ist dann 50 Jahre alt. Das Hallenbad wurde bereits 1973 errichtet. Archiv
Noch ein letztes Jubiläum: Nach der Sommersaison 2024 soll das Maintalbad abgerissen werden. Das 1974 angefügte Freibad ist dann 50 Jahre alt. Das Hallenbad wurde bereits 1973 errichtet. Archiv © AXel Häsler

Wenn schon, denn schon: Die Planungen für den Neubau des Maintalbads sollen mit einer Kombination der beiden größten vorgeschlagenen Varianten fortgesetzt werden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung am Montag beschlossen. Dafür nimmt man auch die deutlichen Mehrkosten in Kauf. Für Ärger sorgt das Thema Schulschwimmen.

Maintal – Nach jetzigem Stand wird das neue Maintalbad über 27 Millionen Euro kosten. 2018 hatte man bei den ersten Planungen den Kostenrahmen auf 20 Millionen Euro festgelegt. Dass dieser nur mit massiven Einschränkungen beim Angebot des Bades zu halten gewesen wäre, wurde bereits bei den ersten Entwürfen deutlich. Von einem „historischen Punkt“ sprach daher Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos). Der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer nannte das Großprojekt eine „Herkulesaufgabe“, die mit vielen Risiken verbunden sei. „Wir gehen das Risiko ein, dass es noch wesentlich teurer wird, als es auf dem Papier steht“, machte Schäfer klar. Aber: „Wir wollen dieses Maintalbad, wir sind mutig und gehen voran.“

Auch aus Kostengründen wurden bereits in den Vorplanungen Abstriche gemacht. Die ursprünglich gewünschte Sauna wird es wohl vorerst nicht geben. Das neue Bad soll aber so geplant werden, dass in Zukunft weitere Bauabschnitte ohne größere Umbaumaßnahmen hinzugefügt werden können. Ein Änderungsantrag der Grünen, wonach bei der Raumplanung auch Räumlichkeiten für gewerbliche Anbieter zum Beispiel aus dem Fitnessbereich geplant werden sollen, fand keine Mehrheit. Angenommen wurde der Antrag, wonach bei der Planung alle sinnvollen Möglichkeiten geprüft werden sollen, klimaschonend zu bauen. „Alle Gebäude, die wir errichten, werden für die Zukunft gebaut und müssen höchsten Standards entsprechen. Das Architekturbüro wird berücksichtigen, was State of the Art ist für den Klimaschutz“, stellt Bürgermeisterin Böttcher klar.

Da sich das in den 70er-Jahren errichtete Maintalbad an einem idealen Standort auf dem Gelände befindet, soll der Neubau auch genau dort entstehen. Das führt zur Frage der Umsetzung des Bauablaufs. Zwei Möglichkeiten wurden im Vorfeld genannt: Entweder das Maintalbad wird komplett geschlossen und abgerissen, oder es werden während der einzelnen Bauphasen Interimslösungen geschaffen. Um den Betrieb auch während der Bauphase aufrechterhalten zu können, müsste ein temporäres Hallensystem über dem Freibadbecken errichtet und gemietet werden. Das würde jedoch Mehrkosten in Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro verursachen – und die Bauzeit voraussichtlich um neun Monate verlängern. Das wiederum könnte zu einer weiteren Preissteigerung führen.

Für Unverständnis sorgte dabei die Stellungnahme des Main-Kinzig-Kreises zum Schulschwimmen. Dieser hatte Wichtigkeit des Schulschwimmens hervorgehoben und sich für die kostenintensive Interimslösung ausgesprochen. Ausweichmöglichkeiten für Maintaler Schüler gebe es nicht. Finanziell beteiligen würde sich der Kreis allerdings nur anteilig im Umfang der Nutzung durch das Schulschwimmen. Aus Sicht der Parlamentarier nicht akzeptabel. „Da lässt uns der Kreis im Regen stehen“, sagte Thomas Schäfer, der vom Kreis forderte, sich mit dem Schulträger um mögliche Alternativen zu kümmern. Denkbar könnte sein, das Schulschwimmen in anderen Klassenstufen durchzuführen. „Wenn der Kreis sagt, er braucht das Schulschwimmen, dann soll er die Mehrkosten bezahlen“, sagte Friedhelm Duch (Grüne).

Daher folgten die Stadtverordneten der Beschlusslage aus dem Ausschuss für kommunale Investitionsprojekte. Das Maintalbad soll geschlossen und die Bestandsgebäude und Freibadflächen abgerissen und anschließend neu erreichtet werden. „Damit wird ein optimaler Bauablauf erzielt. Denn Abbruch und Neubau des Bades können ohne Unterbrechung erfolgen. Störungen im Bauablauf sind demnach nicht zu erwarten“, heißt es in dem Beschluss. Die komplette Bauzeit beträgt circa 24 bis 28 Monate.

Der Magistrat wird aufgefordert, mit dem Kreis nach Lösungen zu suchen, um das Schulschwimmen in anderen Schwimmbädern außerhalb Maintals sicherzustellen. Außerdem soll geprüft werden, ob das Hallenbad bereits vorzeitig in Betrieb genommen werden kann.

Bevor die Arbeiten mit dem Abriss des Bestandsgebäudes beginnen können, muss noch die Frage des steuerlichen Querverbundes geklärt werden. Der Baubeginn erfolgt daher frühestens nach dem Ende der Freibadsaison im Oktober 2024.

Von Michael Bellack

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