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Freiwillige Feuerwehr Hochstadt feiert 100-jähriges Bestehen mit Festakt im Gerätehaus

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Staatssekretär Stefan Sauer verleiht den Hochstädter Wehrleuten zum 100. Geburtstag die Ehrenplakette des Landes Hessen.
Staatssekretär Stefan Sauer verleiht den Hochstädter Wehrleuten zum 100. Geburtstag die Ehrenplakette des Landes Hessen. © Bettina Merkelbach

Ein Jahrhundert für die Sicherheit der Hochstädter – die Freiwillige Feuerwehr Hochstadt hat ihr 100-jähriges Bestehen mit einem großen Geburtstagsfest gefeiert. Dem Anlass entsprechend war die Liste der Gratulanten und Ehrengäste lang und das festlich geschmückte Feuerwehrgerätehaus an der Hanauer Straße voll besetzt. Denn zusätzlich zum Jubiläum gab es gleich mehrere Gründe zum Feiern:

Maintal – Staatssekretär Stefan Sauer verlieh den Hochstädter Wehrleuten zum 100. Geburtstag die Ehrenplakette des Landes Hessen für Feuerwehr-Fördervereine, die Stadtbrandinspektor Holger Martiker, sein Stellvertreter Stefan Koller und der Hochstädter Wehrführer Lukas Nöthlich entgegennahmen. Der Staatssekretär, brachte zudem den Förderbescheid zum Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses in Hochstadt mit. Letzteres freute besonders Bürgermeisterin Monika Böttcher. Denn die Maintaler Feuerwehr steht vor großen Aufgaben. Das Wachstum der Stadt erfordert den Ausbau aller vier Stadtteil-Wehren.

Die Hochstädter sind in der glücklichen Situation, dass am bisherigen Standort Platz für eine Erweiterung ist. „Aber was nützt die beste Ausrüstung, wenn es an Aktiven fehlt?“, fragte Böttcher und bedankte sich bei den aktiven Helfern und deren Familien.

„Hundert Jahre Freiwillige Feuerwehr – das ist keine Selbstverständlichkeit, heute nicht, und vor hundert Jahren auch nicht“, betonte Staatssekretär Bauer die Bedeutung der ehrenamtlichen Brandschützer. Durch die Erreichbarkeit rund um die Uhr und das große technische Know-how sei das Engagement nicht mit anderen Ehrenämtern vergleichbar. „Ihr Engagement aus der Gesellschaft für die Gesellschaft ist unersetzbar“, so Sauer. Landrat Thorsten Stolz überbrachte die Glückwünsche des Kreises und bescheinigte der Hochstädter Feuerwehr, dass sie bestens aufgestellt sei. „Mit 40 Aktiven und einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit seid ihr eine schlagkräftige Truppe.“ Vor allem die Größe und das Engagement des Fördervereins belege die „enorme Verankerung in der Gesellschaft“, endete Stolz.

Angefangen hat es mit einer einfachen Pumpe

Die Geschichte der Hochstädter Feuerwehr ist daher untrennbar mit der Geschichte des Stadtteils. 1923 mit 100 Freiwilligen nach einer Einwohnerbefragung gegründet, sah sich die Feuerwehr, die die Pflichtfeuerwehr ablöste, schwierigen Voraussetzungen gegenüber: Inflation, die französische Besatzung des Ruhrgebiets, wenige Jahre später der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Die Ausrüstung war einfach und bestand zunächst nur aus einer Pumpe. Die ersten Fahrzeuge kamen erst 1944. In der Nachkriegszeit fehlte es an Nachwuchs. Doch die Aufgaben wuchsen. 1955 bekam die Wehr ein Fahrzeug aus Flughafenbeständen. Aus dieser Zeit auch in Erinnerung: der Brand des alten Rathauses. In den 1960er Jahren wuchs die aktive Mannschaft auf 38. Und auch der Förderverein zählte fast 100 Mitglieder. Seit der Stadtgründung 1974 rücken die Feuerwehren der vier Stadtteile zusammen. 1975 wurde die erste Feuerwehrwache gebaut, in den Folgejahren die Ausrüstung professionalisiert.

Umzug an jetzigen Standort im Jahr 1999

Die Feuerwehr ist aber auch mit ihren Festen wie der Zeltkerb fester Bestandteil des Stadtteils. 1999 zogen die Aktiven an ihren jetzigen Standort.

Seitdem wächst das Aufgabenspektrum kontinuierlich, und die Freiwillige Feuerwehr ist zum Beispiel auch zum Katastrophenschutz und auf dem Main im Einsatz. Dafür wurden über die Jahre hinweg weitere neue Fahrzeuge angeschafft, wie etwa das Teleskopgelenkmastfahrzeug, mit dem die Hochstädter im ganzen Kreis zu Einsätzen hinzugezogen werden. Dadurch bleibt die Freiwillige Feuerwehr Hochstadt auf dem neuesten Stand der Technik und setzt mittlerweile sogar eine Drohne ein, um Brände und Gebäude zu erkunden.

Vorteil: Wehren der Stadtteile teilen sich die Ausrüstung

Von großem Vorteil ist dabei, dass sich die Wehren der vier Stadtteile ihre Ausrüstung teilen. Und auch personell werden meist Einsatzkräfte aus ganz Maintal angefordert. Daher sollen künftig mehr hauptamtliche Feuerwehrleute eingestellt werden, die die Ehrenamtlichen unterstützten, die zusätzlich zu Beruf und Familie Außergewöhnliches leisten.

Kreisbrandmeister Volker Achtert (links) überreicht die Feuerwehrmedaille in Silber an Michael Harnisch.
Kreisbrandmeister Volker Achtert (links) überreicht die Feuerwehrmedaille in Silber an Michael Harnisch. © Bettina Merkelbach

Stellvertretend für die Hochstädter Wehr verlieh daher Kreisbrandmeister Volker Achtert Michael Harnisch die Feuerwehrmedaille des Kreisfeuerwehrverbands in Silber für besondere Verdienste. Als weitere Ehrengäste nahmen Landrat a.D. Karl Eyerkaufer, das Hochstädter Prinzenpaar Gerd I. und Tanja II. und die Hochstädter Weinkönigin Bettina I. an der Jubiläumsfeier teil. Der Förderverein hatte zum 100-jährigen Bestehen groß aufgeboten: Nach den Grußworten der Ehrengäste gab es ein Buffet, eine große Getränkeauswahl, eine Tombola, Geschenke für die Gäste und als besonderes Highlight einen Popcorn-Stand und einen Eiswagen vor dem Gerätehaus. Die zahlreichen Gäste waren nach der Corona-Zwangspause aber einfach froh, sich wiederzusehen und miteinander zu feiern. (Von Bettina Merkelbach)

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