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Im Goldenen Büchern der Stadt haben sich Prominente verewigt

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Bürgermeisterin Monika Böttcher gewährt einen Einblick in das Goldene Buch der Stadt Maintal, in dem sich auch ein Eintrag des Ehrenbürgers Helmut Hellmessen findet. Foto: Kalle
Bürgermeisterin Monika Böttcher gewährt einen Einblick in das Goldene Buch der Stadt Maintal, in dem sich auch ein Eintrag des Ehrenbürgers Helmut Hellmessen findet. Foto: Kalle

Maintal. Prominente aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen haben sich hier versammelt. Der ehemalige SPD-Bundeskanzler Willy Brandt steht neben dem Unternehmer Dr. Jürgen Heraeus, Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki neben der Weltfußballerin Birgit Prinz.

Von Martina Faust

Dazwischen finden sich aber ebenso Vertreter von Maintaler Vereinen. Sie alle sind vereint im Goldenen Buch der Stadt Maintal.

Der Eintrag in ein Goldenes Buch ist ein Privileg, das besonderen Gästen und Bürgern einer Stadt oder Gemeinde vorbehalten ist. Vielfach gibt es dafür besondere protokollarische Regeln. In Maintal hingegen sieht man die Sache nicht so eng. Es gibt auch keine festen Kriterien für die Entscheidung, wer seine Unterschrift auf einer der Seiten der beiden ledergebundenen Folianten hinterlassen darf. Denn tatsächlich verfügt Maintal gleich über zwei Goldene Bücher, wobei die Bezeichnung sinnbildlich zu verstehen ist. Doch zumindest die Einprägung auf dem aktuellen Band ist gülden.

Das erste Goldene Buch datiert auf die Gründung der Stadt Maintal 1974. Wer es durchblättert, findet auf den ersten Seiten Portraits der vier Stadtteile in akkurater kalligraphischer Schrift, ergänzt durch die Wappen. Überhaupt sind die Seiten mit großer Sorgfalt gestaltet – einem Goldenen Buch angemessen. „Eine Dame aus Hochstadt übernimmt das für uns“, erklärt die städtische Pressesprecherin Nicole Bilz. Doch die Künstlerin möchte namentlich nicht genannt werden.

Lafontaine macht den ersten Eintrag

Es folgen Darstellungen der zahlreichen ortsansässigen Gewerbebetriebe. Seite um Seite. Ein Blick auf die Namen zeigt die Vielfalt des wirtschaftlichen Lebens in Maintal – aber auch dessen Wandel. Denn eine Vielzahl der Betriebe, oft kleine oder mittlere Familienunternehmen, existieren schon nicht mehr.

Den ersten Eintrag einer Persönlichkeit durfte Saarbrückens Oberbürgermeister Oskar Lafontaine am 14. März 1977 vornehmen. Es folgen verschiedene Minister des Landes Hessen, aber ebenso die Damen-Handball-Nationalmannschaft aus den USA und die wohl bekannteste Persönlichkeit: Willy Brandt, der sich am 9. September 1978 ins Goldene Buch der Stadt Maintal einschrieb.

Birgit Prinz gleich zweimal drin

Das zweite Goldene Buch beginnt im Jahr 1981 mit einem Eintrag des hessischen Innenministers Ekkehard Gries. Bei der Durchsicht fällt schnell auf, dass es in den Jahren 1987 bis 1993 keinen Gast gab, der sich hier niederschrieb. Die Gründe dafür sind unbekannt. Erst danach werden die Einträge wieder häufiger – und auch prominenter. In riesigen Lettern dominiert die Unterschrift des mittlerweile verstorbenen Literaturpapstes Marcel Reich-Ranicki die Seite. Gemeinsam mit seiner Frau Teofila war er am 2. August 2001 anlässlich der Ausstellung „Bilder aus dem Warschauer Ghetto“ zu Besuch in Hochstadt.

Gleich zweimal durfte die aus Dörnigheim stammende Ex-Nationalspielerin Birgit Prinz zum Füller greifen – einmal, als die deutsche Frauenfußballmannschaft bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille holte, und ein weiteres Mal im Oktober 2003 nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Auch Maintals Ehrenbürger Helmut Hellmessen verewigte sich anlässlich seines 80. und 90. Geburtstages in dem schweren Band.

Der letzte Eintrag stammt vom Bürgermeister der französischen Partnerstadt Luisant, Bertrand Massot, der am 13. Januar zu Gast im Rathaus war. Noch steht die Unterschrift nackt auf der Seite, doch auch sie wird demnächst von einem aufwändig kalligraphisch gestalteten Text, der Auskunft über den Anlass des Besuchs gibt, veredelt. Wie sich das für ein Goldenes Buch gehört.

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