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Glasfaser-Ausbau stockt: Baumängel verzögern weitere Arbeiten in Hochstadt und Wachenbuchen

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Die Gemeinde Großkrotzenburg wünscht sich einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser. Allerdings kämpfen hier zwei Bewerber um die 40 Prozent-Marke, die für die Umsetzung nötig ist.
Der Glasfaser-Ausbau in Maintal läuft nicht wie gewünscht. © dpa

Surfen mit Bandbreiten von bis zu 1000 Mbit/s, ruckelfreies Streamen und Videokonferenzen ohne eingefrorene Gesprächspartner – darauf müssen viele Hochstädter und Wachenbuchener, die sich im vergangenen Jahr für einen Wechsel zu Deutsche Glasfaser entschieden haben, weiterhin warten. Denn der Glasfaser-Ausbau in den beiden Stadtteilen ist ins Stocken geraten.

Maintal – Der Grund: Die Stadt vergibt dem Bauunternehmen Verne derzeit keine Genehmigungen für weitere Aufbrucharbeiten. Eine Anfrage der SPD in der Stadtverordnetenversammlung im Dezember beantwortete der Magistrat damit, dass bei Aufbrüchen und beim Verschließen der Flächen „erhebliche Mängel“ vorhanden seien. Diese seien bisher noch nicht vollständig beseitigt worden, sodass keine Abnahme der Asphaltflächen erfolgen könne.

Bis die Mängel beseitigt seien, könne die Stadt keine weiteren Aufbruchgenehmigungen erteilen. „Sobald die Flächen mängelfrei wieder hergestellt sind und durch den Fachdienst Tiefbau des Eigenbetriebs Betriebshof abgenommen wurden, werden wieder Aufbruchgenehmigungen erteilt, um den Glasfaserausbau fortzusetzen“, sagt die Stadt auf Anfrage.

Tatsächlich beklagen einige Facebook-Nutzer aus Wachenbuchen die mangelhafte Verschließung der Oberflächen und wunderten sich schon vor der geplanten Winterpause, wohin die Bautrupps unverrichteter Dinge verschwunden seien. Einige berichten von notdürftig abgesperrten Löchern, von Parkverbotsschildern, die nach wochenlanger Untätigkeit wieder abgeholt worden seien, und Leerrohren, die vergeblich auf ihren Einbau warteten.

Andere posten Bilder von provisorisch mit Platten verschlossenen Gehwegen. Weitere beschwichtigen: „Schönheitsarbeiten“ würden ohnehin erst zum Schluss gesammelt erledigt. Die Hoffnung, dass im Zuge das Glasfaser-Ausbaus löcherige Wege ausgebessert werden, dürfte sich damit nicht bewahrheiten. Denn aus Sicht der Stadt seien die Mängel dann behoben, wenn die „provisorischen Oberflächen mindestens so wiederhergestellt sind, wie sie vor dem Ausbau vorgefunden wurden“.

Doch der unfreiwillige Baustopp ist nicht die erste Hürde auf dem Weg zum Hochgeschwindigkeitsinternet in Hochstadt und Wachenbuchen: In der sogenannten Nachfragebündelungsphase wurde die Mindestquote nicht erreicht. Und zwischenzeitlich beschwerten sich Hochstädter über das Baumaterial, das den Parkplatz am Waldsportplatz blockierte. Die derzeitige Zwangspause bringt nun zusätzlich den Zeitplan durcheinander. Der sei wegen der fehlenden Aufbruchsgenehmigungen und der Bauverzögerungen nicht mehr einzuhalten. Derzeit, so Deutsche Glasfaser, seien erst 25 Prozent der Haushalte von Hochstadt und Wachenbuchen ausgebaut.

Dennoch zähle Qualität vor Schnelligkeit. Daher müsse die Planung angepasst werden. Um trotzdem nicht zu viel Zeit zu verlieren, arbeite der Baupartner Verne an der Mängelbeseitigung, sodass die Bauarbeiten „Richtung Q3 2022“ abgeschlossen werden könnten. Damit wäre der Ausbau zwei bis drei Monate später abgeschlossen als geplant. Die ersten fertiggestellten Gehwege und Straßenzüge würden „in Kürze“ der Stadt Maintal übergeben.

Von Bettina Merkelbach

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