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Gewerbegebiet Ost: Breitbandausbau wird teuer

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Wird es um das Thema Breitbandausbau im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim bald totenstill? Der Kreis sagt, prinzipiell könne die Breitband Main-Kinzig die Unternehmen allesamt mit Direktanschlüssen versorgen – wenn die Stadt sie dazu beauftrage. Foto: Kalle
Wird es um das Thema Breitbandausbau im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim bald totenstill? Der Kreis sagt, prinzipiell könne die Breitband Main-Kinzig die Unternehmen allesamt mit Direktanschlüssen versorgen – wenn die Stadt sie dazu beauftrage. Foto: Kalle

Maintal. Alle Gewerbegebiete im Kreis verfügen über Breitbandinternet  - alle bis auf eins: das Gewerbegebiet Ost. Dort würde ein Breitbandausbau nach ersten Schätzungen rund 400 000 Euro kosten. Doch bis es soweit kommt, ist es noch ein langer Weg.

Von David Scheck

Alle Gewerbegebiete im Main-Kinzig-Kreis verfügen inzwischen über Breitbandinternet, sagt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern – alle bis auf eins: Nicht nur die IHK, auch die Stadt Maintal würden im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim den Glasfaserausbau gerne voranbringen. Doch das scheint nicht so einfach. Es hakt, wie so oft, am Geld.

50 Megabit pro Sekunde: Das ist derzeit der Versorgungsgrad im östlichen Maintaler Gewerbegebiet. Doch der Anspruch vieler Firmen, oder, wie es die IHK nennt, der „Hunger nach Breitband“, wächst. Waren 50 Megabit gestern viel, sind sie morgen schon zu wenig.Sache hat einen HakenSchon in einem ersten Gedankenaustausch im vergangenen Herbst bekräftigten die IHK und die Stadt ihre Absicht, die im Dörnigheimer Gewerbegebiet klaffende Breitbandlücke zu schließen. Für dieses Jahr habe man sich dazu gemeinsam vorgenommen, eine Informationsveranstaltung für Unternehmen im Gewerbegebiet Ost, die an hohen Bandbreiten interessiert sind, zu organisieren.Allerdings hat die Sache einen Haken: Ein Breitbandausbau im Gewerbegebiet Ost wird nicht billig, erste Schätzungen belaufen sich laut Angaben der Stadt Maintal auf 400 000 Euro. Stemmen müsste diese Investition die Stadt und nicht etwa der Netzbetreiber, in diesem Fall die Breitband Main-Kinzig GmbH, mit der Gespräche dazu geführt wurden.

Erst jüngst erfahren?Wie die Kreis-Pressestelle mitteilt, hatte Landrat Erich Pipa (SPD) mit allen Bürgermeistern noch vor Beginn des Ausbaus vereinbart, dass der Kreis den Breitbandausbau in Wohngebieten finanziere, für Gewerbegebiete habe die jeweilige Kommune zu zahlen. Im Maintaler Rathaus will man jedoch laut schriftlicher Mitteilung gegenüber unserer Zeitung erst im vergangenen Dezember davon erfahren haben.„Diesen für uns neuen Sachverhalt müssen wir nun rechtlich sorgfältig prüfen“, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Da diese Mittel im Maintaler Haushaltsplan für 2017 nicht vorgesehen sind, sei es zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar, ob – und wenn ja, wann – eine Umsetzung möglich werde.Thema wird diskutiert„Zudem können wir den Auftrag zur Umsetzung aus vergaberechtlichen Gründen nicht ohne vorherige öffentliche Ausschreibung vergeben. Das Thema Breitbandausbau wollen wir in den politischen Gremien zur Diskussion stellen“, so die Stellungnahme des Rathauses weiter.Prinzipiell könne die Breitband Main-Kinzig die Unternehmen allesamt mit Direktanschlüssen versorgen, so die Kreis-Pressestelle, wenn die Stadt sie beauftrage. Sollte Maintal aber für den Ausbau noch Fördermittel für sich beantragen wollen, brauche die Stadt zunächst ein neues, eigenes Markterkundungsverfahren für den Bereich des Gewerbegebiets. Das sei in den Vergaberichtlinien rechtlich eindeutig geklärt. Der Main-Kinzig-Kreis warte daher im Moment auf eine klare Nachricht, wie die Stadt Maintal weiter vorgehen wird.Vectoring möglich?Über den Glasfaserausbau hinaus wollte die Stadt prüfen lassen, ob das Gewerbegebiet Ost ein geeignetes Pilotgebiet sein könnte, um erste Schritte hin zum Vectoring zu unternehmen.Im Laufe der Gespräche mit der Breitband GmbH habe sich allerdings herausgestellt, dass der Anbieter ein Pilotprojekt mit der neuen Technologie des Vectorings nicht durchführen könne. Wie die Kreis-Pressestelle dazu mitteilt, sprächen rechtliche Vorgaben der EU dagegen.

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