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Gelegenheit für Fragen: 70 Bürger erhalten Infos vom Magistrat

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Erster Stadtrat Ralf Sachtleber beantwortete sachkundig die Bürgerfragen und stellte das Konzept zur Stadtentwicklung vor. Foto: Kalle
Erster Stadtrat Ralf Sachtleber beantwortete sachkundig die Bürgerfragen und stellte das Konzept zur Stadtentwicklung vor. Foto: Kalle

Maintal. Für Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) war es die erste Bürgerversammlung, die nicht unter freiem Himmel stattfand. Sie zeigte sich am Ende zufrieden über den Abend und über die Resonanz bei den Bürgern. Die konnten zwar Fragen stellen, aber das Schwerpunktthema Stadtentwicklungskonzept blieb dennoch abstrakt.

Von Monica BieleschEinige Bürger nutzten die von der Stadt angebotene Gelegenheit und kamen früher ins Bürgerhaus, um sich an Stellwänden zum Thema integriertes Stadtentwicklungskonzept zu informieren.

„Immerhin schön bunt“, meinte ein Besucher zu den aufgehängten Plänen, mit denen versucht wurde, die Leitziele für die einzelnen Stadtteile darzustellen.Trotz bunter Flecken zu abstraktDie Erläuterungen darauf blieben trotz bunter Flecken auf den Plänen leider zu abstrakt. Andreas Frölich, Sprecher der Stadtleitbildgruppe Wachenbuchen, versuchte Freunden und Bekannten nach bestem Wissen die einzelnen Pläne zu erläutern. Er war der Einzige, der sich um Erklärung der Plakate bemühte, während die Bürgermeisterin den Filmern vom Stadtparlamentsfernsehen ein Interview gab.

Erster Stadtrat Ralf Sachtleber leitete mit einem Vortrag über die Ergebnisse des integrierten Stadtentwicklungskonzepts die Versammlung schließlich ein. Es sei der vorläufige Abschluss eines langen Bürger-Beteiligungsprozesses, betonte Sachtleber. In Arbeitsgruppen und Workshops hätten Bürger, Kommunalpolitiker und Verwaltung das Konzept erarbeitet.Sechs LeitzieleDieses Konzept soll die räumliche Entwicklung Maintals in den kommenden zehn bis 20 Jahren beschreiben. Das Motto für die entwickelten Leitlinien lautet: „Vielfalt ist die Stärke“. Die Vision: Maintal ist eine lebendige, vielfältige Stadt im Grünen mit großstädtischer Infrastruktur für Einheimische und Zugezogene.

Aus dieser Vision und sechs Leitzielen habe die Politik nun ein Handlungskonzept beschlossen. „Politik und Verwaltung werden dieses Handlungskonzept nun abarbeiten“, kündigte er an. Einzelne Projekte seien schon im Haushalt eingeplant. Als Beispiele für anstehende Projekte nannte der Stadtrat den Ortseingang von Dörnigheim, wo es nun ein Konzept zur Aufwertung des Real-Geländes gebe. In nächster Zeit werde das Planungsrecht geschaffen.

Konzept für neue Gewerbefläche in BischofsheimIn Bischofsheim arbeite die Stadt aktuell an einem Konzept zur Vermarktung von 20 Hektar neuer Gewerbefläche. Der Magistrat werde jährlich über die Entwicklungen informieren, jeder Bürger könne sich weiter einbringen. Zu seinem Vortrag hatte nur Andreas Frölich die Frage, was mit den sozialen Schwerpunkten des Stadtleitbildprozesses nun geschehe. Aktuell werde eine Bilanz dieses Prozesses erarbeitet, eine Broschüre dazu sei in Arbeit, informierte Sachtleber.

In der anschließenden Fragerunde zeigte sich, dass die Probleme der Bürger konkreter sind. Das Musik-Corps Bischofsheim und die dortige Senioren-Gymnastikgruppe suchen langfristig neue Räumlichkeiten, weil sie aus dem Feuerwehrgerätehaus, das saniert wird, raus müssen. Ihnen sagte Sachtleber Unterstützung bei der Suche zu. Dem Musik-Corps war es als bislang einzigem Verein gelungen, über 100 Stimmen bei der Beteiligungsplattform „maintalmachtmit“ für ihren Vorschlag zum Neubau eines Vereinshauses in Bischofsheim zu erringen. „Wie geht es nun damit weiter?“, wollte die Jugendwartin Joy Coulton wissen.Rasende Autofahrer am Dörnigheimer WegDie Verwaltung berate intern über diesen Vorschlag, dann soll es einen Workshop mit dem Verein geben, um gemeinsam eine Beschlussvorlage für das Stadtparlament zu erarbeiten. „Danach ist es eine politische Entscheidung“, erklärte Sachtleber. Auch drei Seniorinnen der Gymnastik-Gruppe, die aus der Feuerwehr weichen muss, fragten nach Raum-Alternativen. Sachtleber zeigte sich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde.

Für Anja Leiß, Anwohnerin des Dörnigheimer Wegs, die sich über rasende Autofahrer in der 30er-Zone beklagte, hatte der Stadtrat eine gute Nachricht. Noch in 2018 soll ein erster Abschnitt, zwischen dem Rewe und dem Kreisel an der Goethestraße verkehrsberuhigt um- und ausgebaut werden. Ein zweiter Abschnitt werde 2019 in Angriff genommen. „Dazu wird es in den nächsten Wochen eine Infoveranstaltung im Stadtteilzentrum geben“, kündigte er an.Parkplatz-Problem am Bahnhof Ost kommt zur SpracheEinem Bürger, der fehlende Parkplätze für die Berufspendler am Bahnhof Ost beklagte, gab der Stadtrat den Rat, besser mit dem Bus zum Bahnhof zu fahren. Allerdings sei auf der Südseite des Bahnhofs nun ein Parkhaus geplant. Ab 2019 will die Stadt ein solches auf dem Gelände, wo jetzt noch eine alte Lagerhalle steht, bauen.

Wie die Stadt plane, das erhöhte Verkehrsaufkommen auf der Berliner Straße aufgrund der Neubau-Gebiete an der Eichenheege zu kanalisieren, fragte ein anderer Bürger. Dazu soll zusätzlich von der Neckarstraße und Lahnstraße ein Anschluss an die Berliner Straße entstehen, so Sachtleber.Zustand am Opel-Eck „beschämend“Auch der Stand der Planungen zur Gestaltung des Ortseingangs in Dörnigheim am Real interessierte die Bürger. Der bauliche Zustand mit der Parkplatz-Wüste, dem Supermarkt und dem Opel-Eck sei „beschämend“, meinte Sachtleber und berichtete von „positiven Signalen“ der neuen Real-Eigentümer.

Die hätten einen fünfstelligen Betrag zur Verfügung gestellt, um die Planungen zu ermöglichen. „In absehbarer Zeit“ soll es sichtbare Fortschritte geben. Nach nur knapp 90 Minuten konnte Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser die Versammlung beenden.

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