Im kommenden Jahr oder möglicherweise auch erst 2020 soll ein E-Bus ähnlich wie dieser auf der Linie MKK-22 zwischen Wachenbuchen und Dörnigheim zum Einsatz kommen. Um welches Modell es sich genau handeln wird, steht noch nicht fest. Archivfoto: PM

Maintal

Geld für E-Bus-Anschaffung: Stadtverkehr Maintal erhält Förderung

Maintal. Das Thema Elektromobilität im Maintaler Busverkehr wird konkreter: Das Land Hessen fördert die Anschaffung eines Elektrobusses mit 204 000 Euro.

Von David Scheck

Für diese Förderung hatte die Stadt nach entsprechendem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag gestellt, der nun vom zuständigen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung positiv beschieden wurde. Im kommenden Jahr oder eventuell erst 2020 soll der Bus als Pilotprojekt dann auf der Linie MKK-22 zum Einsatz kommen.

Die Stadt will mit ihrem eigenen Verkehrsunternehmen, dem Stadtverkehr Maintal (SVM), in die E-Mobilität einsteigen und die Voraussetzungen sind gut: Das Liniennetz des SVM eigne sich gut für den Einsatz von Elektrobussen, hatte eine in Auftrag gegebene und ebenfalls vom Land geförderte Studie ergeben. Doch die Anschaffungskosten sind nach wie vor sehr hoch, ein elektrisch betriebener Bus kostet etwa doppelt so viel wie ein Modell mit herkömmlichem Dieselantrieb.

Programm des Land Hessen fördert Einstieg in den umweltfreundlicheren ÖPNV

Das Land Hessen will den Kommunen beim Einstieg in den umweltfreundlicheren ÖPNV unter die Arme greifen und hat deshalb ein Förderprogramm gestartet. Dafür stehen jährlich fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Förderprogramm übernimmt das Land nach Angaben des Verkehrsministeriums 40 Prozent der Mehrkosten, die im Vergleich zu einem herkömmlichen Bus entstehen. Ebenso trägt das Land 40 Prozent der Kosten für die nötige Lade-Infrastruktur. Beim SVM freut man sich erwartungsgemäß sehr über die finanzielle Förderung. Es sei ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung E-Mobilität im Stadtverkehr. Auch wenn die Zuwendung ein Anschub ist, bleibt es beim vorgesehenen Zeitplan: Bereits bei der Vorstellung der Studie im vergangenen Februar hatte Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) darüber informiert, dass der E-Bus als Pilotprojekt voraussichtlich 2019 oder Anfang 2020 eingesetzt werden soll.

Derzeit werde eine europaweite Ausschreibung für die Anschaffung vorbereitet, nach deren Ergebnis zu Beginn des neuen Jahres eine Bestellung erfolgen könnte. Marke und Modell des Busses stünden daher noch nicht fest. „Was wir bereits sagen können: Es wird ein zwölf Meter langer E-Bus sein, der über Nacht auf dem Gelände des Eigenbetriebs Betriebshof aufgeladen werden soll“, so der SVM gegenüber unserer Zeitung. Für die Anschaffung müsse der Stadtverkehr mit Kosten in Höhe von derzeit rund 500 000 Euro rechnen – nur für den E-Bus, ohne die nötige Lade-Infrastruktur. Die jährliche Wartung und Instandhaltung werden mit knapp 10 000 Euro zu Buche schlagen.

E-Bus soll zwischen Wachenbuchen und Dörnigheim eingesetzt werden

Eingesetzt werden soll der E-Bus auf der Linie MKK-22 zwischen Wachenbuchen und Dörnigheim. Diese rund neun Kilometer lange Strecke ist die kürzeste im Liniennetz des SVM und war deshalb auch ausgewählt worden. Beim Einsatz des E-Busses handele es sich um ein Pilotprojekt, um die Alltagstauglichkeit zu testen, so der Stadtverkehr Maintal.

Sofern die SVM-Busflotte grundsätzlich auf die neue Technik umgestellt werden soll, sei ein vorheriger Technologievergleich erforderlich. Denn die für den Pilotbus vorgesehene Nachtladetechnik lasse sich aktuell nur auf der kürzesten Linie realisieren. In einer Machbarkeitsstudie wurde deshalb ermittelt, welche alternativen Antriebe zu den spezifischen Gegebenheiten des Maintaler Liniennetzes (lange Streckenumläufe, etwa bei der Linie MKK-23) passen und welcher Lade-Infrastruktur es bedarf. In Frage kämen demnach Busse mit Batterie- oder Brennstoffzellenbetrieb, teilt der SVM mit. Auf Basis der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie könne dann die Entscheidung für eine der Technologien getroffen werden. Die Studie werde zeitnah vorgestellt, so die Stadt Maintal.

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