Die B-Jugendlichen von Germania Dörnigheim haben Apothekerin Ceylan Uzun mit einem Blumenstrauß überrascht. Sie spendierte neue Trainingsutensilien für die Jugendkicker, die nun mit dem Schriftzug ihrer Apotheke werben. Foto: Kalle

Maintal

Fußballclubs greifen bei Sponsorensuche auf lokale Firmen zurück

Maintal. Vereine und Betreuer im Amateurfußball sind ständig auf der Suche nach Sponsoren, die die Kicker mit Trainingsutensilien und Ähnlichem versorgen. Wir haben uns bei den Maintaler Vereinen Kewa Wachenbuchen und Germania Dörnigheim erkundigt, wie die Sponsorensuche abläuft.

Von Michael Bellack

Kürzlich durfte sich die B-Jugend von Germania Dörnigheim über eine komplett neue Ausstattung, bestehend aus Trainingsanzüge, Jacken und Taschen, freuen. Bedanken können sie sich dafür bei ihren Betreuern und bei einer örtlichen Apotheke.

„Ich bin immer auf der Suche nach Sponsoren“, berichtet Vedat Kolbudak. Er stellte den Kontakt zu einer Apotheke in Bischofsheim her, deren Schriftzug nun auf den nagelneuen Trainingsutensilien prangt.

Wolfgang Marx, Vorsitzender und Jugendleiter der Germanen, weiß, wie wichtig die Eigeninitiative der Betreuer im Jugendbereich ist: „Es ist nicht einfach, immer Sponsoren zu finden.“ Im Jugendbereich treten meist Eltern oder Verwandte der Fußballer, die ein Unternehmen haben, als Sponsoren auf und spendieren beispielsweise neue Trikots. Beim Nachbarn Kewa Wachenbuchen ist das nicht anders. „Das läuft in der Jugend oft über Eltern, die Kontakte herstellen“, berichtet Paul Fels, bei der Kewa für Werbepartner verantwortlich. Auf die Bezeichnung „Werbepartner“ legt er viel wert: „Die Unternehmen profitieren ja auch von der Zusammenarbeit.“

Die Kewa bietet für in Frage kommende Unternehmen Werbepakete in verschiedenen Größenordnungen an. Ansprechen will man damit mögliche Partner in Maintal und der Umgebung. „Der Link zu lokalen Unternehmen muss da sein“, weiß auch Marx. Nur so hätten beide Seiten etwas von einer Zusammenarbeit.

Schließlich müssen in einem Fußballverein, das ist bei anderen Sportvereinen nicht anders, Hunderte Sportler ausgestattet werden. Allein 16 Jugendteams hat die Germania. Immense Kosten also, die in regelmäßigen Abständen auf den Verein zukommen. „Der Verein steuert natürlich immer etwas bei. Wenn sich kein Sponsor findet, wird die Ausrüstung auch mal komplett finanziert“, erzählt Marx. Dies sei aber in Dörnigheim zum Glück nur selten der Fall: „Es könnte einfacher sein, aber wir können uns nicht beschweren.“ Auch in Wachenbuchen ist man mit dem Engagement der hiesigen Geschäftsleute zufrieden. „Ausbaufähig ist das natürlich immer, wir sind insgesamt aber sehr zufrieden“, gibt Fels zu Protokoll.

Damit die Gönner möglichst lange an Bord bleiben und den Verein unterstützen, richtet die Germania in jedem Jahr ein Sponsorenessen aus. „Wir versuchen, die Kontakte zu hegen und zu pflegen, und holen alle an einen Tisch“, sagt Marx. Beide Vereine verfügen über eine Datenbank, in der mögliche Sponsoren aufgeführt werden.

Während bei den Jugendteams die verschiedensten Sponsoren für einzelne Trikotsätze, Trainingsanzüge oder Sporttaschen aufkommen, ist bei den Senioren meist nur ein Hauptsponsor aktiv. „Die Kosten für Trainingsmaterialien und Ausrüstung werden zum Großteil davon abgedeckt“, so Marx.

Wichtig sei ein einheitliches Auftreten der ersten und zweiten Mannschaft vor und nach den Spielen oder bei Vereinsveranstaltungen. „Das wird gewünscht, ist aber keine Pflicht bei uns“, sagt Fels von der Kewa. Besonderen Wert lege man aber auf einheitliches Auftreten beispielsweise bei der Stadtmeisterschaft, wenn auch viele Menschen und Firmen aus der Stadt vor Ort sind. Dass die Spieler im gesamten Verein ein und denselben Ausrüster haben, hält Fels nicht für möglich: „Wir sind ja nicht in der Bundesliga.“

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