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FSV-Vorsitzender tritt auf Jahreshauptversammlung zurück

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Jürgen Hapke (Zweiter von rechts) und Irmgard Rohrbach sind wenige Augenblicke nach ihrer Wiederwahl von ihren Vorstandsposten beim FSV Bischofsheim zurückgetreten. Spielausschuss Klaus Pawlytko, zweiter Vorsitzender Andreas Rohrbach und Jugendleiter Souliman Attanin (von links) bleiben Mitglieder des Hauptvorstands. Archivfoto: Kalle
Jürgen Hapke (Zweiter von rechts) und Irmgard Rohrbach sind wenige Augenblicke nach ihrer Wiederwahl von ihren Vorstandsposten beim FSV Bischofsheim zurückgetreten. Spielausschuss Klaus Pawlytko, zweiter Vorsitzender Andreas Rohrbach und Jugendleiter Souliman Attanin (von links) bleiben Mitglieder des Hauptvorstands. Archivfoto: Kalle

Maintal. Bei der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung des FSV Bischofsheim ist Jürgen Hapke als erster Vorsitzender zurückgetreten. Auch Irmgard Rohrbach, erste Kassiererin, stellte ihr Amt zur Verfügung. Beide waren erst unmittelbar zuvor wiedergewählt worden.

Von Michael Bellack

Eigentlich lief alles ordnungsgemäß ab bei der jährlichen Mitgliederversammlung. Jürgen Hapke stand als einziger Kandidat für das Amt des ersten Vorsitzenden zur Wahl. Mit 42:16 Stimmen wurde er in seinem Amt bestätigt, drei Enthaltungen gab es bei der geheimen Abstimmung. Auch die erste Kassiererin Irmgard Rohrbach wurde wiedergewählt. Erst beim letzten Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ nahm das Unheil seinen Lauf.

Führungsstil wurde kritisiert„Es gab diverse Diskussionen über meinen Führungsstil“, so Jürgen Hapke, der in einer Pressemitteilung von „sehr heftigen und sehr persönlich geführten Diskussionen“ spricht. „Es gab viele kleinere, verschiedene Dinge. Ich würde alles alleine entscheiden und es gebe keine Möglichkeit zu partizipieren“, umreißt Hapke die Vorwürfe.

Michael Röhrig, Spielausschussvorsitzender des Fußball-Gruppenligisten, sprach von einer fünfköpfigen Gruppe, die ihren „berechtigten oder auch unberechtigten Unmut“ kundtat. „Das ist auch völlig legitim. Aber wie das passiert ist, das war nicht in Ordnung“, so Röhrig.

Unstimmigkeiten zwischen Spielern und Trainern in der JugendEin großer Streitpunkt soll die Jugendarbeit bei den Bischofsheimern gewesen sein, konkret die A-Jugend. Kurz vor der JHV war diese vom Spielbetrieb zurückgezogen worden, da nicht genügend Spieler zur Verfügung standen. Zwischen Spielern und Trainern habe es diverse Unstimmigkeiten gegeben, die in Beleidigungen weit unter der Gürtellinie geendet haben sollen.

Eine halbe Stunde dauerte das hitzige Wortgefecht bei der Versammlung, dann verkündete Hapke seinen Rücktritt. „Ich werde den Verein nicht gegen so heftigen Widerstand führen“, teilte er unserer Zeitung mit. Das Wohl des Vereins gehe vor, persönliche Unstimmigkeiten hätten daher keinen Platz. Hapke war 2009 zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Seit seinem achten Lebensjahr war der heute 52-Jährige – bis auf kurze Ausnahmen als aktiver Spieler – Mitglied bei den „Fröschen“. Aus Solidarität zu Hapke stellte auch Irmgard Rohrbach ihr Amt zur Verfügung.

Verein muss aufglöst werden, wenn sich kein neuer Vorstand findetDer FSV steht nun vor einem großen Problem. Der geschäftsführende Vorstand besteht derzeit nur noch aus dem zweiten Vorsitzenden Andreas Rohrbach, der die Geschicke kommissarisch mit dem Ältestenrat leiten muss. Innerhalb von vier Wochen muss sich ein neuer Vorstand finden. „Wir sind momentan führungslos und offiziell nicht geschäftsfähig“, weiß Röhrig. Findet sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung kein neuer Vorstand, steht der Verein vor der Auflösung.

Wer die beiden wichtigsten Posten im Klub übernehmen soll oder will, steht noch in den Sternen. Hapke wird sich auf keinen Fall mehr zur Wahl stellen, auch wenn sich kein anderer Kandidat finden sollte. „Die Kritik steht ja weiter im Raum. Da sollen sie erstmal zeigen, dass sie es besser können“, sagt er in Richtung seiner Kritiker. Röhrig hat derweil Bedenken, ob sich jemand für die vakanten Posten finden wird: „Meckern können viele. Wenn dann ein Ehrenamt übernommen werden soll, haben sie alle plötzlich keine Zeit mehr.“ Er hat Verständnis für Hapkes Rücktritt: „Wenn man ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, hat man irgendwann keinen Bock mehr.“

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