Wahlalternative Maintal
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Monika Vogel und Berit Prell treten für die Maintaler Grünen bei der Kommunalwahl am 14. März an.

Kommunalwahl 2021

Frauen in der Maintaler Politik: Monika Vogel und Berit Prell vertreten zwei Generationen der Grünen

  • vonBettina Merkelbach
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Die beiden trennt eine Generation, aber in den Themen sind sie sich einig: Monika Vogel, Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Maintaler Grünen, und Berit Prell treten zur Kommunalwahl am 14. März an, um sich für Maintaler Kinder und Familien stark zu machen.

Maintal – Beide Politikerinnen eint das Ziel, sozialpolitische Themen wie den Ausbau der Kinderbetreuung, die generationenübergreifende Vernetzung und die Gleichberechtigung von Frauen voranzubringen – heute wie vor 35 Jahren, als Monika Vogel, die mittlerweile zu den Institutionen der Maintaler Kommunalpolitik zählt, zu den Grünen kam.

Die Motivation für unser politisches Engagement ist die gleiche, obwohl sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen inzwischen stark verändert haben“, sagt die 67-Jährige, die ihren Weg ins Stadtparlament über die Gründung des Stadtelternbeirats gefunden hat und seitdem nicht müde geworden ist, sich für ein kinder- und familienfreundlicheres Maintal einzusetzen.

Maintal: Berit Prell will sich für junge Familien einsetzen

Berit Prell tritt heute mit den gleichen Zielen auf dem fünften Listenplatz zur Kommunalwahl an. Als 28-jährige Mutter erlebt sie, worunter viele Maintaler Familien leiden: Sie findet nur schwer einen Betreuungsplatz ab dem dritten Geburtstag ihrer kleinen Tochter. Damit wird der Wiedereinstieg ins Berufsleben – Berit Prell ist gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau und arbeitet bei der Raiffeisen Waren-Zentrale in Hanau – schwierig. Ihr politisches Engagement kann sie zeitlich nur stemmen, weil sie sich die Kinderbetreuung mit ihrem Mann teilt und ihre Eltern an den Wochenenden einspannen kann.

Berit Prell

Doch nicht nur die angespannte Betreuungssituation ist für die junge Mutter Ansporn, sich politisch zu engagieren. Sie möchte auch frühkindliche Bildungsangebote ausbauen. „Hier gibt es kaum etwas für Eltern und kleine Kinder. Ich musste für alles aus Maintal raus, nach Bruchköbel, Hanau, Frankfurt“, sagt sie. „Aber ich will mich eben nicht einfach immer nur beschweren, sondern aktiv werden, damit sich hier mehr für junge Familien tut.“ „Extrem grün“ aufgewachsen sei sie, sagt Berit Prell. Da lag der Weg in die Partei, der schon ihr Vater angehörte, nahe.

Monika Vogel kehrte SPD den Rücken

Als Monika Vogel zu Bündnis 90 / Die Grünen stieß, war Ganztagsbetreuung außerhalb der Familie allerdings noch lange kein Thema. Auch sie wuchs in einer politischen Familie auf, als das älteste von sechs Kindern. Ihr Vater war ein stadtbekannter Sozialdemokrat. „Da bin ich mit 16 logischerweise zu den Jusos gegangen“, erzählt die mittlerweile verrentete Pädagogin. Als sie einige Jahre später enttäuscht aus der SPD austrat, wollte sie sich außerparlamentarisch engagieren. Doch als die Grünen ins Maintaler Stadtparlament einzogen, wurde sie angesprochen, ob sie kandidieren wolle. Seitdem hat sie einiges erreicht, auf das sie stolz ist.

Monika Vogel

Zum Beispiel auf die mit 47,8 Prozent höchste Frauenquote auf den Listen für die anstehende Kommunalwahl. „Trotzdem sehe ich auch hier Entwicklungen, von denen ich dachte, wir hätten sie längst hinter uns“, kritisiert sie die sich in der Pandemie vielerorts retraditionalisierende Rollenverteilung. „Wir sind in der Realität noch ganz weit weg von einer Gleichstellung.“ Sie will vor allem jungen Frauen wie Berit Prell Mut machen, sich mehr einzumischen: „Weibliche Politik hat einen anderen Stil, den wir dringend brauchen.“

Familie und Politik müssen unter einen Hut gebracht werden

Dass Frauen in den Maintaler Gremien häufig unterrepräsentiert sind, liegt ihrer Meinung nach daran, dass sich politisches Engagement nur schwer mit der Mehrfachbelastung vieler junger Frauen vereinbaren lässt. „Sie sind oft berufstätig, teilen sich die Kinderbetreuung aber selten partnerschaftlich. Ich konnte das, weil meine Mutter babygesittet hat und die Grünen bei Bedarf einen Babysitter oder eine Babysitterin bezahlt haben“, erzählt sie.

Berit Prell stimmt ihr zu: „Es ist sehr viel Organisation und klappt auch nur, weil mein Mann und meine Eltern die Kinderbetreuung ganz selbstverständlich übernehmen, wenn ich wie zum Beispiel jetzt im Wahlkampf Termine habe.“

Kinderbetreuung in Maintal wird ein politischer Schwerpunkt

Entlasten würde da vor allem eine Kinderbetreuung, die sich an der Lebenswirklichkeit junger Familien orientiert. „Der Betreuungsengpass ist ein riesiges Problem, das wir durch den Neubau von Kitas alleine nicht lösen. Wir brauchen mehr Erzieherinnen und Erzieher“, sagt Vogel. Das neue Familienzentrum Eichenheege könne nur sukzessive geöffnet werden, weil das Personal fehlt.

„Das wird ein Schwerpunkt der kommenden Legislaturperiode: Was müssen wir tun, um mehr Personal zu rekrutieren und zu halten? Das ist nur mit größeren Ausbildungskapazitäten und einer Aufwertung des Berufsbildes zu schaffen – aber das lösen wir nicht alleine in Maintal.“ Was Monika Vogel außerdem vorantreiben will, ist das Miteinander verschiedener Generationen, ob in Form von Wunschgroßeltern-Projekten oder Kooperationen zwischen Kitas und Seniorenheimen. „Auch bei den anstehenden Wohnprojekten gilt es, generationenübergreifende Projekte wie Mehrgenerationen-Häuser, autofreie Zonen und Treffpunkte für Alt und Jung mitzudenken“, sagt sie mit Blick auf die zahlreichen Bauvorhaben, die in den Startlöchern stehen.

Vandalismus an Wahlplakaten

Gleich mehrere Wahlplakate der Maintaler Grünen sind offenbar mutwillig zerstört worden, teilt die Partei auf Facebook mit. Demnach wurde aus drei Plakaten in der Nähe des Bahnhofs Maintal-Ost in Dörnigheim der Kopf des Grünen-Kandidaten Ahmet Cetiner herausgeschnitten. „Wir sind im Wahlkampf einiges gewöhnt, was zerstörte oder entwendete Plakate angeht“, schreiben die Grünen, „diesen Vorfall aber werden wir zur Anzeige bringen, zumal wir nicht nur mit politischen Motiven rechnen müssen.“ bel

Ein beschädigtes Wahlplakat der Grünen

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