Ein eingespieltes Team: Ursula Aurbek (Zweite von rechts) mit Brigitte Loewen (von links), Brigitte Gorda und Frieda Völker vom Kaffeeklatsch der Bürgerhilfe. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal

Frauen- und Gleichstellungsbüro pflanzt Linde für Ursula Aurbek

Maintal. Die Tische sind mit Liebe gedeckt, es duftet herrlich nach selbstgebackenem Kuchen und frisch gebrühtem Kaffee. Etwa 20 Senioren haben an diesem Mittwochnachmittag den Weg in den Versammlungsraum der Bürgerhilfe Maintal an der Neckarstraße gefunden, plaudern mit ihren Tischnachbarn, lachen laut.

Von Carolin-Christin Czichowski

Zwischen all dem Gemurmel huscht Ursula Aurbek durch den Raum und schenkt den Senioren Kaffee nach. Seit 16 Jahren ist sie die gute Seele des monatlichen Kaffeeklatschs der Bürgerhilfe, hält das Team zusammen und sorgt bei den Besuchern für gute Laune.

„Für das soziale Engagament muss man geboren sein“, sagt Gisela Krüger. Sie kommt seit fast 20 Jahren zu den regelmäßigen Treffen der Bürgerhilfe, um Kuchen zu essen und sich nicht zuletzt bei einer Tasse Kaffee zu unterhalten. „Ursula Aurbek und das Team sorgen immer für eine gute Stimmung und dafür, dass man sich wohlfühlt.“ Das sieht auch Inge Hahn so: „Ich komme gerne hierher, das lasse ich mir nicht nehmen.“

„Das ist eine ganz besondere Auszeichnung“

Dass sich die Senioren beim Kaffeeklatsch der Bürgerhilfe so wohl fühlen, liegt nicht zuletzt an Ursula Aurbek und ihrem Engagement. Dafür wird die 65-Jährige nun von der Stadt Maintal ausgezeichnet, im Frauenhain wird ihr zu Ehren eine Linde gepflanzt. „Das ist eine ganz besondere Auszeichnung“, sagt sie. „Ich werde die Linde bestimmt oft besuchen und schauen, wie sie sich entwickelt.“

Ausgezeichnet wird die Maintalerin für mittlerweile 38 Jahre Ehrenamt in den verschiedensten Institutionen. Angefangen hat alles im Jahr 1981 als Kassierein beim „Mini Club“ in Dörnigheim. Dort hat sich Ursula Aurbek zum ersten Mal in Maintal ehrenamtlich engagiert. Mittlerweile ist die Liste der Tätigkeiten der heute 65-Jährigen lang. Darauf stehen unter anderem der Turnverein und die Sängervereinigung Hochstadt sowie die evangelische Kirchengemeinde in Hochstadt. Von 2000 bis 2009 war Aurbek zudem ehrenamtliche Schöffin am Hanauer Landgericht.

Ehrenamt als Hilfe, um in Hochstadt Fuß zu fassen

„Ich habe ehrenamtliches Engagement von klein auf gelernt“, erklärt die gebürtige Sankt-Goarshausenerin. „Mein Vater war Hobby-Imker und hat sich im Bienenzuchtverein engagiert. Für mich war es schon früh normal, ehrenamtlich tätig zu sein“, sagt sie. Als sie schließlich 1978 aus Rheinland-Pfalz nach Hochstadt zog, war daher schnell klar, dass sie auch in ihrer neuen Heimat mit anpacken möchte. Nach der Arbeit als Kassiererin beim „Mini Club“, einer Betreuungseinrichtung für Kinder, folgten Ämter im Schulelternbeirat sowohl der Fritz-Schubert- als auch der Albert-Einstein-Schule. „Die Ehrenämter haben mir gewissermaßen auch geholfen, in Hochstadt Fuß zu fassen“, sagt sie.

Aktuell engagiert sie sich in vier Einrichtungen: Als Kassiererin und Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes im Turnverein Hochstadt, als Vorsitzende bei der Sängervereinigung Hochstadt, bei der Bürgerhilfe und im „Cafair“ der evangelischen Gemeinde Hochstadt sowie dort seit März 2018 auch als ehrenamtliche Küsterin. „Es macht Spaß und ich mache es gerne“, sagt die zweifache Mutter und Großmutter. „Meine Familie hat mich manches Mal aber darum gebeten, doch nicht zu einer Versammlung zu gehen, aus Angst, dass ich mit dem nächsten Amt nach Hause komme“, sagt sie und lacht.

„Denn ich bin auch sehr naturverbunden.“

All ihre Ehrenämter hat die 65-Jährige, die mittlerweile in Dörnigheim lebt, während ihrer Vollzeitarbeit als Rechtsanwaltsfachangestellte ausgeübt. Trotz der Dreifachbelastung – Job, Familie und Ehrenamt – hat sie sich immer auch Zeit für sich selbst genommen. „Ich backe und koche gerne, singe in Chören“, sagt sie. „Außerdem fahre ich viel Fahrrad und bin gern draußen.“ Schon allein deshalb freut sie sich über die Linde, die bald für sie im Frauenhain gepflanzt wird. „Denn ich bin auch sehr naturverbunden.“

Ursula Aurbek und zwei weitere Maintalerinnen, Gisela Schnatterbeck und Barbara Soff, werden im Kontext des Weltfrauentages für ihr ehrenamtliches Engagement mit einer Linde im Frauenhain geehrt. Jedes Jahr finden solche Baumpflanzaktionen statt, organisiert vom städtischen Frauen- und Gleichstellungsbüro. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 10. März, um 14 Uhr im Frauenhain am Leinpfad statt.

Das könnte Sie auch interessieren