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Frank Lehmann schwingt bei Auktion der Maintaler Lions den Hammer

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Fernsehprofi Frank Lehmann hatte bei der Auktion im Rathaus in Hochstadt alles im Griff und natürlich immer wieder einen passenden Spruch auf Lager. Foto: Habermann
Fernsehprofi Frank Lehmann hatte bei der Auktion im Rathaus in Hochstadt alles im Griff und natürlich immer wieder einen passenden Spruch auf Lager. Foto: Habermann

Maintal. Der Maintaler Lions-Club machte das nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal: Für einen wohltätigen Zweck versteigerte er im Maintaler Rathaus in Hochstadt Bilder, die russische Kinder gemalt haben. Genauer: behinderte Kinder und Waisen aus St. Petersburg.

Von Rainer Habermann

Am Sonntag schlug – ebenfalls zum wiederholten Male – der HR-„Börsenguru“ Frank Lehmann den Hammer auf den Tisch und betätigte sich als Auktionator: mit sprichwörtlich durchschlagendem Erfolg. Rund 2500 Euro betrug am Ende der Erlös aus der Bilder-Versteigerung, die dem „Zentrum für kreative Rehabilitation geistig und körperlich behinderter Kinder“ in der russischen Metropole zugutekommt.

„60 Euro. Höre ich da mehr? Jetzt lassese mich doch net so zappele! Ja, 80? 100 Euro? 100 Euro zum Ersten, zum Zweiten, net doch noch jemand mehr? Der noble Herr dort vielleicht? Nein? Und: zum Dritten! Für 100 Euro an die adrette Dame dort.“ Das wiederholt sich gefühlte tausendmal am Sonntagnachmittag im Saal unter der Decke des Rathauses. Der „alte Börsenfuchs“ Lehmann unterlegt jeden Aufruf mit einem neuen, mehr oder weniger witzigen, aber immer humorvollen Spruch.

Natürlich lässt er auch einen losen Vers zu Bürgermeisterin Monika Böttcher fliegen. Diese hatte die Auktion gemeinsam mit dem derzeitigen Präsidenten des Maintaler Lions-Clubs, dem Isländer Ingi Thorbergsson, eröffnet. Lehmanns Kommentar: „Sie sind Bürgermeisterin, ich bin Journalist. Vom Märchenerzählen verstehen wir beide eine ganze Menge.“

Dabei war Böttcher doch ganz artig gewesen und hatte, ans Publikum gewandt, schlicht gehofft: „Herr Lehmann wird, da bin ich mir sicher, Ihre Sinne und Ihr Herz für die Bilder – und hoffentlich auch Ihre Geldbörse – öffnen.“ Die beiden kabbelten sich weiter, denn Böttchers langjähriger Vorgänger im Amt, Erhard Rohrbach, seines Zeichens ebenfalls Lions-Mitglied, war im Saal. „Kennt ihr euch eigentlich?“, lautete Lehmanns ziemlich frotzelige Frage an die Bürgermeisterin. „Ja“, kam die eher verhaltene Antwort. „Wir reden sogar miteinander“, hatte der Ex-Rathauschef die Lacher dann auf seiner Seite.

Der 60-jährige CDU-Politiker kommt übrigens noch zu anderen Ehren und Würden: Im Juni wird Rohrbach Thorbergsson als Präsident an der Spitze des Maintaler Lions-Club ablösen. Bezeichnenderweise hieß das zweite versteigerte Bild „Frühling“. Denn der schimmerte schon mächtig durch die Fenster des Rathauses. Gemalt hat es eine 17-Jährige aus dem fernen St. Petersburg, das durch solche Aktionen – wie jene der Lions-Clubs – vielleicht in den Herzen der Menschen etwas näher rückt. Drei attraktive Damen aus der uralten Zaren- und heute zweitgrößten Millionenstadt Russlands, an der Mündung der Newa in die Ostsee, brachten jedenfalls auch das Land etwas näher. Und den dortigen Lions-Club, der sich „Goldener Pelikan“ nennt.

Armine Oganesyan, Elena Ovchinnikova und Heidi Larionova überreichten kleine Geschenke an den deutschen Partnerclub in Maintal. Wie schon in den Jahren 2003 und 2008, als ähnliche Auktionen in Maintal stattfanden. Das Wertvollste aber, das sie mitbrachten, waren putzige und schöne Gemälde und Zeichnungen. „Viele hier sagen, sie könnten sich gar nicht vorstellen, dass diese Bilder von Kindern gemalt sind“, waren sich Böttcher und das Publikum einig. Wie der „Goldene Pelikan“, seit 2003 internationaler Partnerclub der Maintaler Lions, arbeitet, beschrieb dessen Koordinatorin Oganes-yan: „Wir haben zwei Hauptprojekte für die wundervollsten Wesen dieser Welt: für Kinder. Eines besteht darin, behinderten und Waisenkindern die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle, ihre Gedanken in Bildern auszudrücken. Dafür bezahlen wir Lehrer in verschiedenen Einrichtungen. Weiterhin haben wir ein professionelles Audio-Studio für blinde oder sehbehinderte Kinder eingerichtet. Wer weiß, wie Tonstudios aufgebaut sind, weiß auch, wie teuer das ist.“

Eine Maintalerin sorgte bei der ganzen Veranstaltung noch für den entsprechenden „guten Ton“ im Rathausfoyer, auch wenn ihn schon Lehmann ganz ordentlich getroffen hatte. Aber weniger im musikalischen Sinn. Annika Klar, eine begnadete Jazz-, Soul- und Blues-Sängerin aus Bischofsheim, zauberte mit ihrer phantastischen Stimme und sieben Jazz-Musikern, der Senior 7 Swing Band, absolute Wohlfühlatmosphäre in die Frühlingsluft. Nicht nur mit der Nummer „Bei mir bist du scheen“.

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