Nach 14 Jahren als Inhaberin des kleinen Fischgeschäfts muss Maria Agosta kürzer treten. Noch hat sie die Hoffnung, dass sich ein Interessent findet, der ihr Geschäft weiter betreiben möchte. Foto: Gepperth

Maintal

"Fischfrau" Maria Agosta gibt den Laden "La Espanola" auf

Maintal. Seit vielen Jahrzehnten gibt es das kleine Fischgeschäft „La Espanola“ in Bischofsheim. Es ist eine Institution. Doch nun hat sich Inhaberin Maria Agosta dazu entschieden, das Geschäft zu schließen. Auch, wenn ihr die Entscheidung nicht leichtgefallen ist und sie gerne einen Nachfolger gehabt hätte.

Von Jan-Max Gepperth

In Bischofsheim ist der kleine Laden nur als „die Fischfrau“ bekannt. Seit 14 Jahren lenkt Maria Agosta, die eigentlich aus Sizilien kommt, die Geschicke im „La Espanola“. „Meine Vorvorgängerin war Spanierin, daher der Name“, erklärt die sympathische Ladeninhaberin.

Bereits seit zwei bis drei Jahren spielt Agosta mit dem Gedanken, das Geschäft aufzugeben, jedoch brachte sie es bisher nicht übers Herz. Die Kunden seien ihr so wichtig und die Arbeit mache ihr zu viel Spaß. „Es ist einfach vielseitig. Man kocht, verkauft und hat viel Kontakt mit Leuten. Das gefällt mir sehr.“ Während sie berichtet, spürt man die Begeisterung, die von der Arbeit in ihr hervorgerufen wird.

AufopferungDoch so ein Laden bedeute eben auch sehr viel Aufopferung. „Ich bin hier alleine mit meiner Tochter. Wir machen das zu zweit“, sagt die Sizilianerin. Daher sei man einfach nicht so flexibel. Ende vergangenen Jahres musste Agosta operiert werden und hätte eigentlich zu Hause bleiben sollen. Trotzdem hielt sie es zu Hause nicht aus und stand im Geschäft. „Ich konnte meine Tochter nicht allein lassen. Außerdem laufen die Spesen ja auch weiter. Und man muss bedenken: Was ist, wenn die Kunden sich in der Zeit, in der wir geschlossen haben, entscheiden, woanders hinzugehen?“

Diese Entscheidung, sich nach der Operation nicht zu schonen, war das einschneidende Ereignis. Es gab den Ausschlag, sich intensiver mit der Frage auseinanderzusetzen, ob sie das Geschäft noch weiterführen kann. Also suchte Agosta im Januar dieses Jahres das Gespräch mit ihrer Tochter. Beide kamen zu dem Entschluss, dass sie das Geschäft aufgeben.

Den besten Backfisch„Am liebsten wäre es mir, wenn sich jemand fände, der den Laden übernimmt“, gesteht Agosta. „Aber ich kann das einfach nicht mehr leisten.“ Sowohl sie als auch ihre Tochter haben sich für die Zeit nach der Schließung bereits auf Teilzeitstellen beworben. Sie wolle ja arbeiten, aber in diesem Umfang sei ihr das nicht mehr möglich.

Zwei Wochen soll das Geschäft noch geöffnet bleiben, das neben frischem Fisch auch eine überschaubare Auswahl an mediterraner Wurst und Antipasti, aber auch Nudeln, Eiern oder Zitronen bietet. Zudem stehen auch kleinere Gerichte wie Backfisch oder Calamari auf der Karte, die vor Ort gegessen oder mitgenommen werden können; alles nach eigener Rezeptur. „Die Leute sagen mir immer, dass wir den besten Backfisch haben“, sagt Agosta strahlend.

Nachfolger gesuchtDaher ist sie sich auch sicher, dass die Kunden begeistert wären, wenn sich jemand fände. „Dauernd fragen mich die Leute, ob ich nicht doch weiter mache oder jemanden gefunden habe.“ Generell habe sie viele Stammkunden. Teilweise gebe es sogar Menschen, die bereits zu ihr kommen, seit sie in dem Laden arbeite. „Das ist, was ich am meisten vermissen werde“, sagt sie.

Agosta sei dazu bereit, die komplette Einrichtung zu übergeben und an den potenziellen Nachfolger zu verkaufen. Bis Mitte Juli habe sie noch Zeit, jemanden zu finden, der das „La Espanola“ weiter betreiben wolle. Ansonsten müsste das Traditionsgeschäft zum ersten August geräumt sein. Interessenten erreichen Agosta unter den Telefonnummern 0 61 09/6 27 46 oder 0 15 77/ 2 91 94 35.

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