Das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser will in den Maintaler Gewerbegebieten Glasfaser direkt bis in die Unternehmen legen. Das Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim wartet schon lange auf eine schneller Internetanbindung. Foto: Häsler

Maintal

Firma aus Borken will Firmen schnelles Internet ermöglichen

Maintal. Mit drei Vertretern war die Deutsche Glasfaser Holding GmbH kürzlich in Maintal bei der Jahresauftaktveranstaltung der Wirtschaftsförderung. Sie präsentierten den anwesenden Unternehmern ihre Produkte und versprachen ihnen ein „Giga-Netz“, mit Internetverbindungen von einem Gigabit pro Sekunde.

Von Monica Bielesch

„Die Deutsche Glasfaser ist auf uns zugekommen“, leitete Anke Prätzas von der Wirtschaftsförderung den Vortrag des Telekommunikationsunternehmens kürzlich im Maintaler Rathaus ein. Dann ergriffen Eileen Andonov und Kornel Helios von der Deutsche Glasfaser (DG) das Wort. Die beiden Vertriebler zeigten in einer Grafik die Maintaler Gewerbegebiete, die sie mit einem Glasfasernetz versorgen wollen: Gewerbegebiet West (Bischofsheim), Ost (Dörnigheim) und Mitte. Sie seien dabei, in persönlichen Gesprächen mit allen ansässigen Unternehmern und Gewerbetreibenden das Potenzial zu ermitteln. Denn: „Wir brauchen eine gewisse Quote“, so Andonow.

Maintal ist die erste KommuneAuf Nachfrage teilte ein Sprecher des Unternehmens nach der Veranstaltung dem TAGESANZEIGER mit, dass seine Firma Anfang April 2017 die „Nachfragebündelung“ gestartet habe und seitdem vertrieblich in den Maintaler Gewerbegebieten aktiv sei. „Im Zuge der Bündelung soll jedes Unternehmen besucht und beraten werden“, so die Auskunft. Maintal ist demnach die erste Kommune im Main-Kinzig-Kreis, in der die Deutsche Glasfaser aktiv wird. Für das zweite Quartal 2018 seien weitere Gewerbegebiete in Planung, jedoch noch nicht spruchreif.

Dass im Main-Kinzig-Kreis mittlerweile fast flächendeckend Breitbandinternet zur Verfügung steht, ficht die Deutsche Glasfaser, die 2001 in Holland gegründet wurde und 2016 einen Umsatz von rund 26 Millionen Euro gemacht hat, nicht an. Sie wollen bereits heute den Bedarf von morgen decken, teilen sie mit, indem sie Bandbreiten von 200 Megabit bis zehn Gigabit pro Sekunde garantieren. Nur mit kupferfreien Glasfaseranbindungen bis in die Unternehmen sei die Internetverbindung langfristig Terabit-fähig, wirbt die DG.

Unternehmen hatte sich mit der Stadt ausgetauschtVor einem Jahr noch führte die Stadt Maintal Gespräche mit der Breitband Main-Kinzig GmbH über einen Ausbau im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim. Geschätzte 400 000 Euro hätte ein solcher Ausbau die Stadt gekostet. Nun macht es die Deutsche Glasfaser umsonst. Das Unternehmen hätte sich mit der Stadt über die „Rahmenbedingungen für den Ausbau“ ausgetauscht. Es gebe keine Beauftragung vonseiten der Kommune, so der DB-Sprecher. Aktuell liegen die Übertragungsraten in Dörnigheim bei bis zu 50 Megabit pro Sekunden im Download.Das Geschäft muss sich für den Telekommunikationsanbieter aus Borken allerdings rechnen. Bis Ende April noch müssen sich etwa 30 Prozent der ansässigen Unternehmen für einen Glasfaservertrag mit der Deutschen Glasfaser entscheiden. Dann könnte noch in diesem Jahr der Ausbau beginnen.

Es dauere knapp sechs bis neun Monate bis ein Kunde am Netz sei, versprach Andonov bei der Veranstaltung der Maintaler Wirtschaftsförderung. Auf Nachfrage des TAGESANZEIGER zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich, dass sie in Maintal „die nötige Unterstützung für den Ausbau erhalten“ würden. Kostenpunkt für die Kunden – je nach gebuchtem Paket: zwischen 250 und 1000 Euro im Monat. Würden sich genug Kunden finden, sei durchaus angedacht, die Erweiterung im Gewerbegebiet West in Bischofsheim mit zu erschließen, ließ der Glasfaser-Sprecher verlauten. Auf die Frage nach einem Glasfasernetz für Privathaushalte heißt es, dass die Deutsche Glasfaser grundsätzlich sehr interessiert daran sei, Privatleute mit ihren Anschlüssen bis in die Häuser zu versorgen. „In Maintal müsste geprüft werden, ob die Marktgegebenheiten es zulassen.“

Magistrat begrüßt PläneDer Maintaler Magistrat begrüße die Glasfaser-Ausbaupläne der Deutschen Glasfaser ausdrücklich, so die städtische Pressestelle. Weil sie den Unternehmen am Standort Maintal Bandbreiten bis zu 1000 Megabit pro Sekunde eröffne.

„M-Net bietet in Hochstadt und Dörnigheim Übertragungsraten aktuell von bis zu 50 Megabit pro Sekunde an“, konstatiert die Stadt. Fördergelder werde es nicht geben, da solche nur an unterversorgte Gebiete ausgeschüttet werden, wenn die so genannte Aufgreifschwelle bei 30 Megabit pro Sekunde liegt. Da die Versorgung in allen Gewerbegebieten höher liegt, gebe es keine Fördermittel. Die Deutsche Glasfaser teilt dazu mit, dass sie sich privatwirtschaftlich bundesweit für den Glasfaser-Ausbau einsetzen würden. Das garantiere den Gemeinden einen „unbürokratischen Glasfaserausbau ohne langwierige und kostpielige Förderverfahren“.

Für die Privathaushalte sieht die Stadt aktuell keinen Handlungsbedarf. Sie hätten eine Versorgung zwischen 30 und 100 Megabit pro Sekunde. „Unitymedia bietet in eineigen Bereichen bis zu 400 Megabit pro Sekunde an“, so die Pressestelle. Nur in vereinzelten Randbereichen sei ein Leistungsabfall zu verzeichnen.

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