Kommt die Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim doch bald wieder in Bewegung? Der Main-Kinzig-Kreis hat nun eine einmalige Unterstützung in Höhe von 15 000 Euro für Instandsetzungsarbeiten in Aussicht gestellt. (Archivfoto: Kalle)

Maintal

Finanzspritze für die Mainfähre

Maintal. Auch ohne Wintereinbruch war die Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim nach einem Erlass des Kreises Offenbach seit Oktober buchstäblich auf Eis gelegt. Wann und ob die Verbindung reaktiviert wird, steht nach wie vor in den Sternen.

Von David Scheck

Allerdings tut sich nun ein Hoffnungsschimmer auf: Der Main-Kinzig-Kreis hat seine Bereitschaft signalisiert, den Fortbestand der Fährverbindung zu unterstützen.

In einem Schreiben an seinen Offenbacher Amtskollegen Oliver Quilling (CDU) habe Landrat Thorsten Stolz (SPD) bereits eine konkrete Beteiligung an den notwendigen Instandsetzungskosten angekündigt und einen Zuschuss in Höhe von 15 000 Euro in Aussicht gestellt.

Hin und Her

Vor wenigen Wochen klang das noch anders: Nachdem der Kreis Offenbach, der Betreiber und Besitzer der Mainfähre ist, den lang erwarteten Bericht zum Zustand des über 50 Jahre alten Schiffs und zu den Nutzerzahlen veröffentlicht und eine alleinige Finanzierung in Frage gestellt hatte, zeigte man sich in Gelnhausen zunächst noch zurückhaltend. Eine Beteiligung des Main-Kinzig-Kreises am Betrieb der Fähre sei kein Thema, lautete die Antwort auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung Ende Oktober.

Gemeinsamer Gesprächstermin

Vor der jetzigen Entscheidung, nun doch finanziell in die Bresche zu springen, habe es einen Informationsaustausch in der Sache gegeben, zu dem sich Stolz und Verkehrsdezernent Matthias Zach (Grüne) mit Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) und Maintals Erstem Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) getroffen hätten. „Wir haben großes Interesse, dass diese wichtige Verkehrsverbindung möglichst bald wieder aktiviert wird“, lautete die übereinstimmende Stellungnahme nach dem gemeinsamen Gesprächstermin in Maintal.

Kostenbeteiligung in Höhe von 15 000 Euro zugesagt

Deshalb sei es wichtig, dass es zunächst dem Landkreis Offenbach als Eigentümer der Fähre gelingt, im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens einen Pächter zu gewinnen. Wenn hier eine Entscheidung getroffen sei und ein schlüssiges Betreiberkonzept vorliege, hätten Tybussek und Sachtleber für ihre Städte weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert, um die Entwicklung positiv zu begleiten.

Um den Prozess aktiv zu unterstützen und voranzubringen, hat der Main-Kinzig-Kreis schon jetzt eine einmalige Kostenbeteiligung in Höhe von 15 000 Euro zugesagt. Diese Summe entspreche der Hälfte der im veröffentlichten Bericht veranschlagten Instandsetzungskosten für eine neue Seilwinde, ein automatisches Identifikationssystem (AIS) und eine Pumpe.

Fährverbindung erhalten

„Alle Beteiligten haben vereinbart, in dieser Sache in Kontakt zu bleiben und die weiteren Schritte abzustimmen“, so Landrat Stolz und Kreisbeigeordneter Zach. Zusammenfassend betrachten die beiden es als „sehr positives Zeichen an unsere Bürger“, dass zwei Landkreise Verantwortung für diese Kreisverbindung übernehmen und die zwei betroffenen Kommunen dabei einbinden, um eine Fährverbindung, die bereits über 100 Jahre besteht, zu erhalten. „Wichtig ist das Signal an den Landkreis Offenbach, dass der Main-Kinzig-Kreis bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, so Stolz.

Brückenbau soll trotzdem bedacht werden

Seit dem Stillstand war von politischer Seite die Forderung nach einer Brücke wieder lauter geworden. Die CDU-Verbände Main-Kinzig und Maintal hatten diese Option ins Spiel gebracht, sogar als „alternativlos“ bezeichnet. Ein Brückenbau würde inklusive Planung allerdings zehn bis 15 Jahre beanspruchen. Dennoch haben die Christdemokraten wie berichtet einen Antrag in die Kreistagssitzung am 1. Dezember eingebracht, in dem der Kreisausschuss unter anderem beauftragt wird, eine fachkundige Untersuchung oder eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, welche die Realisierungsmöglichkeiten einer Brückenverbindung darstellen soll.

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