Michael Schöck mit den ersten beiden Bänden seiner „Seelensplitter“-Trilogie. Nach „Erwachen“ und „Blutnacht“ soll der dritte Teil im kommenden Juni erscheinen. Foto: Hesse

Maintal

Fantasy aus Bischofsheim: Schöck veröffentlicht Seelensplitter

Maintal. Schwarze Reiter auf der Suche nach einer bösen Macht, Halblinge, die sich unbewusst in Gefahr begeben und vieles mehr: Der Maintaler Michael Schöck hat schon zwei Teile der Fantasy-Triologie Seelensplitter veröffentlicht. Am dritten Band arbeitet er gerade.

Von Madeleine Hesse

Wenn Michael Schöck im Dämmerlicht seines Bischofsheimer Lieblingsbistros von seiner Fantasy-Saga berichtet, laufen vor dem inneren Auge schnell düstere Szenen ab.

Von dunklen Wäldern, durch die schwarze Reiter auf der Suche nach einer bösen Macht jagen, die an einen Edelstein gebunden ist. Von Halblingen, die sich der Gefahr unbewusst mit dem Stein durch die Ebenen eines Phantasielands reisen. Von einem Splitter Bösem, das sich vom Stein losmacht und ein Heer aus dunklen Kreaturen zusammenzieht.Frau überredete SchöckSzenen, die voll von „klassischen Dark- und High-Phantasiemomenten“ sind, wie Schöck sagt. Dabei hat der Wahl-Bischofsheimer mit „Fantasy-Obsession“ hauptberuflich mehr mit Zahlen als mit Worten zu tun. Er ist stellvertretender Betriebsleiter eines Logistikunternehmens.Sein Weg zum Buchautor war entsprechend nicht unbedingt vorhersehbar. „Meine Frau hat mich dazu gebracht, endlich ein Buch zu schreiben“, erzählt Schöck. „Schon während meines Studiums habe ich mich mit anderen Fantasy-Begeisterten in Gruppen getroffen, in denen wir eigene Szenarios ausformuliert und nachgespielt haben“, erzählt er.Buch mit Anleitung zum GeburtstagAls seine Frau einen E-Mail-Verlauf liest, in dem Michael Schöck Spielpläne für eine neue Gruppe formuliert, ermutigt sie ihren Mann, ein eigenes Buch in Angriff zu nehmen. „Das liest sich wie ein Buch, meinte meine Frau und ich war von der Idee sehr angetan“, erinnert sich Schöck an den Anfang seines Schreibprozesses.Zum Geburtstag erhielt er ein Buch mit Anleitung zum Fantasy-Roman-Schreiben. „Das hat mich sehr gereizt. Doch ich wollte zunächst einfach schauen, ob ich es schaffe, ein ganzes Buch zu schreiben. So bin ich einfach wie an ein Rollenspiel heran gegangen und habe meine Fantasy-Welten konzipiert“, erläutert der Bischofsheimer.Kampf von Gut und BöseIn diesen kämpfen Gut und Böse gegeneinander. Im ersten Teil erwacht ein Splitter der bösen Macht und strebt nach Herrschaft, was auch in Michael Schöcks Schöpfung auf einen Krieg zwischen unterschiedlichen Wesen hinausläuft. Dies vertieft der zweite Band „Blutnacht“. Nur eine Bande diebischer Halblinge, die den Stein stiehlt, scheint mit Hilfe eines Magiers, menschlichen Söldner und eines intelligenten, aber weniger ansehnlichen „Sharru’ks“ die letzte Hoffnung zu sein.Ein bildlicher Schreibstil ist Schöck dabei wichtig, nur so könnten sich Leser in eine abstrakte Fantasy-Welt einfühlen. Die Änderungen an seinen Szenen und Figuren fiel Schöck im Lektorenprozess nicht immer leicht: „Die eigene, geschaffene Welt hat für einen Autoren natürlich Sinn, davon möchte man nicht so leicht etwas aufgeben. Aber ich habe mich gut mit den Lektoren gefühlt.“Dritter Band in ArbeitAn seinem dritten Band schreibt Schöck gerade – in Elternzeit. „Die habe ich mir zum Anlass genommen, mein letztes Buch der Reihe fertig zu stellen. Den ersten Band begann ich 2013 vor der Geburt unseres ersten Kindes. Das Schreiben der ersten Bücher neben Beruf und Familienleben wurde noch schwieriger. Meistens musste ich abends schreiben und auch nur, wenn mit wirklich der Sinn danach stand“, erinnert er sich.Dabei arbeitet Michael Schöck, der mit seiner Frau und den beiden Kindern in Bischofsheim wohnt, am liebsten in völliger Ruhe an seinen Szenarien, nicht einmal Musik als Inspiration lässt er zu. Das sei mit Kindern nicht immer einfach, gibt er zu. „Wenn es sich anbietet, würde ich mich zum Schreiben auch einmal komplett zurückziehen – für mehrere Tage“, berichtet er.Nicht an großen Erfolg gedachtDass er unerwartet Fantasy-Romane veröffentlicht, fanden einige Bekannte und Kollegen zunächst sehr ungewöhnlich, erzählt Schöck. „Schließlich haben dann doch relativ viele meine Bücher gekauft.“ An den großen Erfolg dachte der gebürtige Büdinger während des Schreibprozesses nicht, wollte zunächst sehen, wie sich der Roman im Selbstverlag verkaufte.„Ich habe schon gedacht, vielleicht habe ich ja Glück, aber ich habe mich nicht darauf versteift. Es gab auch Absagen von Verlagen, an die ich das Manuskript geschickt hatte, aber das ist normal. Als dann ein Verlag von selbst auf meine Geschichte aufmerksam wurde, ging dann alles ganz schnell“, erinnert sich der Bischofsheimer.Dritter Teil soll im Sommer veröffentlicht werdenSchnell wird auch Michael Schöcks Trilogie-Premiere mit dem dritten Band abgeschlossen sein, der bereits im kommenden Sommer in die Veröffentlichung gehen soll. Wie alles ausgeht, verrät Schöck nicht: „Nur so viel: es läuft natürlich auf eine klassische Fantasy-Schlacht hinaus, doch es kommen neue Kontrahenten hinzu, mit denen der Leser nicht rechnet. Ob ich mir ein offenes Ende lasse, um noch einen vierten Band schreiben zu können, weiß ich selbst noch nicht. Derzeit sieht es eher nicht danach aus.“Für weitere Veröffentlichungen hat Michael Schöck auch schon erste Ideen. Drachen kommen darin unter anderem vor. Gegen einen Wechsel des Genres sträubt er sich lachend: „Ich mag auch Krimis und andere Literatur, aber ich könnte keinen Liebesroman schreiben.“ Doch zunächst will er die erste Trilogie abschließen, in der dennoch eine kleine, aber „eher lustige und überraschende“ Liebesgeschichte vorkommt. Weiterschreiben möchte Michael Schöck auf jeden Fall. Vielleicht ja den nächsten Dreiteiler.

„Seelensplitter: Erwachen“ 471 Seiten; „Seelensplitter: Blutnacht“ 427 Seiten, beide im Eisermann Verlag erschienen. Der geplante Veröffentlichungstermin für den dritten Band ist 1. Juni 2017.

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