Enkeltrick oder falsche Polizisten: Immer wieder haben es Betrüger auf Senioren abgesehen. Symbolfoto: Pixabay

Maintal

Falsche Polizisten in Maintal unterwegs - Verhaltenstipps

Maintal. In Maintal ist ein 89-jähriger Rentner ist ins Visier von Trickdieben geraten, die sich als Polizisten ausgegeben haben.

Von Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Es war am vergangenen Donnerstag gegen Mittag, als das Telefon des 89-jährigen Dörnigheimers klingelte. „Die Frau am anderen Ende sagte, sie sei von der Polizei Hanau und es seien zwei Gauner festgenommen worden, von denen einer Unterlagen mit meiner Adresse und anderen Daten dabei hatte“, erklärt der Rentner, der namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit unserer Zeitung. Er wurde Opfer von Telefonbetrügern, die es auf sein Vermögen abgesehen hatten. Zum Glück, sagt er, ist ihm noch rechtzeitig aufgefallen, dass etwas nicht stimmt.

Doch die Betrüger waren clever, schon zu Beginn äußerte der Rentner sein Misstrauen, das sie schnell ausschalten konnten. „Ich habe gefragt, wie ich denn sicher sein kann, dass ich tatsächlich mit der Polizei rede“, erinnert er sich. Daraufhin hätte ein Mann, der sich als Kriminalkommissar vorstellte, ihm gesagt, er solle auflegen und die 110 wählen. Dann würde der Dörnigheimer sehen, dass besagter Kommissar ans Telefon gehen würde. „Das habe ich auch gemacht, und tatsächlich war wieder der Mann am Telefon.“

Richtig gehandelt

Dieser habe den 89-Jährigen nach Wertgegenständen in seinem Haus ausgefragt, und auch, ob er einen Safe hat. „Dann wollte der vermeintliche Kommissar vorbeikommen und sich das Geld in meinem Safe anschauen“, sagt der Rentner. „Das wurde mir zu heikel und ich habe aufgelegt und die Polizei in Maintal angerufen.“ Damit hat er genau richtig gehandelt, weiß Polizeihauptkommissar Joachim Göhlert von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Südosthessen.

Denn Telefontrickbetrug gibt es nicht erst seit gestern: Vom Enkeltrick bis hin zu den falschen Polizisten haben es die Betrüger oft vor allem auf Senioren abgesehen. „Ich glaube, dass sie gezielt in Telefonbüchern nach alten Vornamen schauen und dann ihr Glück versuchen“, ist der 89-jährige Dörnigheimer sicher.

Tipps der Polizei

Doch bei ihm könnte es etwas anders gewesen sein. „Die Anrufer hatten auch die Daten meines Sohnes, der zwar nicht bei mir wohnt, aber dessen Post zu mir gesendet wird“, so der Rentner. Deshalb gehe er davon aus, dass die Betrüger vor dem Anruf an seinem Haus waren und dort Post aus dem Briefkasten entwendet haben, um an private Daten zu kommen. „Ich möchte andere Menschen warnen. Sie sollen gut auf ihre Briefkästen achten und den Postboten sagen, dass sie die Briefe tief in den Briefkasten stecken sollen“, so der Dörnigheimer.

Auch Polizeihauptkommissar Göhlert hat Tipps, wie sich Senioren vor Trickbetrügern schützen können: „Zum einen sollte man niemals über Finanzielles am Telefon sprechen, vor allem nicht mit Fremden“, sagt der Experte. „Die Polizei wird niemals Geldbeträge fordern oder jemanden über seine finanzielle Situation ausfragen.“

Außerdem sollten Betroffene das Telefonat aktiv beenden, sobald ihnen etwas komisch vorkommt. Und: „Immer die Polizei informieren, auch wenn man nicht auf die Masche hereingefallen ist und kein Geld verloren hat“, sagt Göhlert. Zur Sicherheit sollten sich die Bürger daher die Telefonnummer der Maintaler Polizeistation, 0 61 81/4 30 20, notieren und dort Anzeige erstatten.

Für Maintaler Senioren gibt es seit 1997 übrigens auch Ansprechpartner für Themen rund um Sicherheit. Die ehrenamtlichen Sicherheitsberater sind in Maintal Ursula Pohl und seit Anfang Juli auch Ulf Krusewitz und Ralf Mench. Sie sind erreichbar unter Telefon 0 61 81/43 13 30 sowie per E-Mail an die Adresse ralfmench1@gmail.com. Sie beraten unter anderem zu Themen wie Diebstahl und Einbruch, Betrug, Raub und Internetkriminalität.

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