Wieder wird die Fähre im Parlament diskutiert. Archivfoto: Kalle

Maintal

Fähre: Maintaler Magistrat soll auf Landkreis Offenbach einwirken

Maintal. Sie fällt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich, also nicht unser Problem: So legte Martin Fischer am Montagabend im Stadtparlament sinngemäß die Sicht der CDU zur stillgelegten Mainfähre dar. Doch mit dieser Meinung fand der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten keine Mehrheit unter den Stadtverordneten.

Von David Scheck

Die Stadtverordneten beschlossen schließlich einen Antrag der Grünen. Dieser sieht vor, konkrete Antworten aus dem Landratsamt in Dietzenbach zum weiteren Vorgehen zu bekommen.

Der genaue Wortlaut besagt, dass der Maintaler Magistrat gemeinsam mit jenem der Stadt Mühlheim sowie dem Main-Kinzig-Kreis auf den Kreis Offenbach einwirkt, bis zur Stadtverordnetenversammlung am 30. April einen möglichst konkreten und verbindlichen Terminplan zur Wiederinbetriebnahme der Fähre vorzu-legen.

Wortlaut wurde geändertUm ein positives Votum zu erreichen, hatten die Grünen einen Änderungsantrag mit einem geänderten Wortlaut zu ihrer eigenen Originalvorlage eingebracht. Denn die erste Version war im Verkehrsausschuss in der Vorwoche durchgefallen. Darin stand unter anderem, dass der Magistrat der Stadt Maintal – gemeinsam mit Mühlheim und den beiden beteiligten Landkreisen – diesen Zeitplan vorlegen solle.

Damit wären wir wieder bei der Zuständigkeit. „Die Fähre ist ein emotionales Thema“, sagte Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos), „Gefühlsduselei“, kommentierte Wilfried Siegmund (CDU). Fraktions‧chef Fischer nutzte die Gelegenheit, noch einmal deutlich zu machen, dass seine Partei mittel- oder langfristig am liebsten eine feste Querung über den Main hätte. Dafür gab es aber auch am Montag keine Mehrheit, auch der Magistrat wolle keine Brücke, sagte Böttcher in seltener Deutlichkeit. Friedhelm Duch (Grüne) gab zu, dass es sich um einen „Schaufensterantrag“ seiner Fraktion handele. „Um den Bürgern zu zeigen: Wir kümmern uns“, so Duch.

„Das Problem wird von allen vier Gebietskörperschaften ausgesessen.“Sebastian Maier (SPD) erinnerte daran, dass der Kreis Offenbach derzeit sechs Interessenten für den Fährbetrieb an der Hand hätte („ist doch alles am Laufen“), machte aber auch deutlich: „Wir wollen keine Beteiligung an den Betriebskosten.“ Klaus Seibert (WAM) holte zum Rundumschlag in Richtung Maintal, Mühlheim, Gelnhausen und Dietzenbach aus: „Das Problem wird von allen vier Gebietskörperschaften ausgesessen.“ Und Thomas Schäfer (FDP) machte einen Zeitsprung in die ferne Zukunft und stellte den Änderungsantrag seiner Fraktion vor, der die Möglichkeit eines autonomen, also führerlosen Fährbetriebs aufgreift.

Der FDP-Antrag fand letztlich keine Mehrheit, jener der Grünen allerdings schon. So darf man nun gespannt sein, ob und wenn ja, was der Kreis Offenbach bis zum 30. April an die Klosterhofstraße, adressiert an den Maintaler Magistrat, senden wird.

Und die Fähre? Die liegt weiterhin ungenutzt am Mainufer im Dornröschenschlaf und wartet darauf, wachgeküsst zu werden.

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