Fähre

Streit um Mainfähre geht in die nächste Runde - Fährbetrieb soll erneut geprüft werden

  • Jan Max Gepperth
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Der Streit um die Mainfähre zwischen Maintal und Mühlheim geht weiter. Der Kreis Offenbach will den Fährbetrieb einstellen. Maintal will sich dagegen wehren.

  • Der Kreis Offenbach will den Betrieb der Mainfähre einstellen
  • Maintaler Stadtverordnete wollen Alternativen prüfen lassen
  • Stadt in Österreich könnte zum Vorbild werden

Bei den Befürwortern der Fähre sorgte die Nachricht für Unverständnis: Der Kreisausschuss des Kreises Offenbach sprach sich für die Einstellung des Fährbetriebs aus. Die finale Entscheidung soll am 24. Juni fallen.

Mainfähre: Parteien sehen dringenden Handlungsbedarf

Daher sahen sich die Stadtverordneten gezwungen einzugreifen. In einem Dringlichkeitsantrag sprachen sich die SPD, die Grünen und die WAM dafür aus, dass der Magistrat tätig werden müsse. In dem Antrag wurde der Magistrat dazu aufgefordert, nicht nur auf den Kreis Offenbach einzuwirken, die Beschlussfassung zurückzuziehen, sondern auch weitere Möglichkeiten zum Fährbetrieb zu prüfen.

Gemeinsam mit der Stadt Mühlheim und den beteiligten Kreisen soll der Magistrat die wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen für einen kommunalen Fährbetrieb überprüfen.

Streit um Fähre: Motorbootfähre über Main im Gespräch

Zudem soll zusätzlich der Einsatz einer Motorbootfähre für Fußgänger und Radfahrer in Betracht gezogen werden. Das Vorbild für eine solche Motorbootfähre, die von den Grünen per Ergänzungsantrag ins Spiel gebracht wurde, sehen diese in der Maintaler Vergangenheit.

Damals wurde bei Hochwasser zusätzlich zur Fähre ein „Nachen“ mit Dieselmotor eingesetzt, um Fußgänger und Fahrradfahrer über den Main zu transportieren. Die Grünen planen in ihrem Antrag jedoch ein Elektromotorboot statt eines Dieselfahrzeugs einzusetzen. Der Vorteil: Ein einfacher Motorbootführerschein sowie die Genehmigung zur Personenbeförderung würden genügen.

Stadt in Österreich als Vorbild für Fähre über den Main

Eine solche Fähre verkehre beispielsweise bereits in der niederösterreichischen Stadt Dürstein. Zusätzlich soll die Stadtverordnetenversammlung dafür sorgen, dass alle Beteiligten zu einem Gespräch zusammenkommen, um weitere Möglichkeiten auszuloten.

Das bedeutet, dass nicht nur die Städte und Landkreise, sondern auch die Bürgerinitiative in die Planung involviert werden sollen. Dies ist ein ausdrücklicher Wunsch der WAM-Fraktion, dessen stellvertretender Vorsitzender, Klaus Seibert, Mitglied dieser Bürgerinitiative ist

Mainfähre: Politik hat noch Hoffnung

Auch in seiner Wortmeldung bestärkte Seibert diesen Wunsch noch einmal: „Seit zweieinhalb Jahren kamen diese Gremien noch nie zusammen“, beschwerte er sich lautstark. Sebastian Maier, Fraktionsvorsitzender der SPD, sprach von einem „Strohhalm der Hoffnung“, an den man sich klammern könne.

Er appellierte an seine Kollegen aus der Stadtverordnetenversammlung, dass man nicht die Jahrzehntelange Tradition der Fähre einfach wegschmeißen dürfe. Auch die Grünen, in Person von Hartmut König, sprachen sich ausdrücklich für die Fähre aus. „Man sollte alles prüfen, was möglich ist“, so König.

Kreis Offenbach will Fähre über Main einstellen

Erwidert wurden diese Forderungen vom zum 30. Juni scheidenden Ersten Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) mit Informationen aus dem Abschlussbericht des Kreises Offenbach zur Betreibung der Fähre. Darin erklärte Sachtleber, dass nicht nur die finanzielle Situation, sondern vor allem die personelle und rechtliche Lage den Ausschlag für die Empfehlung des Kreisausschusses gegeben hatte.

Hierbei sei der Kreis zwar, wie der scheidende Stadtrat anmerkte „vorgeprescht“, jedoch hätte man in Maintal bald nachgezogen. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht wissen, wie sie betrieben werden soll“, fasste Sachtleber abschließend zusammen.

Mainfähre: Stadtverordnete sind nicht einer Meinung

Martin Fischer (CDU) bestätigte zwar die Ausführungen Sachtlebers, wollte aber trotzdem für den Antrag stimmen. „Ich will mir nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben“, gab der Christdemokrat bekannt. Mit einem schmunzeln wandte er sich anschließend an den designierten Ersten Stadtrat Karl-Heinz Kaiser: „Das ist viel Arbeit, die auf Sie zu kommt, Herr Kaiser. Viel Spaß“.

Thomas Schäfer, Fraktionsvorsitzender der FDP, hingegen widersprach den Forderungen nach weiteren Maßnahmen deutlich. Die in dem Antrag geforderte Prüfung werde, so Schäfer, nicht erfolgreich sein.

Fähre: Maintal prüft kommunalen Betrieb

„Die Fähre in Dörnigheim hat keine Chance auf Fortführung“, fasste er sachlich zusammen. Seine Kollegen in der Stadtverordnetenversammlung sahen das anders. Lediglich die FDP und Teile der CDU stimmten gegen die Forderung, den Fährbetrieb noch einmal prüfen zu lassen.

Der Antrag wurde also mehrheitlich angenommen. Das bedeutet, dass die Stadt Maintal nun selbst nicht nur die Möglichkeit eines kommunalen Betriebs der Fähre ausloten möchte, sondern auch das Gespräch suchen und eine mögliche Motorbootfähre prüfen möchte.

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