Kein unterschriebener Pachtvertrag und keine Kostenübernahmezusage aus Maintal: Die Spitze des Kreises Offenbach macht deutlich, dass die Reaktivierung der Mainfähre nicht so konkret ist, wie manche glauben. Archivfoto: Gepperth

Dietzenbach/Maintal

Fährbetrieb immer noch nicht gesichert - Druck wird erhöht

Dietzenbach/Maintal. Laut einer Pressemitteilung reagieren der Landrat des Kreises Offenbach Oliver Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (beide CDU) mit Verwunderung auf die Berichterstattung in der "Frankfurter Rundschau". "Der Betrieb der Mainfähre Mühlheim ist weiterhin nicht gesichert."

Die „Rundschau“ hatte am Wochenende vermeldet, dass ein Pächter für die Fähre gefunden sei. „Ein Vertrag mit einem neuen Pächter ist nicht unterschrieben. Das Vergabeverfahren ist somit nicht abgeschlossen. Vielmehr ist die Stadt Maintal am Zug, denn ohne einen städtischen Betriebskostenzuschuss wird die Fährverbindung nicht wieder aufgenommen werden“, teilte die Spitze des Kreises Offenbach gestern mit.

„Unser Ziel ist weiterhin, den Fährbetrieb zwischen Mühlheim und Maintal wieder aufzunehmen“, bekräftigen der Landrat und die Erste Kreisbeigeordnete. „Allerdings müssen dabei die beiden Anrainerkommunen zukünftig mehr Verantwortung übernehmen.“

Dauerhafte Erhaltung

Im Sommer des vergangenen Jahres hatten sich MKK-Landrat Thorsten Stolz (SPD), Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos), Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) sowie Landrat Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Jäger darauf verständigt, dass die seit Oktober 2017 stillgelegte Mainfähre zwischen Mühlheim und Dörnigheim dauerhaft erhalten bleiben soll. In einem ersten Schritt sind die beiden Kreise in Vorleistung getreten und haben die Kosten für die Instandsetzung und Reparatur übernommen.

Für rund 55 000 Euro wurden unter anderem die Hochseilanlage erneuert und der Liegeschaden beseitigt. Der Main-Kinzig-Kreis hatte die Reparaturarbeiten mit 15 000 Euro bezuschusst. Die Arbeiten sind bereits im Dezember des vergangenen Jahres ausgeführt worden. Anschließend erfolgte laut Angaben des Kreises Offenbach die magnetinduktive Seilprüfung. Ferner werde noch ein Funksystem eingebaut. Nun seien die beiden Städte, deren Bürger die Fährverbindung am meisten nutzten, gefordert. Gemeint sind Maintal und Mühlheim. Denn der Kreis beruft sich auf eine von ihm selbst bei der Hochschule Darmstadt in Auftrag gegebene Erhebung der Nutzerströme für die Fähre. Diese zeige, dass der größte Teil der Nutzer aus Maintal und Mühlheim kommt.

Die Stadt Mühlheim hatte im August des vergangenen Jahres beschlossen, dass ihre Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt Maintal die zukünftig laufende Fährverbindung sicherstellen soll. „Eine entsprechende Zusage der Stadt Maintal steht noch aus“, so der Kreis Offenbach. Nach derzeitigem Stand wird das Thema Betriebskostenzuschuss für die Fähre in der nächsten Sitzung des Maintaler Stadtparlaments am 25. März auf der Tagesordnung stehen.das

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