Der HMV setzt bei seiner Festschrift zum Jubiläum auch auf digitale Elemente. Dafür wurden zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern und Zeitzeugen geführt und aufgezeichnet.
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Der HMV setzt bei seiner Festschrift zum Jubiläum auch auf digitale Elemente. Dafür wurden zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern und Zeitzeugen geführt und aufgezeichnet.

Gegründet 1896

„Es tut in der Seele weh“: Humor-Musik-Verein Edelweiß kann sein 125-jähriges Bestehen nur eingeschränkt feiern

  • Michael Bellack
    VonMichael Bellack
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Für den Humor-Musik-Verein „Edelweiß“ hätte das Jahr 2021 ein ganz besonderes werden soll. Der Verein aus Hochstadt feiert sein 125-jähriges Bestehen, die Planungen dafür liefen bereits vor dem Beginn der Corona-Pandemie auf Hochtouren. Jetzt bleibt den Humoristen nichts anderes übrig, als nur ein abgespecktes Jubiläum zu feiern.

Maintal - „Das ist ein sehr großer Einschnitt. Die Enttäuschung ist groß, nicht das tun zu können, was man sich vorgestellt hat“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas Koffler. Als man 2019 den Grundstein für die Planungen des Jubiläumsjahrs gelegt hat, konnte von Corona noch niemand etwas wissen. Drei große Standbeine waren für das 125-Jährige geplant: Eine Festschrift, ein großes mehrtägiges Sommerfest und ein Festkommers.

Mehrtägiges Sommerfest des HMV muss abgesagt werden

„Das Sommerfest mussten wir als Erstes streichen“, erzählt Koffler. Eigentlich hätte man es Ende Juni drei Tage lang auf dem Festplatz in Hochstadt krachen lassen. Aber ein Fest in einer solchen Größenordnung sei derzeit aufgrund der vielen Unsicherheiten einfach nicht realisierbar. „Wir haben da auch einen Anspruch an uns selbst, wollten den Verein über alle Bandbreiten präsentieren und zeigen, was auch über Fasching hinaus in uns steckt“, sagt Koffler. Inhaltlich war Konzept quasi fertig, umgesetzt werden konnte jedoch wenig. Erst seit der vergangenen Woche ist der Verein wieder im Trainingsbetrieb. 60 bis 80 Aktive sind am Programm beteiligt und würden auf der Bühne stehen – derzeit noch nicht denkbar.

Fest steht, dass der HMV eine Festschrift herausbringen wird. An der wird bereits mit Hochdruck gearbeitet, natürlich ebenfalls unter erschwerten Bedingungen. Die Festschrift soll auch digitale Elemente enthalten.

Festschrift erscheint in Print und digital

Mit QR-Codes können die Leser dann zu Videos gelangen. Dazu wurden im vergangenen Jahr Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Sie erzählen in den Videos aus ihrer Sicht von den vergangenen Jahrzehnten, den Veränderungen innerhalb der Gruppen und Gremien des Vereins und lassen die Vereinsgeschichte lebendig werden.

Die große Bühne: Im Februar 2020 konnten die HMV-Mitglieder bei der Faschingssitzung zum letzten Mal zeigen, was in ihnen steckt ARchiv

Auch der Festkommers soll digital stattfinden. Damit hat man bereits Erfahrung. Zur Faschingskampagne 2021 wurde ein Video gedreht, das im Internet bestens ankam. Natürlich, das sehen alle Humoristen so, ist das kein richtiger Ersatz für die Jubiläumsfeierlichkeiten, wie sie normalerweise stattgefunden hätten. „Es tut in der Seele weh, dass wir das 125-Jährige nicht so feiern können, wie wir wollten. Wir wollten uns da selbst feiern und so viele Menschen wie möglich mitnehmen. Zeigen, was der Verein geschafft hat und einfach präsent sein“, sagt Koffler.

HMV plant nachgeholtes Fest für 2022

Eine nachgeholte Feier ist immer etwas anderes: „Das 125-Jährige ist nächstes Jahr vorbei. Das ist ja wie mit Geburtstagen. Man wird eben nur einmal 125.“ Dass die Humoristen wissen, wie man ein Jubiläum feiert, weiß Koffler aus eigener Erfahrung. Gerne erinnert er sich an das 100-Jährige zurück. Mittlerweile ist er über 20 Jahre im Vorstand, seit 17 Jahren der Vorsitzende. Man kann getrost sagen, dass der 43-Jährige schon fast sein ganzes Leben beim HMV aktiv ist und weiß, wie der Verein sich präsentieren könnte.

Das große Sommerfest könnte 2022 nachgeholt werden, das ist zumindest geplant. Koffler weiß aber auch, dass bei vielen Vereinen Nachholbedarf besteht, die Terminfindung nicht einfach werden könnte. Bei aller Wehmut stimmt es Koffler zuversichtlich, dass die Motivation der Mitglieder nicht nachgelassen hat. Das hat sich bereits im Frühjahr gezeigt, als die traditionelle Kreppelzeitung mit hohem personellen Aufwand in Hochstadt verteilt wurde. „Der Wille ist da, die Nachfrage in den letzten Wochen war sehr groß“, so Koffler.

Diese Energie wird man nun auch in die Planung der kommenden Faschingskampagne stecken. Die Gruppe „Mikrokosmos“ plant bereits eine digitale Variante der Sitzung. Die Humoristen hoffen natürlich, ihre Sitzungen wieder in Präsenz stattfinden lassen zu können.

Von Michael Bellack

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