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Erste Belegungen im Dezember: 23 Wohn- und Aufenthaltscontainer für Flüchtlinge an der Lahnstraße

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Von: Michael Bellack

Die Arbeiten für die Aufstellung der Wohncontainer an der Lahnstraße laufen. Insgesamt sollen hier bis zu 94 Personen untergebracht werden.
Die Arbeiten für die Aufstellung der Wohncontainer an der Lahnstraße laufen. Insgesamt sollen hier bis zu 94 Personen untergebracht werden. © Michael Bellack

Maintal – An der Lahnstraße in Dörnigheim rollen die Bagger. Auf ehemaligen Tennisplätzen des TC Blau-Rot Maintal werden künftig Wohncontainer zur Unterbringung von Flüchtlingen aufgestellt.

Insgesamt 23 Wohn- und Aufenthaltscontainer wurden nach dem Beschluss der Stadtverordneten im Frühjahr dieses Jahres von der Stadt Maintal gekauft (wir berichteten). Bis zu 94 Personen können an der Lahnstraße untergebracht werden. Wie die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, werden die Container in drei Blöcken und auf zwei Ebenen aufgestellt.

Das frühzeitige Handeln von Magistrat und Politik im Frühjahr macht sich nun bezahlt. Denn trotz Verzögerungen bei den notwendigen Genehmigungen und Materialengpässen habe man den Zeitplan bisher einhalten können, auch konnte man sich die erforderliche Anzahl an Wohncontainern sichern. Zwei Millionen Euro wurden von der Politik für die Anschaffung und Aufstellung freigegeben. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Preise für entsprechende Container in die Höhe geschossen. Die Stadt geht davon aus, dass die ersten Wohncontainer im November aufgestellt werden, erste Belegungen sind dann für den Dezember geplant.

Ebenfalls wurde im April beschlossen, dass die Stadt einen geeigneten Standort für eine weitere feste Gemeinschaftsunterkunft finden soll. Dieses Vorhaben wurde laut der städtischen Pressestelle jedoch nach hinten verschoben. „Die Errichtung von sogenannten Festbauten wird aktuell nicht mit höchster Priorität betrachtet. Der Fokus liegt bedingt durch die Entwicklung der Prognosezahlen auf der Schaffung kurzfristiger Unterbringungsmöglichkeiten.“

Denn in den ihren Prognosen gehen Bund, Land und Kreis von steigenden Flüchtlingszahlen aus. Zum einen Flüchtlinge aus Drittstaaten und Asylbewerber, zum anderen Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland kommen. Im Dezember 2021 wurde festgelegt, dass Maintal im Jahr 2022 212 Personen aus Drittstaaten aufnehmen soll. Bis zum 30. September wurden 70 Personen zugewiesen, 142 sind noch aufzunehmen. Aus der Ukraine sollen von Juli bis Dezember 119 Personen aufgenommen werden. Da Maintal dem Kreis eine Notunterkunft zur Verfügung gestellt hat, wurden 25 Personen angerechnet. 94 müssten demnach noch aufgenommen werden.

Letzter Stand der Zuweisungen ist allerdings der Juli dieses Jahres. Da mit steigenden Flüchtlingszahlen zu rechnen ist, wird das auch Auswirkungen auf Maintal haben. „Eine Quotenreduzierung ist nicht zu erwarten“, stellt die Stadt klar.

Um die Unterbringung von Geflüchteten sicherzustellen, sollen in der kommenden Sitzungsperiode die Weichen gestellt werden. Im Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport, Kultur, Asyl und Integration am Montag steht „die Verlängerung von Mietverträgen für Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt“ auf der Tagesordnung. Zwei Tage später berät der Hauptausschuss, die Entscheidung fällt bei der Stadtverordnetenversammlung am 7. November.

Konkret sollen die Mietverträge der Unterkünfte an der Carl-Zeiss-Straße 8 und an der Braubachstraße in Dörnigheim bis zum 31. Dezember 2025 verlängert werden. Bisher laufen die Verträge bis Jahresende 2023. Die Miet- und Nebenkosten (Carl-Zeiss-Straße 340 000 Euro jährlich, Braubachstraße 210 000 jährlich) werden aufgrund der konstanten Belegung beider Unterkünfte zu großen Teilen erstattet. Bei beiden Objekten geht man allein von einer Verdopplung der Energiekosten aus.

In der Carl-Zeiss-Straße stehen inklusive der Notunterkunft 140 Plätze zur Verfügung, an der Braubachstraße sind es 57 Plätze. Insgesamt hat Maintal Stand Mitte Oktober 440 Flüchtlinge in eigenen und angemieteten Gemeinschaftsunterkünften sowie in angemieteten Wohnungen untergebracht.

Von Michael Bellack

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