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Vorbildlich: Alle tragen brav ihren Mundschutz.

Neuer Ort, neue Gesichter

Die erste Ausgabe der Maintaler Tafel in Bischofsheim war ein voller Erfolg

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Cora Frölichs freundliches Lächeln kann man nur erahnen – ist es doch unter einer Atemschutzmaske versteckt. Dennoch merkt man der 18-Jährigen an, wie viel Spaß ihre Aufgabe ihr bereitet. Sie ist eine der neuen Ehrenamtlichen, die sich während der Corona-Krise für die Maintaler Tafel engagieren.

Aufgrund der Corona-Pandemie war die Lebensmittelausgabe zuletzt vier Wochen lang geschlossen. Am Mittwoch ist das Team rund um Leiter Wolfgang Kampe endlich wieder gestartet – und hat gleichzeitig eine neue Ausgabestelle in Bischofsheim eröffnet. 

Einige Minuten bevor sich die Türen im Kinder- und Jugendhaus im Bertha-von-Suttner-Weg zur Ausgabe öffnen, werden drinnen noch die letzten Handgriffe erledigt, die letzten Tüten mit den vorsortierten Lebensmitteln gepackt und fest zugeschnürt. Unter den zehn Ehrenamtlichen ist auch Neuzugang Cora Frölich. „Ich wäre jetzt eigentlich in Frankreich bei einem Freiwilligendienst“, erzählt die 18-Jährige. 

Horst Selig engagiert sich seit zehn Jahren für die Tafel

Doch aufgrund von Corona musste sie den Dienst vorzeitig abbrechen – und absolviert stattdessen nun quasi Freiwilligendienst in ihrer Heimat. „Ich wollte in dieser schwierigen Zeit gern helfen“, sagt sie. In den letzten Tagen hat Cora Frölich beim Vorsortieren der Lebensmittel geholfen – und am Tag der Ausgabe sitzt sie am Eingang zur Ausgabe am Laptop und registriert die Besucher. Eingearbeitet wird die Wachenbucherin von den anderen Ehrenamtlichen, die teilweise schon viele Jahre dabei sind. 

So wie Horst Selig. Der 84-Jährige engagiert sich seit rund zehn Jahren in der Lebensmittelausgabe. Für ihn war sofort klar, dass er auch in Zeiten der Corona-Krise mit anpackt – und das, obwohl er mit 84 Jahren selbst zur Risikogruppe für das Virus gehört. „Ich habe von Anfang an gesagt, ich mache mit“, sagt Selig. „Das ist selbstverständlich.“ 

Zufriedenheit über das Ergebnis der ersten Tafel

Keine Angst vor Corona: Horst Selig packt auch in Krisenzeiten fleißig mit an und hilft bei der Ausgabe der Lebensmittel.

Um das Tafel-Team, aber auch die Kunden zu schützen, findet die Ausgabe unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt: Es herrscht Mundschutzpflicht, ein Mindestabstand von 1,5 Metern und es wird immer nur ein Kunde in die Räume gelassen. Und in Dörnigheim findet die erste Ausgabe nach der Corona-Zwangspause am morgigen Freitag durch das Fenster statt. „Not macht erfinderisch“, sagt Tafel-Leiter Wolfgang Kampe und lacht. 

Er ist mit dem ersten Ausgabe-Tag in Maintals zweitgrößtem Stadtteil zufrieden: „Es waren 30 Familien da, alles war ruhig und sehr geordnet.“ Für die Sicherheit und die Ordnung war sogar ein sechsköpfiges Team der DLRG-Ortsgruppe im Kinder- und Jugendhaus. Übrigens erhalten Bedürftige derzeit „sehr unbürokratisch“ Hilfe bei der Tafel, wie Kampe erklärt. 

Beleg für Kurzarbeit reicht zurzeit

Normalerweise benötigt man den Maintalpass, um Lebensmittel zu erhalten. „Derzeit akzeptieren wir aber auch irgendein Dokument, das zeigt, dass jemand in Kurzarbeit ist“, so der Tafel-Leiter. Betroffenen wird dann ein vorübergehender Tafel-Ausweis ausgestellt, der zwei Monate lang gültig ist.

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