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Elternverein seit 25 Jahren Träger der Dörnigheimer Kinderkrippe

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Das Team der "Schlümpfe" kümmert sich um Kinder zwischen zwölf Monaten und drei Jahren. Foto: Kalle
Das Team der "Schlümpfe" kümmert sich um Kinder zwischen zwölf Monaten und drei Jahren. Foto: Kalle

Maintal. In den heimeligen Räumen an der Bahnhofstraße wurden schon Kleinkinder unter drei Jahren betreut, als die Politik noch Lichtjahre davon entfernt war, sich um diese Altersgruppe mit Gesetzen zu kümmern. Vor 25 Jahren zogen „Die Schlümpfe“ mit neun Kleinkindern hier ein. Seitdem hat sich viel verändert.

Von Monica Bielesch

Klein, sehr klein: Die Tische und Stühle in der Einrichtung sind winzig, fast im Puppenhaus-Format und einige haben eine Sicherung, damit die Kleinen nicht rausrutschen können. Auch die Matratzen, auf denen die Kleinen jeden Tag Mittagschlaf halten, sind winzig, sie passen in eine Ecke des Raumes.

Zwischen zwölf Monaten und drei Jahre alt sind die zwölf Kinder, die aktuell bei den Schlümpfen betreut werden. Sie sind an diesem Tag alle schon abgeholt. Alle Spielzeuge sind weggeräumt, das auch für Kleinkinder taugliche Außengelände liegt friedlich im Regen.

Betreuung im Wandel der ZeitMusste in den Anfangsjahren immer auch eine Mutter bei der Betreuung mithelfen, wird dies seit vielen Jahren von einem dreiköpfigen Erzieherinnen-Team und einer Auszubildenden professionell und liebevoll gewährleistet.

Damals kostete ein Platz noch 120 D-Mark, heute zahlt eine Familie für einen Fünf-Tage-Platz von 7.45 bis 15 Uhr 245 Euro. Und auch wenn viele Elterndienste mittlerweile weggefallen sind, wie etwa der Putzdienst, so betont die zweite Vorsitzende Anja Michel: „Es steht und fällt mit dem Engagement der Eltern.“ Denn schließlich ist der Elternverein der Betreiber der Krippe und daher unter anderem als Arbeitgeber der Erzieherinnen für vieles verantwortlich.

Administration„Das reicht von Arbeitsschutz bis zu sicherheitstechnischen Begehungen“, so Michel. Bis zu vier Tage im Monat kümmert sie sich um Organisatorisches und die Verwaltung. Sie betont: „Die administrativen Anforderungen sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen.“ Aber alle sind gefragt: Jede Familie, die hier ihr Kind betreuen lässt, muss ein Amt übernehmen.

Der Lohn dafür ist eine familiäre, sehr behütete Atmosphäre. Daher hat sich Michel für ihren Sohn bewusst für die Schlümpfe entschieden. Dafür fährt die berufstätige Mutter jeden Tag aus Hochstadt nach Dörnigheim. „Das ist ein wichtiges Kriterium für viele Eltern“, meint sie. Denn in den städtischen Kitas werden in den Einrichtungen bis zu sechsjährige Kinder betreut. Ihr war auch die intensive Eingewöhnungsphase wichtig. „Sechs bis acht Wochen kann das dauern, die Eltern begleiten ihr Kind in der neuen Umgebung“, so Erzieherin Jannine Fraeze. „Diese Eingewöhnung unterscheidet uns von anderen Einrichtungen.“

Ein besonderer GlücksfallChristoph Meier ist seit zehn Jahren bei den Schlümpfen, alle seine drei Kinder haben die kleine Krippe besucht. Heute ist er ehrenamtlicher Geschäftsführer des Trägervereins. Ein Glücksfall, denn so geht seine reichhaltige Erfahrung in Sachen Krippen-Management nicht verloren. „Da geht es etwa um gesetzliche Bedingungen, um Verträge mit der Stadt“, sagt Meier, „ich kenne alle Hintergründe.“ Diese Kontinuität tut dem Verein gut. „Ich blicke aber auch in die Zukunft, wenn es um gesetzliche und finanzielle Auflagen geht“, erläutert der Geschäftsführer.

Lange Zeit hatten die Schlümpfe ein Alleinstellungsmerkmal, weil nur sie und die Rappelkiste in Maintal U3-Kinder betreuten. Als die Kommunen per Gesetz dazu verpflichtet wurden, für alle unter Dreijährigen einen Krippenplatz anzubieten, mussten sich die Schlümpfe umstellen, da die Kinder wegblieben. Die Einrichtung verlängerte die Öffnungszeiten, schaffte die Elterndienste in der Betreuung ab und engagierte einen Caterer für das Mittagessen. Heute ist die Warteliste wieder lang, berichtet Michel.

"Viel intensiver dabei"Entstanden sind die Schlümpfe aus der ältesten Mutter-Kind-Gruppe Dörnigheims. Bevor der Elternverein sich am 4. November 1992 gründete, hatte diese Gruppe zehn Jahre versucht, als private Einrichtung in öffentliche Räume zu kommen. An der Bahnhofstraße 59 gelang es: Vorher war hier die städtische Wäscherei untergebracht, die Idee, dort einen Kinderhort zu eröffnen, wich der Idee der Kinderkrippe.

Marion Franke, Beate Dostal und die Erzieherin Claudia Carl waren damals treibende Kräfte für die  Schlümpfe. Heute sind Melanie Dathan, Elena Schambach und Beate Anders neben Michel im Vorstand. „Man ist als Eltern viel intensiver dabei“, betont Michel ihre Motivation für ihr Engagement.

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