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Eiswürfelhersteller Ice Age Ice: Cooler geht's nicht

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Nicole Uebe, Qualitätsmanagerin bei Ice Age Ice, präsentiert den klassischen Eiswürfel, mit dem alles angefangen hat. Foto: Bender
Nicole Uebe, Qualitätsmanagerin bei Ice Age Ice, präsentiert den klassischen Eiswürfel, mit dem alles angefangen hat. Foto: Bender

Fleecepullover am Arbeitsplatz. Dieser Tage unvorstellbar. In der Edisonstraße 7 in Hochstadt allerdings durchaus angebracht. Dort herrscht trotz glühender Sommerhitze Eiszeit. Ganzjährig und dem Klimawandel zum Trotz. Ice Age Ice macht's möglich.

Tatsächlich hält sich im Sommer der Neidfaktor angesichts eines Arbeitsplatzes in einem eiswürfelproduzierenden Unternehmen in Grenzen, räumt Nicole Uebe vom Qualitätsmanagement lächelnd ein. Zum einen ist im Sommer Hochsaison, und das bedeutet viel Arbeit, zum anderen sind die Büroräume dann doch nicht eisgekühlt. Oder nur ganz selten. „Als es letztes Jahr so heiß war, haben wir uns spontan Eiswürfelbäder für die Füße gemacht“, erzählt Uebe lachend. Ihr Getränk genießt sie dann trotzdem bei Zimmertemperatur, obwohl die Verlockung so nah ist. . .

Im Erdgeschoss ist die Produktion angesiedelt. 60 Tonnen Eis rollen hier täglich vom Band. Als Eiswürfel, Crushed Ice oder Gin Ice. Letzteres „ohne Alkohol“, wie Nicole Uebe betont und anfügt: „Gin Ice ist deutlich größer als ein normaler Eiswürfel und doppelt gehärtet. Dadurch schmilzt es nicht so schnell und verwässert das Getränk nicht.“ Außerdem gibt es die Quick Ice Cups. „Quasi Eis to go“, ergänzt die Qualitätsmanagerin. In dem Becher befinden sich Eiswürfel. Einfach die Deckelfolie entfernen, Getränk einfüllen, verschließen und ganz unkompliziert ein eisgekühltes Getränk genießen oder mal schnell aus einem Kaffee einen Eiskaffee gezaubert.

Mit der Nutzeisproduktion war Ice Age Ice, als es 2003 auf den Markt kam, einer der Pioniere. Der Amerikaner Matthew Meredith gründete das Unternehmen, als er erkannte, dass die professionelle Herstellung von Eis in Deutschland eine echte Marktlücke war. „In den Anfangsjahren wurde noch per Hand verpackt“, erinnert sich Uebe, die seit elf Jahren in dem Unternehmen tätig ist. Mittlerweile sind die Prozesse automatisiert, wie ein Rundgang durch die Produktionshalle zeigt.

Dort herrscht eine in diesen Tagen ersehnte Kühle. Allerdings ist es auch recht laut. Die Mitarbeiter, die im Dreischicht-System in der Produktion arbeiten, tragen deshalb neben warmer Arbeitskleidung auch Gehörschutz.

Der Weg vom Trinkwasser zum Eiswürfel beginnt in sechs zylinderförmigen Behältern, den Eismaschinen. Von dort transportiert eine Förderschnecke die kristallklaren Würfel in ein Depot, wo sie zunächst gesammelt werden, „weil die Maschine schneller produziert, als verpackt werden kann“, erläutert Nicole Uebe. Vom Depot geht es durch einen Shaker, der kleine Eisteile „aussiebt“, damit auch wirklich nur die großen Eiswürfel in den Ein-, Zwei- oder Fünf-Kilo-Beuteln landen. Unmittelbar vor der Abfüllung kann der Crusher zugeschaltet werden, um die Würfel zu Crushed Ice zu zerstoßen.

Während die Maschinen laufen, herrscht ein Höllenlärm. Es rattert und klackert – wie von Tausenden rollenden Eiswürfeln eben. Über den Boden wabert weißer, kalter Nebel und der Crusher lässt die Apparatur gehörig erzittern.

Beutel um Beutel wandert auf dem Förderband durch einen Metalldetektor, ehe alles in Kartons verpackt wird. „Alle Maschinen sind aus Edelstahl. Durch den Metalldetektor stellen wir sicher, dass nicht möglicherweise ein Abrieb des Metalls in die Produkte gelangt.“

Nicht nur die Herstellung, auch die Verpackung und das Palettieren sind mittlerweile vollautomatisiert. Im Lager warten die Paletten schließlich auf den Transport. Minus 18 Grad herrschen hier. Eine Wohltat bei über 30 Grad Außentemperatur. Aber nicht lange. Minus 18 Grad fühlen sich mit Sandalen und T-Shirt trotz der weißen Hygienekittel dann doch kalt an.

Ein Produktionsdurchlauf dauert etwa zwei Stunden. In dieser Zeit wandern zehn bis zwölf Paletten mit je 56 Kartons ins Lager. In jedem Karton befinden sich sechs Beutel. Danach haben die Arbeiter rund 20 Minuten Pause und sind dieser Tage nicht gerade unglücklich, wenn es aus dem Pausenraum, in dem die gleißende Sonne durch die großen Fenster strahlt, zurück in die kühle Produktion geht.

Seit seiner Gründung vor 15 Jahren ist Ice Age Ice rasant gewachsen. Bald wurden die vier kleinen Eismaschinen durch zwei große ergänzt. Mittlerweile sind die Kapazitätsgrenzen am Maintaler Standort erreicht.

„Wir haben hier derzeit eine Produktionslinie“, erläutert Nicole Uebe. Das heißt, die Maschine kann nur eines der drei Produkte herstellen. Das soll sich mit einer neuen Produktionsanlage in Bad Vilbel ab Herbst 2018 ändern. Dann werden Kapazitäten von 150 Tonnen täglich möglich sein. Auch eine zweite Andockstation für Lkw wird es in der Quellenstadt geben. „Hier in Maintal wollen wir aber die Manufaktur behalten und besondere Formate und Produkte unter anderem glasklare Ice Balls herstellen“, erläutert Nicole Uebe.

Längst konzentriert sich das Hauptgeschäft nicht allein auf die Sommermonate. „Auch zu Weihnachten und Silvester haben wir viel zu tun. Eigentlich ist das ganze Jahr über der Bedarf da“, erklärt die Qualitätsmanagerin. Zu den Kunden zählen Supermärkte, Getränkemarktketten, Tankstellen und Großverbrauchermärkte sowie Großverbraucher im In- und Ausland und auch der Ironman European Championship. Täglich rollen Lkw vom Gelände und bringen die Eiszeit aus der Edisonstraße in die Welt.

Wer nun von einer Abkühlung träumt, darf aufwachen. Ice Age Ice stellt drei große Kühlboxen voller Eis für Selbstabholer zur Verfügung, die unsere Zeitung verlost. Ideal für die nächste Gartenparty und wiederverwendbar. Verlost werden die Boxen an jene Leser, die als erstes die Kommentarfunktion zu diesem Artikel auf unserer Homepage nutzen. Einfach reinschreiben: „Ich will die Box“. Die Gewinner erhalten dann von uns eine E-Mail.

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