Freuen sich über den Landesentscheid an der Einsteinschule: die Schulkoordinatorin „Jugend debattiert“ Tanja Schultheis , Teilnehmerin Luana Giersbeck und Schulleiter Claus Wörn (von links). Foto: Jan Max Gepperth

Maintal

Für das Einsteingymnasium beim Landesfinale von Jugend debattiert

Maintal. Sich mit einem Thema auseinandersetzen und fundierte Argumente für oder gegen eine Streitfrage in einer fairen Diskussion vorbringen. Das ist der Grundgedanke von „Jugend debattiert“.

Das Landesfinale Hessen Süd fand in diesem Jahr in der Maintaler Albert-Einstein-Schule statt, die mit Luana Giersbeck sogar eine Teilnehmerin stellte.

„Ursprünglich hätte das Finale an der Otto-Hahn-Schule stattgefunden“, erklärt die Schulkoordinatorin der Albert-EinsteinSchule für „Jugend debattiert“ Tanja Schultheis, „doch aufgrund des Feuers war dies nicht möglich. Daher sind wir kurzfristig eingesprungen.“

Andere Finalisten kennengelernt

Laut Teilnehmerliste nahmen 32 Schüler aus insgesamt acht Regionalverbünden das Mikrofon in die Hand und debattierten drauf los. Jeder Verband stellte also für jede der zwei Altersklassen, Sekundarstufe eins und zwei, jeweils zwei Schüler. Für den Regionalverband Hanau trat unteranderem die 13-jährige Einsteinschülerin Luana Gierbeck an. Durch ihren zweiten Platz beim Regionalentscheid hatte sie sich für den Landesentscheid Hessen Süd qualifiziert.

Ende März gab es drei Seminartage, an denen sich sämtliche Finalisten etwas kennenlernen und miteinander debattierten konnten. Dies habe Luana nicht kalt gelassen, wie sie zugibt: „Man weiß dann einfach, wie die anderen diskutieren. Und sie wissen, wie ich diskutiere. Das hat mich schon nervös gemacht.“ Trotzdem habe sie versucht, bei den Debatten ruhig zu bleiben und sich auf sich selbst zu konzentrieren. „Trotzdem hat man immer im Hinterkopf, dass die anderen was können.“

Jeder Teilnehmer bekam im Vorhinein zehn Tage Zeit, um sich mit den vorgegebenen Themen auseinanderzusetzten. Bei der Sekundarstufe eins waren die Streitfragen „Sollen außerhalb von Schulabschluss und Schulwechsel Notenzeugnisse durch Berichtszeugnisse ersetzt werden?“ und „Soll außerhalb von öffentlichen Sportereignissen die künstliche Beschneiung von Skipisten verboten werden?“.

Die zweite Sekundarstufe bekam hingegen politischere Themen wie „Soll die Bundeswehr EU-Bürger rekrutieren“ und „Soll die Teilnahme an Demonstrationen während der Unterrichtszeit als Entschuldigungsgrund gelten?“. Insgesamt wurden zwei Debattierrunden zu je einer der beiden Fragen veranstaltet. Erst unmittelbar vor der Diskussion wurde den Schülern mitgeteilt, ob sie während der Debatte die Pro- oder die Kontra-Seite einnehmen müssten.

Ehemalige Siegerin als Jurorin

In jeweils Vierergruppen, zwei Pro- und zwei Kontra-Debattierende, wurden die Schüler von einer jeweils dreiköpfigen Jury exklusive eines Zeitmessers begutachtet. Nach Abschluss der Debatte beriet sich die Jury und gab im Anschluss konstruktives Feedback an die Schüler. Zudem musste jedes Jurymitglied jedem Debattierenden eine geheime Wertung geben. Für jede der vier Anforderungen, konnte jeder Juror maximal fünf Punkte vergeben. Für jeden Durchgang ist folglich eine Höchstpunktzahl von 60 möglich gewesen. Die vier geforderten Anforderungen waren Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Laura Groote, ehemalige Regionalverbandsiegerin im Verband Hanau, war in diesem Jahr als Jurorin dabei. „Für mich ist es schwierig, dass ich kritisch genug bin, weil ich die Situation selbst kenne“, erklärt die Schülerin, die ebenfalls das Einsteingymnasium besucht, „ich kann mich einfach sehr in die Debattierenden hineinversetzen. Aber ich kriege es trotzdem ganz gut hin.“ Ihre Erfahrung aus der Vergangenheit sei ihr aber auch eine Hilfe, so Groote. „Die Benotung fällt mir dadurch leichter, weil ich so besser weiß, worauf ich achten muss.“

"Als Schule sehr stolz"

Insgesamt belegt Luana den 14. Platz in ihrer Altersklasse. Doch enttäuscht ist sie von diesem Ergebnis nicht. Sie habe schon vorher im Gefühl gehabt, dass sie nicht weiterkommen würde. „Aber es ist überhaupt schon eine Leistung gewesen, dass ich so weit gekommen bin“, sagt die Schülerin, „außerdem ist das doch so ein schöner Abschluss vor den Ferien.“

Auch Schulleiter Claus Wörn ist froh über die Leistung seiner Schülerin. „Ich habe sie auch in einer Debatte gesehen und muss sagen, dass das wirklich ganz toll war“, sagt er nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. „Wir sind vor allem als Schule sehr stolz, dass Luana heute dabei war.“

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