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"Es war einfach spitze": Faschingsstimmung auf Maintals Gassen

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Heiko Koch führt als amtierender Zugpräsident mit viel Helau den närrischen Lindwurm an. Foto: Kalle
Heiko Koch führt als amtierender Zugpräsident mit viel Helau den närrischen Lindwurm an. Foto: Kalle

Maintal. "Lustig, fröhlich, ausgelasse, gefeiert wird uff Maintals Gasse!" Dieses Motto des Karnevalszug-Verein Maintal (KVM) erwies sich am Samstag als zutreffend. Entsprechend schmücken etliche Superlative die Bilanz des Zweiten Vorsitzenden Günter Sauermilch.

Von Martina Faust

„Es war einfach spitze“, schwärmt Sauermilch, der sich seit vielen Jahren um die Organisation des Karnevalsumzugs kümmert. Doch einen Lindwurm wie den vom vergangenen Samstag hat auch er schon länger nicht mehr erlebt. „Wir haben immer viele Zuschauer, aber so viele wie diesmal waren es schon lange nicht mehr“, sagt Sauermilch und schätzt die Zahl der Besucher auf mindestens 15 000.

Tatsächlich gab es entlang der Zugstrecke, die in der Berliner Straße ihren Anfang nahm und über Bahnhofstraße, den Backesweg und die Schubertstraße schließlich zurück auf die Bahnhofstraße führte und in die Zeppelinstraße mündete, kaum einen Meter Gehweg, auf dem sich nicht bunt verkleidete, feiernde und tanzende Jecken tummelten. Schließlich war allein schon das Wetter die beste Einladung zum Maintaler Straßenkarneval.

Zahlreiches Publikum und bunte FaschingspartysEinzig in der Berliner Straße, in der erstmals nicht nur die Aufstellung erfolgte, sondern der Zug auf Höhe der Siemensallee seinen Anfang nahm, darf nach Sauermilchs Ansicht „gerne noch etwas voller werden. Aber das muss sich wahrscheinlich erst etablieren“, mutmaßt er. Dabei ist das Beispiel Zeppelinstraße Anlass zur Hoffnung. Dort – und nicht auf der Kennedystraße – befand sich im Vorjahr erstmals die Zielgerade. Sauermilch gehörte damals zu den größten Skeptikern dieser Entscheidung.

„Das ist eine reine Wohngegend. Ich hatte Sorge, dass die Anwohner vielleicht wenig mit Karneval zu tun haben möchten“, erzählt er. Diese Sorge erwies sich als unbegründet. Auch in der Zeppelinstraße gab es ein zahlreiches Publikum, und einige Anwohner feierten auf ihren Grundstücken mit Freunden bunte Faschingspartys.

Maskerade, Musik und MotivwagenIn den Reihen der Zugteilnehmer fanden sich traditionell Vereine aus den vier Stadtteilen und der Region, die mit fantasievoller Maskerade, lautstarker Guggemusik, aufwändig gestalteten Motivwägen, hoheitlichen Herrschaften, viel Helau und natürlich tonnenweise Kamelle für ein perfektes närrisches Erlebnis sorgten. Dabei waren die Motivwägen der „Issgemer Bube“ und der „Issgemer Jungs“ erneut ein absoluter Hingucker. Da wurde das Märchen von Aladdin lebendig, mit riesiger drehbarer Wunderlampe und fliegendem Teppich, aber ebenso das gallische Dorf von Asterix und Obelix inklusive plätscherndem Wasserfall.

Doch nicht allein die Zuschauer- und Teilnehmerzahlen sorgten bei Günter Sauermilch für Begeisterung. Auch die Stimmung sei „wahnsinnig toll“ gewesen. Gerade auf der Bahnhofstraße, in Höhe der Siemensalle, wo seit 2016 Drängelgitter stehen, sowie auf Höhe der Turngemeinde, wo die Absperrgitter erstmals installiert wurden, sei es ruhiger geworden. „Kein Zuschauer ist in den Zugweg geraten. Auch wenn es natürlich immer einzelne Chaoten gibt“, sagt Sauermilch. Von Zwischenfällen ist ihm jedoch nichts bekannt, und auch seitens der Polizei hieß es gestern, dass es keine gravierenden Zwischenfälle gegeben habe.

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