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Ehrenamt statt Ruhestand

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Sie engagieren sich für die Belange von Senioren in der Stadt, unter anderem im Redaktionsteam der Seniorenzeitung: Ralf Mench (von links), Roland Hahn, Klaus Klee und Gerhard Fink, die gerade im Büro der Freiwilligenagentur eine Redaktionssitzung abhalten. (Foto: Bielesch)
Sie engagieren sich für die Belange von Senioren in der Stadt, unter anderem im Redaktionsteam der Seniorenzeitung: Ralf Mench (von links), Roland Hahn, Klaus Klee und Gerhard Fink, die gerade im Büro der Freiwilligenagentur eine Redaktionssitzung abhalten. (Foto: Bielesch)

Maintal. Rund 30 Prozent der Maintaler Bevölkerung sind über 60 Jahre alt. Dass das Rentner-Dasein heutzutage immer mehr mit Aktivsein als mit Ruhe und Stillstand zu tun hat, beweisen die Senioren, die sich bei Projekten der Freiwilligenagentur und des Seniorenbeirats engagieren.

Von Monica Bielesch

Die engagierten Best-Ager in Maintal bringen sich vielfältig in Projekte der Freiwilligenagentur ein. „Als wir vor zehn Jahren nach Maintal gezogen sind, war das Senioren-Office eine wichtige Anlaufstelle für mich“, erzählt Gerhard Fink. Der 68-jährige Dörnigheimer ist aktiv im Seniorenbeirat und hat die Homepage www.seniorenaktiv-maintal.de ins Leben gerufen. „Die habe ich gestaltet und betreue sie auch heute noch, ebenso wie die Webseiten der Waldschule und der Bürgerhilfe.“

So kam der Kontakt zu Klaus Klee zustande, der seit zehn Jahren für die Maintaler Seniorenzeitung „60 aufwärts“ schreibt. Herausgeber dieser vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift ist der Seniorenbeirat, die Druckkosten finanziert die Stadt. Und für diese Seniorenzeitung gestaltet Fink nun seit einem Jahr das Layout. Klee, der früher Technischer Einkaufsleiter der Degussa war, hat als Rentner den Spaß am Schreiben entdeckt. „Und ich habe auch schon früher im Beruf viel recherchiert“, berichtet er.

Themen in die Öffentlichkeit rücken

Fink hat als Ingenieur gearbeitet, war Vertriebsleiter in einem Telekommunikationsunternehmen. „Ich bin Autodidakt“, lacht er, denn alles rund um die Computerprogramme Photoshop, InDesign und Adobe hat er sich selbst beigebracht. Roland Hahn engagiert sich in den Stadtleitbildgruppen „Mainufer“ und „Leben im Alter“ und gehört ebenfalls zum Redaktionsteam der Seniorenzeitung. Der ehemalige Stadtplaner kann bei seinen ehrenamtlichen Aktivitäten stark auf seine beruflichen Erfahrung zurückgreifen. Auch der 67-Jährige will sich aktiv dafür einbringen, dass Themen, die für Senioren interessant sind, in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Von den rund 30 Prozent Maintalern, die über 60 Jahre alt sind, leben die meisten in Wachenbuchen, die wenigsten in Bischofsheim.

Stärken und Vorlieben einbringen

Klee gestaltet seit Jahren auch seine eigene Homepage und ist Mitbegründer der Hochstädter Kabarettgruppe „Mikrokosmos“, die auch in diesem Jahr wieder Ende Oktober einen satirischen Blick auf die politischen Vorkommnisse in Maintal werfen werden. Jeder der Senioren bringt sich in die ehrenamtliche Arbeit mit seinen Stärken und Vorlieben ein. So ist beispielsweise Ursula Pohl über die Grenzen Maintals bekannt als Stadtführerin durch Hochstadts Geschichte. Sie wirkt sowohl beim Seniorenbeirat als auch im Vorstand des Heimatmuseums mit. Und sie gehört zu den Mitbegründern der Seniorenzeitung.

Auflage von 2800 Stück

Diese gibt es seit knapp 20 Jahren. Die erste Ausgabe erschien 1996 noch als Programmheft, ein Bündel kopierter Blätter – ohne Fotos. Heute kommt das Heft mit einer Auflage von 2800 Stück in Magazinform daher. Mit der Zeitung wollen die Macher auch die künftigen Senioren ansprechen. Und eben die Themen ansprechen, die in diesem Alter interessant werden. Mittelfristig gehe es auch darum, die Arbeit des Seniorenbeirats öffentlicher zu machen, betont Fink. „Die ist ja weitgehend unbekannt.“ Dafür versuchen die engagierten Best-Ager alle Kommunikationskanäle, wie Internet und Seniorenzeitung zu nutzen.

Wer Interesse hat, bei der Seniorenzeitung oder anderen Aktionen des Seniorenbeirats mitzuhelfen, meldet sich entweder bei Eberhard Seipp von der Freiwilligenagentur unter Telefon 0 61 81/40 04 71 oder 40 04 72 oder bei Ursula Pohl vom Seniorenbeirat, Telefon 0 61 81/4 66 95.  www.seniorenaktiv-maintal.de

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