Über die Zukunft des EGZ in Dörnigheim wird intensiv gesprochen, eine konkrete Entscheidung über die städtebaulichen Pläne auf der Teilfläche des Kindergartens steht aber weiterhin aus. Luftbild: Axel Häsler

Maintal

EGZ-Areal: Errichtung von günstigem Wohnraum reduziert Kaufpreis

Maintal. Sie schicken sich an, Dauergäste in den Sitzungen des Bauausschusses zu werden. Die Rede ist von Vertretern der Evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim.

Von Martina Faust

Auch an der jüngsten Sitzung am Dienstagabend nahmen Pfarrer Dr. Martin Streck und Vertreter des Kirchenvorstands sowie Heiko Förster von der FF Projekt GmbH teil, denn die Uhr tickt.

Der Kirchengemeinde sitzt die Zeit im Nacken. Eigentlich hatte man bereits für Ende Mai auf einen bindenden Beschluss zum städtebaulichen Konzept für jene Teilfläche des Evangelischen Gemeindezentrums (EGZ) in Dörnigheim gehofft, die verkauft und bebaut werden soll. Mit dem Erlös möchte und muss die Gemeinde das Hauptgebäude des EGZ sanieren – und das zeitnah, denn die Kosten für Unterhaltung und notdürftige Reparaturmaßnahmen übersteigen mittlerweile das Budget.

Abschlag bis zu 740 000 Euro beim Kaufpreis

Noch aber steht die sehnlichst erwartete Entscheidung der Fraktionen aus. Grund ist die Forderung von SPD, WAM und Grünen, dass im Wohnungsbau mindestens 30 Prozent preisgedämpfte Mietwohnungen entstehen sollen. Dies sah das Konzept der beiden favorisierten Kaufinteressenten bislang nicht vor. Denn dadurch würde der Kaufpreis minimiert und in der Folge eine nicht unerhebliche Finanzierungslücke bei der Sanierung des EGZ entstehen.

Doch SPD, WAM und Grüne verweisen auf das gemeinsam erarbeitete Stadtentwicklungskonzept und den darin festgeschriebenen Anteil an mietpreisgebundenen Wohnungen bei Neubauten. Daher erging der „Arbeitsauftrag“ an die Kirchengemeinde, mit den potentiellen Investoren entsprechend zu verhandeln. Die ersten Ergebnisse stellte Projektmanager Heiko Förster am Dienstagabend vor.

„Bei einem Anteil von 30 Prozent mietgedämpftem Wohnen liegen die Abschläge beim Kaufpreis zwischen 410 000 und 740 000 Euro“, erläuterte er. Der Wert richtet sich nach dem Mietpreis, der zugrunde gelegt wird, aber bislang nicht festgelegt ist. Für die Kirchengemeinde ein erhebliches Defizit, denn schon jetzt lägen laut Förster die kalkulierten Sanierungskosten über dem Erlös für das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich derzeit das Nebengebäude befindet, in dem die Kita untergebracht ist.

Ganz so groß muss die Differenz nicht ausfallen, denn Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) stellte in Aussicht, dass Gelder aus dem hessischen Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ für die Sanierung fließen könnten.

Mitglieder wollen kein voreiliges Votum treffen

Damit die Gespräche mit den Investoren intensiviert werden können, und zwar zeitnah, damit einerseits die beiden Kaufinteressenten bei der Stange bleiben und die Kirchengemeinde zügig die weiteren Schritte für den Verkauf der Fläche und die Sanierung des EGZ in Angriff nehmen kann, warb Sachtleber darum, dass sich die Ausschussmitglieder sowohl zum Mietpreis – dieser würde für geringe Einkommen 8,14 Euro pro Quadratmeter und für mittlere Einkommen 8,64 Euro betragen – als auch zum städtebaulichen Konzept positionieren.

„Das kann nicht Ihr Ernst sein“, lautete der Kommentar des entrüsteten Christian Wolf (WAM). Dem konnte Tobias Lehnert (SPD) nur zustimmen. „Ich werde einen Teufel tun, irgendetwas dazu zu sagen. Ich werde das zunächst mit den Kollegen in der Fraktion besprechen“, machte er deutlich. Schließlich hatten die Ausschussmitglieder die Informationen erst während der Sitzung erhalten.

Um aber durchaus zügig zu einem Votum zu gelangen, auf das die Kirchengemeinde dringend wartet, folgten die Ausschussmitglieder dem Vorschlag Thomas Schäfers (FDP), dass der Haupt- und Finanzausschuss im nicht-öffentlichen Teil einer Sondersitzung eine Entscheidung treffen wird. Diese beginnt am Montag, 17. Juni, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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