Mit Infoständen hatten sich die Grünen-Ortsverbände Maintal und Mühlheim (hier zu sehen ist der Stand der Maintaler Grünen) im August für den Erhalt der Fährverbindung und deren Umrüstung auf Solartechnik stark gemacht. (Archivfoto: Kalle)

Maintal

Dörnigheimer Fähre: "Keine gesetzliche Verpflichtung“

Maintal/Dietzenbach. Ob die Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim eine Zukunft hat, wird wohl maßgeblich von ihrer Finanzierung abhängen beziehungsweise davon, wer sich an den Kosten beteiligt. Das geht aus einem Bericht des Kreises Offenbach hervor, den dieser gestern veröffentlichte.

Von David Scheck

Die Ansage darin ist jedenfalls unmissverständlich: „Eine gesetzliche Verpflichtung, den Fährbetrieb aufrechtzuerhalten, gibt es für den Kreis Offenbach nicht“, heißt es darin.

Ein neuer Pächter, Verkauf, Bau einer Brücke: Seitdem der Landkreis Offenbach in seiner Funktion als Betreiber die Fähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim Anfang Oktober mit sofortiger Wirkung stilllegte, stehen mehrere Optionen in der Diskussion. Ein Punkt dabei war stets ein Bericht zu den Nutzerzahlen der Fähre, der ausgearbeitet werden sollte. Diese Statistik hat der Kreis Offenbach nun vorgelegt. Die Untersuchung über die Nutzung der Fähre wurde im September von der Hochschule Darmstadt durchgeführt.

Zahlen liegen endlich vor

Insgesamt seien an drei Werktagen 602 Personen befragt worden. 80 Prozent seien Selbstfahrer und nutzen die Fähre hauptsächlich von Montag bis Freitag, 60 Prozent als Berufspendler. Die Zahlen zeigten darüber hinaus, dass die Fährverbindung überwiegend von Personen aus Maintal, insbesondere Dörnigheim, und Mühlheim (mit dem Stadtteil Dietesheim) genutzt werde. Auf der Hinfahrt kämen 43 Prozent der Menschen aus Maintal, 31 Prozent aus Mühlheim. Ein vergleichbares Bild zeige sich mit Blick auf die Rückfahrt. Hier werde die Fähre von etwas über 18 Prozent der Befragten für die Rückfahrt nach Mühlheim und von knapp 30 Prozent nach Maintal genutzt. Das spreche dafür, schreibt der Kreis Offenbach, dass die Fährverbindung eine eher lokale Bedeutung habe und die Leistung zu einem nicht unerheblichen Teil für den benachbarten Main-Kinzig-Kreis erbracht werde.

Beteiligung des Main-Kinzig-Kreises sei kein Thema

„So muss man sich die Frage stellen, ob die Erhaltung der Fährverbindung tatsächlich ausschließlich eine Aufgabe des Kreises Offenbach, finanziert durch die Kreisumlage der 13 Kreiskommunen, ist“, lautet daher der Fingerzeig aus Dietzenbach, dem Sitz des Kreises Offenbach, in Richtung Main-Kinzig-Kreis. In Gelnhausen zeigt man sich aufgrund der bisher dünnen Faktenlage zurückhaltend: Eine Beteiligung des Main-Kinzig-Kreises am Betrieb der Fähre war und sei kein Thema, zumal es von Offenbacher Seite dazu bisher auch keine offizielle Kontaktaufnahme gegeben habe, heißt es seitens der Kreis-Pressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung. Aber auch davon abgesehen sehe der Kreisbeigeordnete Matthias Zach (Grüne) als zuständiger Dezernent hier keine Zuständigkeit beim MKK.

Brückenbau wird wieder ins Spiel gebracht

Seit der Stilllegung der Fähre wird von politischer Seite nun wieder der Bau einer Brücke ins Spiel gebracht. Die CDU hatte sowohl auf Maintaler als auch auf Main-Kinzig-Kreis-Ebene einen entsprechenden Vorstoß gemacht und sieht nach eigenen Angaben keine Alternative zum Bau einer Brücke (wir berichteten). Davon hält die Fraktionsvorsitzende der Maintaler Grünen, Monika Vogel, nichts. Der Maintaler Ortsverband hatte sich im August mit seinem Mühlheimer Pendant im Rahmen einer Aktion mit Infoständen für den Erhalt der Fähre sowie deren Umrüstung auf Solarbetrieb starkgemacht. Vogel hält die Verbindung auch für Ausflügler für unabdingbar. „Wenn wir das Mainufer aufwerten wollen, dann brauchen wir die Fährverbindung“, so die Grünen-Fraktionschefin. Ein Brückenbau würde außerdem den Autoverkehr fördern.

WAM fordert umweltfreundliche Elektrofähre

Auch Klaus Seibert von der Wahlalternative Maintal (WAM) kann dem Vorschlag der CDU nichts abgewinnen. „Eine Brücke wäre ein Millionengrab gegenüber der Neuanschaffung einer Fähre“, so Seibert in einer Mitteilung. Da die Auffahrt zur Brücke wegen der vorgeschriebenen Neigung jenseits der Kennedystraße liegen müsste, wären eigene Zu- und Abfahrten nötig. Dies würde zusätzlich die Kosten explodieren lassen. Deshalb fordere die WAM die Neuanschaffung einer umweltfreundlichen Elektrofähre. Zur Finanzierung sollten die Kreise Offenbach und Main-Kinzig sowie die Städte Mühlheim und Maintal beitragen. Dazu könnten Fördermittel von EU, Bund und Land beantragt werden, so Seibert. Die WAM werde daher einen entsprechenden Antrag stellen.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema