Zur Podiumsdiskussion in der „Mainkultur“ konnten die Moderatorinnen Yvonne Backhaus-Arnold (links) und Martina Faust mit Sebastian Maier (SPD), Martin Fischer (CDU), Monika Vogel (Grüne), Pächter Ahmet Cetiner, Bürgermeisterin Monika Böttcher, Thomas Schäfer (FDP) und Jörg Schuschkow (WAM) die Beteiligten und Entscheidungsträger der Sommergastronomie am Mainufer begrüßen. Foto: Privat

Maintal

Diskussionsrunde: Eine Zukunft für die "Mainkultur"

Maintal. Die „Mainkultur“ ist ein Pilotprojekt. Entsprechend war und ist die Bereitstellung einer Sommergastronomie am Mainufer mit vielen Herausforderungen verbunden – für die Stadt, für den Pächter und für die Politik.

Von Martina Faust

Und natürlich haben sich auch die Maintaler im vierten Jahr des Bestehens der „Mainkultur“ eine Meinung zu dem Angebot gebildet. Weil derzeit politisch die Weichen für die Fortsetzung des Angebotsgestellt werden, hatte der TAGESANZEIGER für Donnerstagabend zu einer kleinen Podiumsdiskussion in die „Mainkultur“ eingeladen.

Bürger beteiligten sich rege an Diskussionsrunde des TAGESANZEIGER

„Mehr Mainkultur oder mehr Kultur am Main? Wie soll es am Mainufer weitergehen?“ lautete die Fragestellung, zu der Bürgermeisterin Monika Böttcher, Pächter Ahmet Cetiner, Vertreter der Fraktionen und interessierte Bürger einiges zu sagen hatten, nachdem die stellvertretende Chefredakteurin des HANAUER ANZEIGER, Yvonne Backhaus-Arnold, und TAGESANZEIGER-Redakteurin Martina Faust in das Thema eingeführt hatten.

Dabei zeigte sich, dass die Fortführung des Angebots über alle Parteigrenzen hinweg politischer Konsens ist. Unterschiedliche Ansichten gab es allerdings, was den Einsatz von Steuermitteln – konkret stehen 100 000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen am Mainufer im Haushalt bereit – und die Realisierung bestimmter Maßnahmen angeht.

Für Pächter Ahmet Cetiner etwa ist der vorliegende Maßnahmenkatalog, der unter anderem die Sanierung des Fährsockels, die Installation von Beleuchtung, einem Abwasseranschluss, den Bau einer Freitreppe oder die Einrichtung einer Eventfläche vorsieht, aber ebenso Fundamente für die Gastronomie-Container und eine Beschattungsmöglichkeit, „kein Beitrag, um die 'Mainkultur' wirtschaftlich zu betreiben. Auch wenn es keine schlechten Maßnahmen sind“.

100 000 Euro für Infrastruktur, nicht für den Pächter

Gleichzeitig stellten sowohl Cetiner als auch CDU-Partei- und Fraktionschef Martin Fischer klar, dass die 100 000 Euro keinesfalls eine Subvention des Pächters sind, sondern vorgesehen sind, um die notwendigen Voraussetzungen für eine Sommergastronomie – unter welcher Federführung auch immer – zu schaffen. Denn der aktuelle Pachtvertrag läuft bis 2021 und wird dann neu ausgeschrieben.

Dass sich eine Fortsetzung lohnt – hier äußerte ein Gast im Publikum Zweifel – , belegte Cetiner durch Zahlen. Seit Beginn der Saison im April seien knapp 18 000 Besucher in die „Mainkultur“ gekommen. Das Angebot wird also gerne angenommen, auch wenn aus Sicht des Pächters durchaus noch Luft nach oben ist. „Und wenn wir dieses Angebot wollen, dann müssen wir in die Infrastruktur investieren, damit der Gastronomiebetrieb existieren kann und auch Kulturevents möglich sind“, machte SPD-Fraktionschef Sebastian Maier deutlich.

Was ist unter dem Begriff "Kultur" zu verstehen?

Der Begriff „Kultur“, besser gesagt die Frage, wie eng oder weit dieser Begriff mit Blick auf die „Mainkultur“ gefasst werden soll, war insbesondere im Austausch mit dem Publikum ein Dreh- und Angelpunkt der Diskussionsrunde. Die einen wünschen sich ein stärkeres kulturelles Angebot im engeren Sinne, die anderen – wie etwa Böttcher oder Cetiner – sehen in der „Mainkultur“ durchaus einen Beitrag zur Kultur. „Kultur ist mehr als nur Theater. Kultur entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen“, sagte Böttcher.

Hier einen Konsens zu finden zwischen den gegensätzlichen Standpunkten, das war aus Sicht von Monika Vogel, Fraktionsvorsitzende der Maintaler Grünen, das Bestreben der Arbeitsgruppe, die den Maßnahmenkatalog erarbeitet hat. Dabei habe es durchaus „schwierige Diskussionen“ gegeben, so Vogel. Nach der Zuarbeit durch die AG sei es aber nun an der Politik zu entscheiden.

Gastronomischer Betrieb soll gesichert werden

Dabei waren sich – mit Ausnahme von Jörg Schuschkow, dem Fraktionsvorsitzenden der WAM – die politischen Vertreter auf dem Podium einig, dass die 100 000 Euro genutzt werden sollen, um den gastronomischen Betrieb zu sichern. Thomas Schäfer, Fraktionschef der FDP, und Martin Fischer wünschten sich zudem, dass noch stärker die unternehmerische Sicht eingebracht und berücksichtigt wird. „Wir brauchen Unternehmer, die sich einbringen, weil sie die Dinge ganz anders bewerten“, so Schäfer.

Damit machte sich am Donnerstagabend eine politische Mehrheit dafür stark, die Zukunft der Sommergastronomie zu sichern. „Die 'Mainkultur' ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen können und die einen hohen Identifikationswert hat“, betonte Monika Böttcher. Und auch aus dem Publikum gab es Stimmen, die den unternehmerischen Mut lobten und sich für die Fortsetzung des Pilotprojekts der „Mainkultur“ aussprachen.

Ein Pilotprojekt war ebenfalls die vom TAGESANZEIGER organisierte Diskussionsrunde in der „Mainkultur“, die allen Beteiligten sowie interessierten Bürgern die Möglichkeit bot, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und dabei auch mit manchem Missverständnis aufzuräumen.

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