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Bagger brummen für „La Main“: Außengastronomie am Mainufer hat neuen Pächter

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Von: Michael Bellack

Probesitzen: Der neue Pächter Johann Goltz macht es sich schon bequem. Auf ihn und seine Frau Nadine wartet jedoch noch eine Menge Arbeit.
Probesitzen: Der neue Pächter Johann Goltz macht es sich schon bequem. Auf ihn und seine Frau Nadine wartet jedoch noch eine Menge Arbeit. © -

Johann Goltz ist der neue Mann am Mainufer. Der Schausteller hat sich die Ausschreibung für die Gastronomie in Dörnigheim gesichert. Anfang Main soll es losgehen.

Maintal – Johann Goltz ist Schausteller in vierter Generation, angefangen hat früher alles mit einem Zirkus. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt bei ihm auf der Gastronomie. Unter anderem betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Nadine gleich mehrere Pizzastände. Über die entsprechende Erfahrung verfügt Goltz also, auch wenn er mit dem Betrieb der Gastronomie am Mainufer in Maintal bei Hanau (Main-Kinzig-Kreis) als fester Standort ein gewisses Neuland betritt. „Das ist das erste Mal etwas ohne Räder“, sagt er schmunzelnd.

„Coronabedingt und auch generationenbedingt haben wir uns entschlossen, uns auch auf andere Sachen zu konzentrieren. Nicht nur auf das reine Schaustellergeschäft“, sagt Johann Goltz. Der Wunsch nach mehr Planbarkeit war bei dem 42-Jährigen, der gemeinsam mit seiner Frau eine 14 Jahre alte Tochter hat, groß. „Das war in der Schaustellerbranche immer schon etwas anderes, durch Corona hat sich das Ganze noch einmal verstärkt“, sagt Johann Goltz. Jahrmärkte, Feste, Veranstaltungen – all das konnte in den vergangenen beiden Pandemie-Jahren kaum oder nur eingeschränkt stattfinden. Für Schausteller eine Katastrophe. Johann Goltz, der sich als „leidenschaftlicher Schausteller“ beschreibt, will nun mehr Sicherheit, auch mit Blick auf die kommende Generation.

Zwischen Hanau und Frankfurt: Ideale Bedingungen für neue Gastro in Maintal

Das Konzept habe ihn sofort überzeugt, erklärt er. Die Bewerbung bei der Stadt Maintal sei dann Formsache gewesen. „Als Schausteller bewirbt man sich ja sowieso das ganze Jahr über bei den Veranstaltern“, sagt Johann Goltz. Über den Zuschlag zeigt er sich sehr zufrieden, insgesamt gingen laut Stadt sieben Bewerbungen ein, sechs Bewerber stellten sich persönlich vor.

Zwischen Hanau und Frankfurt bietet das Gelände am Main aus Sicht von Goltz ideale Bedingungen. „Fahrradfahrer, Wanderer, Spielplätze in der Nähe – das passt schon sehr gut.“

Derzeit laufen die Arbeiten für ein Fundament, auf dem die vier Container stehen werden. Die Gelder stellt die Stadt.
Derzeit laufen die Arbeiten für ein Fundament, auf dem die vier Container stehen werden. Die Gelder stellt die Stadt. © Michael Bellack

Und die Planungen für die Neueröffnung laufen natürlich schon. Derzeit finden noch Arbeiten am Mainufer in Maintal statt, unter anderem werden Fundamente gelegt. Die sanitäre Infrastruktur soll verbessert werden.

Geplant sind insgesamt vier Container am Mainufer. Ein Lager, ein Sanitärcontainer und jeweils einer für eine Küche und Bar. Dort soll es vor allem Fingerfood geben und natürlich Getränke aller Art. Zudem plant Goltz eine Überdachung, um auch bei schlechterem Wetter Plätze anbieten zu können. Das Konzept, dass sich die Besucher Liegestühle nehmen und sich ihren Platz auf der Wiese frei auswählen dürfen, bleibt bestehen.

Im Blick haben Goltz und seine Frau zudem verschiedene Aktionstage im Laufe des Jahres. Denkbar seien ein Oktoberfest, eine Grillwoche, ein Seniorentag und natürlich Live-Musik. „Das Angebot richtet sich an die ganze Familie“, betont Nadine Goltz.

Maintal nahe Hanau: Neue Gastronomie soll „La Main“ heißen

Ein neuer Name für die ehemalige Main Kultur ist ebenfalls bereits gefunden. „La Main“ soll die Gastronomie künftig heißen, passend dazu wird es auch Präsenz in den sozialen Medien geben. Die Eröffnung will des Ehepaar Goltz direkt mit einem Feiertag verbinden. Ein „Tanz in den Mai“ soll den Auftakt machen. Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. So müssen die Container noch mit der entsprechenden Optik versehen werden. Dazu hat man bereits vor Monaten Holz von der Sibirischen Lärche bestellt. Aufgrund des Krieges in der Ukraine gestaltet sich das jedoch mittlerweile schwierig. „Wir mussten woanders bestellen und dafür noch einmal ordentlich Geld in die Hand nehmen“, sagt Johann Goltz.

Das soll sich aber langfristig auszahlen. Fünf Jahre läuft der jetzige Pachtvertrag in Maintal, Goltz denkt bereits an die Zeit danach. „Wenn der Vertrag ausläuft, werden wir bei einer neuen Bewerbung noch eine Schippe drauflegen“, sagt er. (Michael Bellack)

Weitere Nachrichten aus der Gastro-Szene der Region: In Offenbach muss jetzt ein Kult-Lokal schließen und sucht nach einem neuen Standort. In Darmstadt hat erstmals ein Restaurant einen Michelin-Stern bekommen.

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