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Verteilen Rosen auf dem Bischofsheimer Wochenmarkt, um mit Besucherinnen über das Thema Gleichberechtigung ins Gespräch zu kommen: Bürgermeisterin Monika Böttcher (Zweite von rechts) mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Annika Frohböse (rechts) und Christiane Betz (Zweite von links) vom Stadtteilzentrum.

Blumengrüße zum Weltfrauentag

Bürgermeisterin kommt auf dem Bischofsheimer Wochenmarkt mit Maintalern ins Gespräch 

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Auf dem Bischofsheimer Wochenmarkt verteilten Bürgermeisterin Monika Böttcher, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Annika Frohböse sowie Christiane Betz als Leiterin des Stadtteilzentrums Bischofsheim Blumengrüße zum Weltfrauentag und diskutierten mit Besuchern über das Thema Gleichstellung. 

„Was halten Sie von der Gleichberechtigung des Mannes“, stand auf einer Bodenplane des Frauen- und Gleichstellungsbüros Maintal zu lesen. Damit wurde ironisch ein ernstes Thema aufgegriffen. „Natürlich haben Frauen heute formal gesehen die gleichen Rechte wie Männer. Aber die gesellschaftliche Realität zeigt leider immer noch eine Benachteiligung von Mädchen und Frauen, wenn es um eine echte Gleichstellung geht“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher. 

Junge Frauen erfahren die mangelhafte Gleichstellung vor allem bei den Themen Familie und Beruf

Eine Einschätzung, die Annika Frohböse als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Maintal bestätigt. „Viele junge Frauen empfinden sich heute gar nicht mehr als benachteiligt“, erzählt Frohböse. „Sie erfahren eine mangelhafte Gleichstellung der Geschlechter erst, wenn sie beruflich in höhere Leitungsebenen aufsteigen wollen oder in ein Alter kommen, in dem Kinderwunsch ein Thema werden könnte. Dann erleben sie die berühmte gläserne Decke und haben Schwierigkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln. 

Auf den ersten Blick scheint alles prima zu sein, bis das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ansteht. Wenn dann vielleicht auch noch die Beziehung scheitert, ist das Risiko für Frauen, mit Hartz IV aufstocken zu müssen oder in der Armutsfalle zu landen, groß“, so Frohböse. 

Familienplanung und finanzielle Absicherung ließen sich besser planen, sagt Annika Frohböse

Vordergründig habe sich Vieles in den letzten Jahren und Jahrzehnten verbessert. Seit es einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr gebe und das Elterngeld für viele eine wichtige finanzielle Stütze in der frühen Elternzeit darstelle, ließen sich Familienplanung und finanzielle Absicherung besser vereinbaren, berichtet die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. 

„Da Männer und Frauen jedoch noch lange nicht in gleichem Umfang Elternzeit nehmen, erleben Frauen bei der Arbeitssuche eine deutliche Benachteiligung. Erst wenn Pflege, Kindererziehung und Hausarbeit gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden, wird Gleichberechtigung erreichbar“, ist sie überzeugt.

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