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Bürgermeisterin Böttcher begrüßt Vorlage des neuen Mietspiegels

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Die Bürgermeisterin ist Monika Böttcher erleichtert über die Vorlage des neuen Mitspiegels. Foto: Tim Reckmann/pixelio.de
Die Bürgermeisterin ist Monika Böttcher erleichtert über die Vorlage des neuen Mitspiegels. Foto: Tim Reckmann/pixelio.de

Maintal. Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) zeigt sich erleichtert über den am Montag vorgelegten neuen Mietspiegel. Das letzte Maintaler Verzeichnis über die sogenannten ortsüblichen Vergleichsmieten endete bereits Ende 2013. Der dann folgende jahrelange „Stillstand“ dauerte bis zum Sommer dieses Jahres an.

Von Reinhold SchlittMaintals Stadtverordnete hatten die Mietspiegelparteien zuletzt in einer einstimmigen Resolution aufgefordert, wieder Verhandlungen aufzunehmen. Die Stadtverwaltung hatte ihre Vermittlung angeboten (wir berichteten).

„Stadtverordnetenversammlung und Magistrat der Stadt Maintal haben sich in der Vergangenheit gemeinsam für die Wiederaufnahme der Verhandlungen eingesetzt. Insofern freuen wir uns sehr darüber, dass sich Haus und Grund und Mieterbund einigen konnten“, sagte Böttcher unserer Zeitung.Deutlich über dem VergleichwertSie und auch der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber betonten, dass das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ alle Kommunen in der Metropolregion Rhein-Main beträfe, „besonders aber Maintal aufgrund unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu Frankfurt“. Mit der im September von der Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebrachten Gründung einer eigenen Immobiliengesellschaft wolle die Stadt einen Beitrag leisten, „die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt insgesamt zu entlasten“.

Die Quadratmeterpreise im neuen Mietspiegel liegen deutlich über denen des Vergleichswerks von 2012/2013 (siehe Tabelle). Danach steigen die ortsüblichen Vergleichsmieten in Maintal um durchschnittlich 11,91 Prozent an. Die größte Abweichung ergibt sich bei Wohnungen mit einer Fläche von über 105 Quadratmetern in Gebäuden, die bis 1948 errichtet wurden. Hier stieg der Quadratmeterpreis um 14,22 Prozent (von 4,71 auf 5,38 Euro). Ähnlich hoch fällt der Quadratmeterpreis in Gebäuden aus, die zwischen 1949 und 1964 errichtet wurden. Für eine Fläche von über 105 Quadratmetern werden hier nun 5,92 Euro ausgewiesen, was einem Anstieg um 13,85 Prozent entspricht.

Rund zehn Prozent Unterschied auch in HanauDer Geschäftsführer von Haus und Grund in Hanau, Rechtsanwalt Stephan Weber, führt die hohe Differenz zwischen dem alten und neuen Mietspiegel darauf zurück, dass zwischen der Gültigkeit beider Vergleichstabellen ein langer Zeitraum liegt: „Der alte Mietspiegel ist bereits am 1. August 2012 verabschiedet worden, sodass zwischen den beiden Mietspiegeln eine Zeitspanne von fünf Jahren liegt.“ Das müsse berücksichtigt werden, wenn jetzt von einer Mietenexplosion gesprochen werde.

Einen ähnlichen Effekt hatte es in der Tat auch bei der Neuauflage des Hanauer Mietspiegels im Sommer gegeben. In der Brüder-Grimm-Stadt liegen die ortsüblichen Vergleichsmieten zwischen dem alten (bis Mitte 2014 gültigen) Mietspiegel und dem neuen, im August 2017 in Kraft getretenen Vergleichswerk rund zehn Prozent auseinander.Mietpreisbremse sei InvestitionshemmnisAuch der Haus und Grund-Geschäftsführer bestätigte gegenüber unserer Zeitung, „dass die Mieten mit zunehmender Nähe zum Ballungsraum Frankfurt höher werden“. In dieser Region lägen die Grundstückspreise und die Erwerbskosten deutlich höher. Das schlage dann auf die Erwerbsnebenkosten wie beispielsweise Grunderwerbssteuer, Notar- und auch Maklerkosten durch. Weber: „Damit eine solche Immobilie auch rentierlich bewirtschaftet werden kann, haben diese Preise auch eine Auswirkung auf die Mieten."

Auf die Forderung nach einer verschärften Mietpreisdeckelung reagiert der Verbandsgeschäftsführer abweisend: „Kein wirtschaftlich denkender Eigentümer wird in eine Immobilie investieren, wenn er wegen einer künstlichen Mietpreisdeckelung nicht in der Lage ist, durch Erzielung einer angemessenen Miete die Verlustzone zu vermeiden.“ Eine Mietpreisbremse sei ein Investitionshemmnis. Wer Preissteigerungen in Ballungszentren verhindern wolle, müsse Investitionsanreize schaffen, statt regulierend einzugreifen. Webers Kritik zielt offenbar auch auf den Hanauer Mieterbund. Der fordert für neue Mietvertragsabschlüsse in Maintal die Anwendung der Mietpreisbremse und eine Verschärfung der Vorschriften zur Drosselung des Mietpreisanstiegs in der Stadt Hanau.

Der neue Mietspiegel für Maintal ist ab sofort bei den Verbänden erhältlich sowie als Download im Internet. www.haus-und-grund-hanau.de oder www.mieterbund-hanau.de

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