„Dann hätten wir ein ansprechendes Bürgerhaus für die nächsten 25 bis 30 Jahre“: Der Magistrat befürwortet eine Sanierung des existierenden Gebäudes, wie Erster Stadtrat Ralf Sachtleber im Bauausschuss nochmals deutlich machte. Archivfoto: Häsler

Maintal

Bürgerhaus: Parlamentarier wollen mehr Informationen

Maintal. Ein großes Bauprojekt wird begonnen, und während seiner Entstehung explodieren die Kosten – siehe Stuttgart 21 oder Flughafen BER. So gesehen hat Maintal eigentlich den Vorteil, dass die geschätzten Kosten für die Sanierung des Bürgerhauses Bischofsheim in die Höhe geschießen, bevor der erste Handgriff getan wurde.

Von David Scheck

Dennoch war es für einige Parlamentarier ein „Schock“. Den wollen sie nun erst einmal verdauen und nach der Sommerpause über den weiteren Weg entscheiden.

7,5 statt rund 2,3 Millionen Euro: Der Sanierungsbedarf des größten Maintaler Bürgerhauses ist deutlich größer als bisher angenommen. Die Ergebnisse der fachplanerischen Voruntersuchung waren wohl für die meisten Beobachter eine Überraschung, da machen die Stadtverordneten keine Ausnahme.

Thema in den Ausschüssen präsentIn drei der vier Ausschüssen stand das Thema in dieser Woche auf der Agenda. Im Ausschuss für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Klimaschutz kritisierte Klaus Gerhard (FDP) den Magistrat. Auch in einer zuvor veröffentlichen Mitteilung zeigt sich die FDP-Fraktion nach eigenen Worten entsetzt, vergleicht das Bürgerhaus bereits mit der Hamburger Elbphilharmonie.

„Ich frage mich, was der Magistrat in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, wenn er jetzt auf einmal ein marodes Gebäude vorfindet, das nicht mal der Genehmigungslage entspricht“, wird der Parteivorsitzende der Freien Demokraten in der Mitteilung zitiert.

Verschiebung der DiskussionSeine scharfe Kritik wiederholte Gerhard „live“ nochmals im Ausschuss. Allerdings wurde der ganzen Diskussion ein wenig der Wind aus den Segeln genommen, weil sich – auch durch eingereichte Änderungsanträge von SPD und CDU – schnell die Tendenz abzeichnete, die ganze Thematik in die Zeit nach der Sommerpause zu schieben.

Wie geht es nun weiter? Davon ausgehend, dass das Stadtparlament am kommenden Montag, 18. Juni, dem Ausschussvotum folgt, wird zunächst der Beschluss über die Magistratsvorlage zurückgestellt. Im August soll dann eine gemeinsame Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses, des Bauausschusses und des Ausschusses für Soziales, Sport, Jugend und Kultur stattfinden. Dort sollen dann auch die Fachplaner zu Wort kommen und ihre Ergebnisse selbst vorstellen sowie Fragen beantworten. Das übrigens direkt vor Ort, denn der Bauausschuss empfiehlt, die Sondersitzung im Bürgerhaus Bischofsheim abzuhalten. So könnten beispielsweise festgestellte Mängel von den Ausschussmitgliedern selbst in Augenschein genommen werden.

Bürgerversammlung wird gefordertAußerdem wurde im Bauausschuss vereinbart, Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) zu bitten, zu einem späteren Zeitpunkt zur Information über die möglichen Umbauvarianten des Bürgerhauses Bischofsheim eine Bürgerversammlung abzuhalten.

Ungeachtet dessen, dass sich schnell ein Schieben der Vorlage abzeichnete, machte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) im Bauausschuss noch einmal Werbung für die vom Magistrat bevorzugte Option: Die Sanierung des bestehenden Gebäudes am Dörnigheimer Weg, mit der Konsequenz einer zweijährigen Schließzeit. Argument für diese Variante: Die Kosten von rund 7,5 Millionen Euro könnten mit den Mitteln aus dem Investitionstopf der „Hessenkasse“ – die Stadt Maintal kann daraus etwa 8,3 Millionen Euro erwarten – locker finanziert werden. „Wir hätten dann ein ansprechendes Bürgerhaus auf neuestem energetischen und technischen Stand für die nächsten 25 bis 30 Jahre“, so der Erste Stadtrat.

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