Herzlich aufgenommen wurde die Stadt Maintal im Januar des vergangenen Jahres als 46. Mitglied der Kultur-Region Frankfurt/Rhein-Main. Bürgermeisterin Monika Böttcher (Zweite von links) wurde damals begrüßt von den beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Ina Hartwig (links, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt) und Thomas Will (Landrat des Kreises Groß-Gerau) sowie von Sabine von Bebenburg (Geschäftsführerin der Kultur-Region). Foto: Archiv

Maintal

Böttcher: Kulturregion-Mitgliedschaft macht Angebote bekannter

Maintal. Mit der zum 1. Januar 2017 begonnenen Mitgliedschaft in der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main verfolgt Maintal das Ziel, seine kulturellen Angebote und Veranstaltungen über die Grenzen der Stadt hinaus bekannter zu machen. Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) zieht nun ein positives Zwischenfazit.

Von Lars-Erik Gerth

Maintal trat der Gesellschaft als 46. Mitglied bei, was Böttcher damals vor allem „als Bekenntnis zur Metropolregion Rhein-Main“ ansah. Sie erklärte Ende 2016 zur Aufnahme Maintals in die Kulturregion, dass die Stadt mit ihren Angeboten einen Beitrag zu dieser Metropolregion leisten wolle und sich außerdem auf einen „lebendigen Austausch in diesem starken Netzwerk“ freue.

Der jährliche Beitrag, den Maintal für die Mitgliedschaft entrichten muss, orientiert sich an der Einwohnerzahl. Festgesetzt sind zehn Cent pro Einwohner. Entsprechend wurden im ersten Jahr 3820,80 Euro gezahlt. Dazu kam eine einmalige Stammkapitalanlage in Höhe von einem Cent pro Einwohner.

„Damit ist Maintal kein weißer Fleck mehr“Nach den ersten 14 Monaten der Mitgliedschaft ist das Stadtoberhaupt auf Nachfrage des TAGESANZEIGER davon überzeugt, dass die Mitgliedschaft in der Gesellschaft die richtige Entscheidung gewesen sei. „Damit ist Maintal kein weißer Fleck mehr auf der kulturellen Landkarte in der Region“, so Böttcher, die sich sicher ist, „dass es uns mit dieser Mitgliedschaft langfristig gelingen wird, Maintal bekannter zu machen, auch überregional zu positionieren und somit als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort an Profil zu gewinnen.“

Laut Nicole Bilz, der städtischen Pressesprecherin, profitiere Maintal als Mitglied der Gesellschaft „von den vielen Möglichkeiten der überregionalen Vernetzung und des Austauschs“. So sei die Stadt in der Publikation „Museen und Sonderausstellungen 2018“ der Kulturregion mit den Ausstellungen im Historischen Rathaus in Hochstadt vertreten. Bilder von zwei ausstellenden Künstlerinnen (Barbara Kroll und Ingrid B.-Borgwardt) seien sogar auf der Titelseite abgebildet. Die großformatige Broschüre erscheine laut Nicole Bilz in einer Auflage von 60 000 Exemplaren.

Gab schon Interessenten aus dem Rheingau„Die überregionale Verteilung dieses Magazins in der gesamten Rhein-Main-Region beschert uns auch Besucherinnen und Besucher aus dem Umland, die kulturelle Veranstaltungen in Maintal erstmalig besuchen“, berichtet die Pressesprecherin weiter. Sie belegt dies auch mit einem erlebten Beispiel: „Kürzlich hatten sich Interessierte aus dem Rheingau bei uns gemeldet. In dem Magazin hatten sie eine Ausstellung entdeckt und sich im Maintaler Kulturbüro danach erkundigt, wie sie ihren Besuch der Ausstellung im Historischen Rathaus in Hochstadt mit einer Radtour verbinden könnten und welches gastronomische Angebot es auf der Hauptstraße gibt.“

Allerdings, so muss Bilz einräumen, gäbe es keine konkreten Zahlen dazu, wie viele Besucher tatsächlich aufgrund des Hinweises in der Broschüre der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main zu den Veranstaltungen nach Maintal kommen.

Einzugsgebiet der Veranstaltung ist vergrößertAls weiteres positives Beispiel führt sie jedoch den Tag des offenen Denkmals im vergangenen September an. Dieser sei auch über die Kulturregion beworben worden. Und das habe dazu geführt, dass für die Veranstaltung im Maintaler Heimatmuseum erstmals auch Anmeldungen aus Bingen und Mainz eingetroffen seien. Laut Bilz habe dieses kulturelle Angebot zuvor „lediglich Personen aus Maintal und angrenzenden Kommunen“ erreicht.

Ein anderer wichtiger Aspekt der Mitgliedschaft in der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main ist für die Stadt, dass so nun ebenfalls Veranstaltungsreihen nach Maintal kommen, die hier sonst nicht stattfinden würden. Aktuelles Beispiel sind die „Starken Stücke“, das Internationale Theaterfestival für junges Publikum Rhein-Main. In diesem Rahmen finden – wie bereits angekündigt – am kommenden Donnerstag, 8. März, um 10.30 und 15.30 Uhr Vorstellungen der Slapstick-Show „AaiPet“ im Bürgerhaus Bischofsheim statt.

„Sehr gut und mit Breitenwirkung“Ausdrücklich begrüßt wird die Mitgliedschaft Maintals in der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main vom ehrenamtlichen Kulturbeauftragten Jochen Spaeth, der sich bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit Florian Grünert vom städtischen Kulturbüro für einen Beitritt ausgesprochen hatte, der damals noch an der Maintaler Haushaltslage scheiterte. Auch Spaeth ist davon überzeugt, dass Maintal über die Gesellschaft „sehr gut und mit Breitenwirkung“ für seine vielfältigen kulturellen Angebote werben könne.

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