Mit der Fertigstellung des Riederwaldtunnels wird der Verkehr auf der A66, aber ebenso in und um Bischofsheim zunehmen, auch aus der Wetterau kommend. Die Grünen wollen deshalb rechtzeitig Gegenmaßnahmen planen, um die Anwohner vor mehr Verkehr und Lärm möglichst gut zu schützen. Archivfoto: Häsler

Maintal

Bischofsheim nach Fertigstellung des Riederwaldtunnels im Chaos?

Maintal. Er ist ein Mammutprojekt: der Riederwaldtunnel. Unabhängig davon, wann er fertig gestellt wird, der Tunnel wird auch den Verkehr in und um Bischofsheim beeinflussen. Die Grünen wollen deshalb dem Verkehrschaos im westlichen Maintaler Stadtteil rechtzeitig vorbauen.

Von David Scheck

Aktueller Anlass sind die Ergebnisse einer Verkehrsprognose des Ingenieurbüros Habermehl undamp; Follmann, die von Hessen Mobil in einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und des Verkehrsausschusses vorgestellt wurden, die sich auf Veränderungen an der A66-Anschlussstelle Bischofsheim beziehen, wenn der Riederwaldtunnel gebaut ist. Diese Verkehrsuntersuchung fiel bei Maintals Stadtverordneten durch. Die Kritik: Die Prognose bezieht sich in erster Linie auf entstehende Verkehrsprobleme rund um die Autobahnauf- und -abfahrten. Der innerörtliche Verkehr in Bischofsheim finde darin keine Berücksichtigung. Daher verabschiedete das Stadtparlament einen Antrag der FDP, den von Hessen Mobil vorgestellten Bericht zurückzuweisen.

Die Grünen wollen nun den nächsten Schritt machen und fordern in einem Antrag zur Sitzung des Stadtparlaments am Montag, 19. März, (im Bürgerhaus Bischofsheim, Dörnigheimer Weg 21, Beginn 18.30 Uhr) eine eigene, von der Stadt Maintal in Auftrag gegebene Untersuchung. Diese soll aufzeigen, wie sich der Verkehr nach Realisierung des Riederwaldtunnels in Bischofsheim und eventuell anderen betroffenen Stadtteilen und auf übergeordneten Straßen auf Maintaler Gebiet – also auf Bundes- und Landesstraßen – entwickelt.

Nicht nur reine Verkehrszunahme soll überprüft werdenIm Rahmen der zu erstellenden Prognose sollen nicht nur die Auswirkungen untersucht werden, wenn sich nach dem A66/A661-Lückenschluss der Verkehr auf der Autobahn verdoppelt oder verdreifacht. Auch soll geprüft werden, wie sich der Verkehr aus der Wetterau kommend entwickelt, wenn das Autobahnnetz rund um Frankfurt leichter und schneller über die Anschlussstelle Bischofsheim zu erreichen ist.

„Wir haben immer gesagt, dass der Verkehr zunehmen wird, auch aus der Wetterau“, sagt Hartmut König, der verkehrspolitische Sprecher der Maintaler Grünen, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch die von Hessen Mobil im Ausschuss vorgestellte Prognose bestätige diese Einschätzung. Daher gehe es nun darum, so die Grünen in der schriftlichen Begründung ihres Antrags, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu planen, um Maintals Bevölkerung vor zusätzlichem Durchgangsverkehr zu schützen.

Wäre eine Umgehung sinnvoll?Schützen, aber wie? Der Durchgangsverkehr von Norden kommend würde mutmaßlich über die Straße Am Kreuzstein fließen – also mitten durch Bischofsheim. Daher wäre, so König, „vielleicht auch eine Umgehung sinnvoll“. Das sei freilich alles noch genauer zu prüfen.

Eine andere Lösung, die auch im Integrierten Verkehrsentwicklungsplan erwähnt wird: Eine Verlegung der Autobahnanschlussstelle weiter nach Westen, dorthin, wo die Gutenbergstraße im Rahmen der Erweiterung des Gewerbegebiets West bis zum Fechenheimer Weg verlängert werden soll. Das sei „eine überlegenswerte Idee“, so der Grünen-Stadtverordnete. Doch auch hier gelte: Erst muss untersucht werden.

Noch keine Einigkeit über den AntragEigentlich eignet sich das Thema rund um die Autobahn in Bischofsheim ideal für den Verkehrsentwicklungsplan. Doch die Grünen hätten laut König ihren Antrag deshalb dort nicht eingebracht, weil man sich darauf geeinigt habe, diesen so, wie er ist, zu verabschieden.

Apropos verabschieden: Dass der Verkehrsentwicklungsplan im Hauptausschuss auf der Tagesordnung als vorletzter öffentlicher Punkt stehe, „werden wir so nicht mehr akzeptieren“, so König. Mit einem Geschäftsordnungsantrag wollen die Grünen erreichen, dass der Punkt vorgezogen wird. In der Vergangenheit kam es wiederholt dazu, dass aufgrund der Fülle von Tagesordnungspunkten nur ein Bruchteil davon in den Sitzungen des Hauptausschusses für Finanzen und Stadtentwickung behandelt werden konnte.

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